kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Umfrage … Ihre Meinung ist gefragt! 1. Juli 2010

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 22:18

Zunächst einmal möchte ich mich in jeder erdenklichen Form bei den Lesern bedanken, die „Kopten ohne Grenzen“ die Treue halten und zu diesem Erfolg verhalfen, sodass der Blog innerhalb sechs Monate das Minimum von „500 Besuchern“ erricht hat. Dabei darf ich die islamkritischen Seiten nicht vergessen, die den Blog in vielerlei Hinsichten unterstützen; wie „Jihad Watch Deutschland – Politically Incorrect – Akte-Islam – Europe News – Der Prophet und viele andere“. Auch ein herzliches Dankeschön an jeden, der unsere Artikel weiterleitet.

Wenn Sie „wer sind wir“ lesen, stellen Sie fest, dass dieser Blog nicht nur islamkritisch ist. Als verfolgter Kopte berichte ich über die Koptenverfolgung in Ägypten und vergesse dabei das Leid meiner Geschwister in Christus nicht, die in den arabisch-islamischen Ländern um des Namen Jesu Christi willen verfolgt werden. Überdies mache ich zu meiner Aufgabe, den Menschen in dem deutschsprachigen Raum spirituelle Beitrage zu bieten. Dies tue ich, weil ich ganz fest daran glaube, dass das Wort Gottes keineswegs leer zu ihm zurückkehrt (Jes.55:11).

Bei dieser Umfrage geht es um ein Thema, das mich seit langen Jahren beschäftigt und mich auch so sehr betrübt. Viele Menschen (überwiegend ohne Bekenntnis und auch unüberzeugte Christen) stellen die folgenden Fragen, wenn man mit ihnen über Christus und den Glauben an ihn spricht: „Wenn es einen Gott gibt, der barmherzig und menschenliebend ist, warum erlaubt er Kriege, Ungerechtigkeit, Krankheiten und das Elend durch Naturkatastrophen“? „Warum werden die Reichen reicher und die Armen ärmer“?

Ich greife gerade zu dieser Umfrage wegen der Mail eines Freundes von mir, in der er folgendes schrieb: {„Ich bin in einem überkatholischen Elternhaus aufgewachsen und habe mich wohl nicht zuletzt auch deshalb vom Glauben abgewandt, weil ich in ihm ein Zwangskorsett gesehen habe. Ich komme über die Theodizee-Fragen nicht hinweg. Ich bin der Meinung, dass ein Gott, der das Elend der Welt in welcher Form auch immer zulässt, kein guter Gott sein kann. Hier steigere ich sogar meine Meinung und sage, dass dieser Gott das Leid ja nicht nur zulässt, sondern er sei ja sogar in der Lage, sich jede unvorstellbar durchgeführte Grausamkeit anzusehen. Er kann es sich mit ansehen, wenn z. B. kleine Mädchen grausam missbraucht werden, Kinder gequält werden, wenn sie getötet werden. Wo ist deren Schutzengel? Wenn ich eine grausame Szene, selbst „lediglich“ Tierquälerei, im TV sehe, schaltet ich ab, weil ich dann innerlich aufgewühlt, das Geschehen nicht mehr vor Augen haben will. Gott schaltet nicht ab, sondern, wenn es ihn gibt, schaut er ungerührt jede Grausamkeit an, die Grausamkeit des Krieges, der Konzentrationslager, der Gulags, der Koranschulen und greift nicht ein. Er muss ein ungeheuer großes Nervenkostüm haben. Feinfühlig kann er nicht sein. Und wenn er sogar seinen Sohn, auch wenn dieser es freiwillig getan hat, so einen grausamen Tod erleiden lässt, dann ist zumindest Gott-Vater keines barmherzigen Gefühls fähig. Nach irdischem Strafrecht würde Gott permanent wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt werden müssen. Jeder Mensch hat die christliche Pflicht zu helfen, sofern er kann. Nur für Gott selbst gilt das nicht. Er verlangt von Menschen zu tun, was er selbst verwehrt. Auch meine Argumente über das Wirken und Tun Jesu, der ja das Antlitz Gottes glaubhaft zum Ausdruck bringt, der ja die konkrete Hilfe Gottes darstellt, die Freiheit des Willens, die Weigerung der Menschen, seinen Geboten zu folgen sowie die Aufforderung des guten Tuns sind für mich keine ausreichenden Argumente, um zum Glauben zurück zu finden. Ich sehe in Gott letztlich einen unbarmherzigen Despoten, wenn es ihn denn gäbe„}. Was meinen Sie zu diesen Äußerungen?

Ich bitte jeden Stellung dazu zu nehmen und einen Kommentar zu schreiben, und ich werde die Antworten in einem einzelnen Artikel veröffentlichen. Brechen Sie bitte Ihr Schweigen und zucken Sie bitte nicht mit den Schultern, als ob die Sache Sie nichts angehen würde. Es geht jeden von uns viel an! Soll Europa von Atheisten und Moslems wimmeln, während die Christen ruhig zusehen, wie ihr Glaube wie die Blume verwelkt? Denken Sie nicht nur an sich, sondern auch an die nächsten Generationen. Seien Sie auch nicht pessimistisch, denn mit Gottes Hilfe haben 12 einfache Jünger Christi das römische Imperium besiegt. Wir sind nicht allein!

Da sagte der Diener zu seinem Herrn: Weh, mein Herr, was sollen wir tun? Doch dieser sagte: Fürchte dich nicht! Bei uns sind mehr als bei ihnen. Dann betete Elischa: Herr öffne ihm die Augen, damit er sieht. Und der Herr öffnete dem Diener die Augen: Er sah den Berg rings um Elischa voll von feurigen Pferden und Wagen“ (2 Kön.6:15-17).

 

12 Responses to “Umfrage … Ihre Meinung ist gefragt!”

  1. Grausam, wie die Religionen die Menschen hinter das Licht führen! Nach dem Weltreich geifernde Religionen KÖNNEN KEINE richtige Perspektive zum Schöpfer des Himmels und der Erde geben!! Sie müssten dabei in die „zweite Linie“ treten. Doch das tun sie erst dann, wenn der HERR, HERR SEIN Reich auf dieser Erde aufstellen wird!

    ALLES Leid, das auf dieser Erde begangen wird, tun die Menschen, in ihrem Unwissen, in ihrer Überheblichkeit und in ihrem Grössenwahnsinn, SELBER.

    G’tt hat keine Freude an den Menschen, die verloren gehen. Vielmehr freut ER sich an den Menschen, die im Glauben zurück zu IHM finden. Denen gibt ER auch das Gelingen, dass sie wirklich zu IHM finden können! ER zwingt NIEMANDEN diesen Schritt zu tun. Doch suchte er im Menschen eine Gegenüber zu IHM!

    Wir leben noch in der missionarischen Gnadenzet, die mit dem Kommen von Jesus Christus begonnen hatte. Nur ER weiss, wann diese Zeit erfüllt sein wird! Bis dahin greift ER nicht direkt in das Geschehen der Menschen ein. Doch die Menschen sollen sich NICHT täuschen lassen, und meinen, es gäbe IHN NICHT – und missbrauchen diese Zeit für ihre Bosheiten und Übertretungen!

    Lukas 17:27 sie aßen, sie tranken, sie freiten, sie ließen sich freien bis auf den Tag, da Noah in die Arche ging und die Sintflut kam und brachte sie alle um.

    Psalm 2:5 Er wird einst mit ihnen reden in seinem Zorn, und mit seinem Grimm wird er sie schrecken.
    6 „Aber ich habe meinen König eingesetzt auf meinem heiligen Berg Zion.“

    Psalm 2:10 ¶ So lasset euch nun weisen, ihr Könige, und lasset euch züchtigen, ihr Richter auf Erden!
    11 Dienet dem HERRN mit Furcht und freuet euch mit Zittern!
    12 Küsset den Sohn, daß er nicht zürne und ihr umkommet auf dem Wege; denn sein Zorn wird bald entbrennen. Aber wohl allen, die auf ihn trauen!

    ER ist DER gerechte G’tt. ER hat uns durch die Bibel seine Weisungen gegeben. Doch die Menschen wollen nicht hören!! Die Religionen verdrehen die Gnade G’ttes in eine undefinierbare Macht, mit der sie die Menschen in Schach halten können – von Befreiung durch Religionen keine Spur:

    Lukas 11:52 Weh euch Schriftgelehrten! denn ihr habt den Schlüssel der Erkenntnis weggenommen. Ihr kommt nicht hinein und wehret denen, die hinein wollen.

    Diesen ausspruch kann man heute für alle Religionen anwenden!!

    Das Leid und die Naturkatastrophen lässt er in der Hoffnung zu, damit die Menschen nach IHM und seiner Schrift fragen würden.
    Zudem muss man wissen, dass die jetzige Welt immer noch der Todesmacht des Teufels unterstellt ist. Diese Macht aber, hatte Jesus Christus durch seine AUFERSTEHUNG überwunden.
    SEINEN Tod am Kreuz kann man nur an Hand der Bibel verstehen lernen!

    1 Korinther 15:55 „Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?“

    Stehen wir mit der Waffenrüstung G’ttes fest und wehren gegen die Tücken der teuflischen Verführung (Epheser 6:ff).

    Mit freundlichen Grüssen
    Walter Nänny

  2. Sr Katharina Says:

    Warum lässt ein guter GOTT uns leiden?
    Diesen Titel trägt ein sehr empfehlenswertes Büchlein von BRANTSCHEN J. (1990 5), Freiburg i.Br., und mit dieser Fragen haben wir uns auch in Grafenschachen beschäftigt.
    „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“ (Joh 10, 10 b): Viele Bibeltexte verheißen uns Glück und Heil, doch unsere Lebenserfahrung scheint dem zu widersprechen. Wenn ein guter GOTT uns zum Glück berufen hat, warum gibt es dann so viel Leid?
    Eine erste Antwort auf das Warum und Wozu des Leidens ist, dass das Leid, das Menschen einander antun, direkt mit der Freiheit des Menschen zusammenhängt – hier müsste man ehrlicher Weise fragen: Wie können Menschen das einander antun? – , doch auch das naturgegebene Leid betrifft die Freiheit und Verantwortung des Menschen mindestens indirekt, weil der Mensch nur in einer evolutiven und daher unvollkommenen Schöpfung frei sein kann, an der Vollendung dieser Schöpfung mitzuwirken oder entgegenzuwirken.
    Wenn wir überlegen, was GOTT zu unserer Erlösung vom Leid beigetragen hat, so ist es seine Menschwerdung in JESUS: in JESUS hat GOTT Schuld, Leid und Tod auf sich genommen und dadurch in etwas anderes verwandelt; jeder ist eingeladen, diesen Weg der Verwandlung des Negativen in Positives nachzugehen und so am „Reich GOTTES“ weiterzubauen. Daher können und sollen auch wir Menschen an der Erlösung mitwirken, indem wir uns bemühen, veränderbares Leid wirklich zu verändern und unveränderbares Leid so anzunehmen, dass wir daran reifen.
    Doch jede Veränderung zum Positiven kann unter Raum-Zeit-Materie-Bedingungen nur ein Anfang sein – die endgültige Verwandlung des Unvollkommenen in eine endgültige Ganzheit setzt eine Neugestaltung der gesamten Schöpfung voraus, die nur GOTT bewirken kann, zu der wir aber die Bausteine liefern sollen.
    Sr. Katharina OP

  3. Verena Nänny Says:

    Warum machen wir immer G’tt verantwortlich für Dinge die wir erledigen sollten.
    Wenn G’tt einen Auftrag gibt, gibt ER auch den Ausgang (Geschichte von Abraham und Isaak)
    Wenn wir Menschen sehen wie ein Kind von einem anderen geplagt wird und nicht eingreifen, haben WIR versagt nicht G’tt.
    Dasselbe gilt bei Stellungsnahmen über den Islam usw, der immer beschönigt wird und damit immer mehr Auftrieb gewinnt.
    Ich denke jeder einzelne ist gefragt und solange wir unsere Verantwortung nicht übernehmen können wir nicht G’tt verantwortlich machen.
    Verena Nänny

  4. Harold Graf Says:

    Wie lange kann ich wirklich leben?

    Wo komme ich her?
    Was mache ich hier?
    Wo gehe ich hin?

    Diese Fragen sollte sich jeder beantworten.
    Es geht um nichts Mehr oder Weniger, wie um die Zukunft eines jeden Menschen.
    Viele werden sich fragen, warum passiert das alles auf dieser Erde.
    Warum gibt es überall Not, Elend, Kriege, Haß und Gewalt?
    Warum sind die Menschen nicht imstande friedlich miteinander zu leben?
    Warum versagen alle menschlichen Ordnungen immer wieder?
    Wer und was steuert den ganzen Wahnsinn auf dieser Erde?
    Warum sind die Menschen nicht in der Lage, die Erde zu einem blühenden Paradies zu machen und friedlich und im Einklang mit der Natur zu leben.

    Ursprung des Bösen
    http://www.haroldgraf.blog.de/2010/04/17/ursprung-boesen-8389111

    Der Ursprung des Bösen ist kein Geheimnis
    http://www.haroldgraf.blog.de/2010/05/28/ursprung-boesen-geheimnis-teil-8692186

    Warum ließ Gott die Sünde zu?
    http://Www.haroldgraf.blog.de/2010/04/20/liess-gott-suende-8410491

    Liebe Grüße und Gottes Segen
    Harold Graf

  5. Gott gab uns Füsse zum Laufen und einen Mund zum Reden, Früchte tragende Bäume etc.
    Es ist der Teufel, der versucht, alles an sich zu reissen.
    Das Finanzwesen wird schon lange von sogenannten teuflischen Kreaturen „geregelt“, die auch schon die echte Reformation verhinderten, siehe Fugger.
    Die Fuggers finanzierten auch den Bau des Vatikans.

    Geld ist nicht göttlich

    Zur Zukunft: Lesen Sie das „Komitee der 300“ von Dr. John Coleman, http://www.coleman300.com: der Mensch soll zum Vollsklaven gemacht werden. Die Banker lassen grüssen.

    Dahinter verbergen sich genetisch manipulierte Wesen, siehe auch David Icke, http://www.davidicke.com

  6. Die Verena liegt nach wissenschaftlichen Forschungen richtig. Und wir ergänzen:

    DER MENSCH LEBT NICHT RICHTIG wenn er nur nach Gott Ausschau hält und NICHTS WESENTLICHES für die Welt hier und die Kinder tut!

    WIR MENSCHEN HABEN AUSSERDEM VERSTAND, INNERE STIMME & WILLEN mitbekommen, damit wir den RICHTIGEN WEG erkennen und ihn gehen können!

    Danach gemessen sind fast alle Gläubige aller Konfessionen bis heute nur REINSTE VERSAGER!

    jb koeppl

  7. Bazillus Says:

    Der Fall ist ja recht intensiv geschildert. Der Zweifelnde spricht ja nicht nur von einem „großzügigen“ Zulassen der Grausamkeiten durch Gott, nein er spricht von effektiver Unterlassung von Hilfeleistung, das bewusste Ansehen Gottes von solchen Verbrechen, die selbst den hartgesottensten Menschen erbarmen würde. Das ist der Vorwurf. Und davon müssen wir ausgehen.

    Leider kann diesen Vorwürfen, weil diese irdisch gesehen, ja voll zutreffen, im Grunde kaum widersprochen werden, wenn wir ehrlich sind. Letztlich müssten wir uns sogar die Frage stellen: Warum hat Gott den Menschen überhaupt und wenn, dann dieser materiellen Form erschaffen? Denn in dieser Form ist ja die Sünde praktisch vorprogrammiert. Da gibt des den angeborenen Selbsterhaltungstrieb, der in Notsituationen angewandt, aus dem Menschen einen brutalen Täter werden lassen kann. Da gibt es die Vorstellung, dass das Leben hier auf Erden, solange der Mensch dazu in der Lage ist, voll ausgekostet werden sollte, da nach dem Tode nichts ist. Da gibt es poltische, religiöse und andere vielschichtige Sündenquellen, die sich aus dem materiellen „Bessergestelltseinwollen“, dem Konkurrenzdenken, dem Einzel- und Gruppenegoismus und dem Stolz resultieren. Da gibt es aber andererseits auch die ungeheure Sucht nach Liebe (ich meine hier nicht die sexuelle Liebe) und Geborgenheit, die die Menschen sogar in der Lage wären zu erfüllen, zumindest ansatzweise.

    Das menschliche Leben bietet also ein breit gefächertes Spektrum, welches ihn zwischen den Welten des liebenden Gottes und denen Satans hin- und herschleudern kann, praktisch von einem Extrem der liebenden Vollkommenheit bis zum anderen Extrem der hassenden Unvollkommenheit.

    In diese irdisch-natürlichen Gegebenheiten, die Gott uns in der Materialität des Lebens letztlich vorgegeben hat und aus der wir uns nur durch geistliches Training zu göttlichen Sphären emporschwingen in der Lage sind, weil er uns den Weg vorgegeben und durch Jesus vorgelebt hat, hat Gott den Menschen in die Welt gesetzt. Er hat also letztlich die Seele des Menschen in den einengenden Panzer des materiellen Körpers gefangen genommen mit all seinen Schönheiten un all seiner Qual.

    Selbstverständlich werde ich mir nicht anmaßen, eine endgültige Antwort auf diese Problemstellung zu geben. Es gibt immer nur unzureichende Erklärungsversuche zu solch massiven, aber berechtigten Vorwürfen, die ich sogar gut nachempfinden kann.

    Mein Hauptargument gegen die Theodizee-Frage ist, dass Gott kein strafender Gott ist. Die Sünden haben halt Menschen zu verantworten, die Gottes Weg nicht gegangen sind oder Gottes Weg missinterpretiert haben. Naturkatastrophen und Unglücke sind auf Erden vorprogrammiert und fordern das Leid heraus. Koran und AT sind voll von Rache und Strafe Gottes, die der Mensch in seiner materiellen Denkweise Gott in den Mund gelegt hat. Leid ist – auch wenn es noch so paradox erscheint – jedoch die Quelle des Mitleids, der Liebe, des cariativen Tuns in jeder Form. Wäre kein Leid auf Erden, wären wir nicht einmal in der Lage, den Geist des Helfenwollens und -könnens, des Mutes im positiven Sinne, der caritativen Kreativität erspüren und ausleben zu können. Mir ist da das Wort Jesu in Erinnerung:“Arme habt ihr allezeit bei Euch!“. Das ließ mich aufhorchen. Jesus hat zwar geheilt, aber immer nur auf Bitte Einzelner. Er hat nicht das Leid der Welt abgeschafft. Er hatte Mitleid und half. Er half aber nicht total. Da Jesus für mich und alle Christen der Sohn Gottes ist, ist es für mich eine Beruhigung, das Jesus mit den Armen, Gefolterten und Geknechteten Mitleid hatte, auch wenn er das Leid nicht abgeschafft hat, sondern im Leid diesen Weg zum Vater am Kreuz und Auferstehung gegangen ist. Keine, und ich wiederhole, keine Religion hat eine solche Größe Gottes zu bieten. Jesus liefert hier also den Beweis dafür, dass Gottes Antlitzt das Antlitz der Liebe ist, auch wenn der Mensch dies in seinem begrenzten Verstand und auch in durchlebten Notsituationen nicht wird fassen können.

    Für den Islam ist Gott eine drohende und unberechenbare Größe, die willkürlich herrscht. Das Judentum hat einen Gott, der sich vom Bild her in einen liebenden Gott im Laufe der jüdischen Geschichte gewandelt hat.

    Jedoch im Christentum habe ich Jesus, der sich mit jedem leidenen Menschen identifiziert hat und uns den Weg vorgelebt hat. Er identifiziert sich auch heute mit dem getöteten missbrauchten Kind, dem Armen aus den Gossen der Slums, den Gefolterten in Gefängnissen, den Einsamen, Kranken und Alten und den Missbrauchten aller Couleur. Er als der Sohn Gottes scheute sich nicht, freiwillig für uns alle (Keiner hat größere Liebe, als dass er sein Leben hingibt für seine Freunde) sein Leben für uns hinzugeben. Das ist meines Erachtens die Antwort Gottes auf das Leid der Menschen. Der Gott des Christentums scheut sich nicht, seinen Sohn – wie bei Isaak im AT bereits angedeutet – der erfüllt war von dem vollkommenen Geist Gottes, den Menschen als Vorbild im wahrsten Sinne zu dienen. Welch eine Großtat, die wir wahrscheinlich nicht einmal annähernd ermessen können. Der Schöpfer wird Mensch und erklärt sich mit ihnen vor allem im Leid solidarisch, auch wenn er es nicht hinwegnimmt. Das ist das Einzige, was ich zu der Problemstellung schreiben kann.

    Den direkten Vorwurf, dass Gott dem Leid bewusst zuschaut ohne etwas zu tun, kann ich nur durch das Beispiel Jesu widerlegen, nicht durch das Beispiel Mohammeds oder das Beispiel irgendeines Prophten des AT, sondern nur und ausschließlich durch das Beispiel Christi in seiner ganzen Fülle. Das ist für mich die einzige Antwort auf all diese durchaus ernstzunehmenden Kritik, die auch mich ins Herz getroffen hat.

    Die vagen Antworten können m. E. nur durch den Glauben beantwortet werden. Der Mensch muss von der Ewigkeit her gesehen werden, von der Unsterblichkeit her.

  8. Sagen Sie mir erst was Sie unter GOTT verstehen, dann sage ich Ihnen, ob es so etwas gibt.
    Christian Anders

  9. Bazillus Says:

    Sagen Sie mir erst was Sie unter GOTT verstehen, dann sage ich Ihnen, ob es so etwas gibt.
    Christian Anders

    Großes Wort, aber kann er auch halten, was er da verspricht? Ich denke, dass Gott noch niemand – außer Jesus – gesehen hat.

    Jeder hat seine Vorstellungen von Gott. Meine persönliche Vorstellung ist folgende: Für mich ist Gott ein personales Wesen, welches mit vollkommender Schöpferkraft und personaler überdimensionaler Liebe ausgestattet ist und versucht, den Menschen für sich in Liebe und Freiheit zu gewinnen, wie gute Eltern ihre Kinder für sich gewinnen wollen und nicht auf Druck oder Zwang geliebt werden wollen. Da ich Christ bin, hat mir Jesus sein Gesicht gegeben, weniger in seinem Aussehen, das ich letztlich nicht kenne, wenn ich nicht das Turiner Grabtuch als „Foto“ anerkennen kann, sondern vielmehr in seiner Verkündigung, seiner Botschaft und seinem Charakter. Jesus beschrieb seinen Vater als vollkommen. Er kombiniert quasi diese Vollkommenheit mit der Feindesliebe, der am schwersten lebbaren aller Liebesformen im Matthäus-Evangelium der Bergpredigt.

    Ich stelle mir Gott als die Quintessenz der liebenden Familie vor, die die Türen ihres Hauses für jedermann offen hält (Himmel = Wohnung). Ich stelle mir Gott als jemanden vor, der als Liebesgenerator mit Unendlichkeitsgarantie einen niemals festhält, der die Entscheidungsfreiheit jedes einzelnen Menschen respektiert. Andererseits freut er sich über jeden Menschen, der zu ihm zurückfindet, egal aus welcher Motivation heraus. Nur ehrlich müssen diese Rückkehrgefühle sein. All das in so großer Vollkommenheit, dass das Denken des Menschen hier nie ausreichend sein wird.

    Die Hölle stelle ich mir persönlich als einen Zustand vor, die bzw. den wir uns hier auf Erden selbst gestrickt haben. Das Gericht Gottes wird wie bei Adam und Eva die Erkenntnis sein. Das erste Elternpaar hatte die Erkenntnis eines anderen Seinszutand, vom vollkommenen licht- =gottdurchfluteten Paradieses, die die Sünde nicht kannten bevor sie vom „Baum der Erkenntnis“ gegessen hatten. Wir werden erkennen, welche Folgen jede Sünde auf unsere Mitmenschen hatte und werden erkennen, wie sie sich durch unsere Lieblosigkeiten oder aktives Fehlverhalten getroffen fühlten und das wird uns schmerzen und wie ein Bumerang auf uns zurückfallen. Der Begriff des Verzeihens ist hier aufs Persönlichste angebracht. Diese Erkenntnis wird zur Folge haben, dass wir selbst wissen, in welchen Zustand der Gottesferne wir gehören. Da wird es viele Stufen geben, die jedoch Entwicklungsmöglichkeiten zur liebenden Annäherung zu unserem Gott bereit halten werden.

    So stelle ich mir Gott und Hölle vor. Das verstehe ich unter Gott und bin mir dabei vollends bewusst, dass ich niemals die Größe, Güte und die Liebe Gottes mit wenigen Worten erfassen könnte.

  10. Maier Horst Says:

  11. Die Antwort auf dieses Problem sehe ich relativ einfach:

    Gott schuf uns nach seinem Bilde als Mann und Frau mit den schöpferischen Qualitäten seines Wesens – nämlich als ein Ausdruck von Gottes Herz/Geist und seiner unendlichen Kreativität.

    Das wesentliche Element der Schöpferischen Kreativität ist die
    Freiheit zum Handeln.

    Die Ganze Sache hat nur einen kleinen „Haken“

    Das Freie Handeln bedingt gleichzeitig auch die

    Verantwortung

    für die ausgeführte Handlung mit sich.

    Da dies Gottes Ur-Schöpfungsprinzip war – ist – und auch für immer bleibt – kann Gott selbst nicht in die Handlungsfreiheit des Menschen eingreifen !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Er kann sich nur mit dem Resultat beschäftigen und wie auch immer versuchen dem Menschen sein Herz und Anliegen verständlich zu machen.

    Hoffentlich ist damit endlich geklärt warum nicht Gott Schuld an dem Schlamassel ist, was wir veranstalten.

    Mit schmerzlichen Grüßen

    Robert Spiegl

  12. Bazillus Says:

    Freiheit = Folge: Verantwortung, klar. Aber in der Szene, die der Zweifler gerichtet hat, wirft er Gott vor, obwohl er es könnte, keine Hilfe zu leisten. Die vielgepriesene Freiheit des Handelns in Verantwortung ist selbstverständlich völlig korrekt. Das gilt jedoch letztlich nur für den Handelnden, den Täter. Nur was kann das Kind dafür? Ihm wird ja gerade die Freiheit durch das „freiwillige“ Handeln des Täters genommen. Und handelt der Täter immer „freiwillig?“. Kann da nicht oftmals eine krankhafte Triebstörung sein Handeln bestimmen? Wo bleibt da der freie Wille? Das kindliche Opfer kann jedenfalls keinerlei Verantwortung übernehmen. Es hat qualvoll zu dulden. Dass dem Täter mitleidsfrei begegnet wird, scheint unstreitig.

    Als Christ glaube ich schon, dass Gott durch echte den Naturgesetzen widersprechenden Taten bereits in die Geschichte eingegriffen hat, nämlich durch Jesus. Der Auferstehungsglaube hat mit echtem Physikbruch nach heutiger Erkenntnis zu tun. Die Himmelfahrt Jesu, die in der europäischen Kirche gern als metaphysiches Bild und nicht als historische Tatsache gesehen wird, das Brotvermehrungswunder, welches von der Kirche gern zur Teilungsaufforderung Jesu degradiert wird, sind schon echte Eingriffe in das menschliche Leben, welche Gott tatsächlich gewirkt hat vor den Augen von Menschen. Heilungswunder, die plötzlich auftreten, können selbst heute nicht erklärt werden. Gott greift durchaus manchmal gnadenvoll in die Geschicke ein. Und das Leid wird nicht immer durch Schuld eines oder mehrerer Täter angerichtet, sondern die Natur der Erde bringt es immer wieder mit sich, dass Menschen durch Katastrophen wie in Haiti zuletzt qualvoll ums Leben kommen. Auch da kann dann das Argument der verantwortungsvollen freien Handlung keine Anwendung finden. So einfach ist es eben auch nicht. Das Leid scheint halt eben vorprogrammiert zu sein, weil wir das materielle Leben zu genießen bzw. zu ertragen haben, je nach Zufall oder Gottes Fügung oder Gnade oder einfach nur durch Imstichlassen Gottes?

    Nach allem wird man wohl zu keiner vernünftigen Erklärung gelangen und unser Verstand wird das wohl nie erfassen können. Vielleicht ist der Tod des Kindes sogar ein Geschenk Gottes, da es eher in den Genuss der Gegenwart des allliebenden Gottes kommen kann. Wer erklärt diese Sichtweise nur den zutiefst trauernden Eltern, die sogar nach christlicher Lehre dem Täter irgendwann verzeihen sollten, wenn das überhaupt möglich ist.

    Was aber ist mit den vielen missbrauchten und geschändeten Menschen und Kindern, die weiterhin hier psychisch krank ihr weiteres Leben durch solche Taten ertragen müssen. Müssen sie lernen dem Täter zu verzeihen. Ist das die göttliche Schule des Lebens? Nicht, das Gott den Opfern danach immer die Kraft schenkt, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Richtig ist, dass der Glaube an Gott ihnen mit Sicherheit dabei hilft. Viele ertragen es nicht mehr und haben das Geschenk des Glaubens nicht und setzen ihrem Leben ein Ende. Auch da schaut Gott zu und schickt wohl niemanden, der diese bedauernswerte Opfer von seinem selbstzerstörerischen Tun abhält. Da haben Menschen nicht genau hinhören und hinsehen wollen, wie ein Mensch an seinem Leid förmlich „eingegangen“ ist.

    Und genau da setzt die Hilfe Gottes jedenfalls ab und zu ein. Menschen, die sehen und hören, wo Leid ist. Das gehört ebenfalls zur Freiheit des Handelns. Da ist wohl noch sehr viel zu tun. Hier gebe ich dem Vorkommentator in allem Recht. Hier bei der Hilfestellung kommt das gottgwollte Handeln förmlich zum Aufschrei, zur Explosion, wenn die Mitmenschen freiwillig wollen.

    Diese Theodizee-Frage wird wohl nie vollends zu klären sein.


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