kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Der Heilige Mose, der Schwarze 30. Juni 2010

Filed under: Heilige der koptischen Kirche — Knecht Christi @ 02:18

Hl. Mose, der Schwarze

Wenn der Monat Juni sich dem Ende zuneigt, erinnere ich mich an den Heiligen Mose, den Schwarzen, dem die koptische Kirche gedenkt. Damit unsere protestantischen Geschwister in Christus keinen Anstoß nehmen, sage ich vom Anfang an, dass wir nur den Herrn, Jesus Christus, verherrlichen und anbeten. Wir gedenken der Heiligen, um von ihren Taten und guten Eigenschaften zu lernen, was dazu führen sollte, dass wir etwas für unser geistiges Wachstum gewinnen. Dabei hält man sich an den biblischen Ratschlag, den Christus jedem von uns durch den Heiligen Paulus gibt: „Denkt an eure Vorsteher, die euch das Wort Gottes verkündet haben; schaut auf das Ende ihres Glaubens und ahmt ihren Glauben nach“ (Heb.13:7). Von jedem und jeder der Heiligen lernt man eine Tugend.

Wenn es sich um die Buße handelt, dann ist der Heilige Mose, der Schwarze, das beste Vorbild. Nicht umsonst nennt die koptische Kirche ihn „den Starken“. Seine Stärke sieht man nicht nur an der jähen Wende in seinem Leben, sondern an seiner Entschlossenheit. Wie kann ein Räuber, der jede erdenkliche Sünde beging, ein Mönch werden, der zum irdischen Engel wurde? Wie konnte er fasten und sich mit wenig Wasser und Brot begnügen, nachdem er ein ganzes Schaf und jede Menge Wein an einer einzigen Mahlzeit zu sich nahm?

Das ist die Buße, welche die Gnade Jesu Christi wirken lässt. Über die Buße sagte der Heilige Isaak, der Syrer: „Wer schätzt dich nicht, du Buße, außer dem Teufel, weil du ihn dauernd bekämpfst. Keinem Menschen, der dem Bösen zum Opfer fiel, bist du nicht zur Hilfe geeilt. Keinen Menschen, den der Teufel verschlang, und der nach dir schrie, hast du im Stich gelassen. Den Bauch des Satans hast du aufgeschlitzt, um ihn zu befreien. Der dich erbat, während er zwischen den Zähnen des Teufels war, hast du dem Widersacher die Zähne zerschlagen, um den Zerknirschten zu erretten. Du eilst  jedem zur Hilfe, den der Böse gefangen hielt, obwohl er sich von dir fernhielt, um ihn loszueisen. Keiner nahm dich als einen Verbündeten im Kampf, du teuere Buße, ohne dass du ihm seine Feinde zu Füßen gelegt hast“. Ich lasse Sie jetzt mit einem dünnen Hauch der Biographie des Heiligen Mose, des Schwarzen. Nehmen Sie sich ein Beispiel an ihm und handeln Sie schnell, bevor es zu spät wird.

{Anfangs war er ein Sklave, dessen Herr die Sonne anbetete. Er war von starker Figur und genoß einen abnormen Appetit, sodass er so viel aß und jede Menge Wein trank. Keiner konnte sich ihm widersetzen, weil er brutal war. Denn er tötete, stahl und sein Unwesen trieb. Öfters blickte er zu Sonne und sagte: „Wenn du der wahre Gott bist, dann teile mir dies mit und lass mich dein Wesen erkennen“. Eines Tages hörte er eine Stimme sagen: „Die Mönche im Natrontal erkennen den wahren Gott. Geh zu ihnen und sie werden dir die Augen öffnen“.

Rasch machte er sich auf den Weg zur Wüste und nahm sein Schwert mit. Dort begegnete ihm der Heilige Isisorus, der vor seiner Erscheinung schauderte. Mose beruhigte den Priester, indem er ihm erzählte, dass er kam, um von den Mönchen zu erfahren, wer der wahre Gott ist. Der Heilige Isisorus führte ihn zum Heiligen Makarius, dem Großen, der ihn predigte und ihm die christlichen Grundsätze erklärte. Danach wurde Mose getauft und als Mönch aufgenommen, nachdem er alle seine Sünden beichtete. Viele der Heiligen überragte er an der Mühe, die er sich bei der Anbetung und dem monastischen Leben eifrig gab.

Der Widersacher und Feind des Guten führte einen wilden Kampf gegen ihn, indem er ihn an sein früheres Leben erinnerte, welches er wie ein Wilde führte. Allerdings verriet er seinem Meister, dem Heiligen Isisorus, alles, welcher ihn tröstete, stärkte und lehrte, wie er die List des Bösen überwältigen konnte. Über ihn wurde erzählt, dass er die Krüge der Mönche sammelte, während sie schliefen, und sie mit Wasser eines weit liegenden Brunnens füllte. Nach vielen Jahren in Askese beneidete ihn der Böse und schlug ihn durch ein Geschwür am Bein. Er wurde dadurch am Bett gefesselt. Aber als er erahnte, dass dies der Satan verursachte, ersteigerte er seine Askese und Gebete, sodass sein Körper einem verbrannten Holz ähnelte. Aufgrund seiner Geduld und seines Glaubens heilte der Herr ihn und schenkte ihm vermehrte Gnade.

Später versammelten sich etwa 500 Brüder um ihn, denen er zum Vorsteher wurde. Als der Papst kam, um den Heiligen Mose zum Priester zu weihen, wollte er ihn auf die Probe stellen. Da sagte der Papst zu den anwesenden Ältesten: „Wer brachte dieser Schwarze hierher? Hinaus mit ihm“? Ohne Murren und gehorsam ging Abba Mose hinaus, während er sagte: „Dies ist, was du verdienst; du Schwarzer“! Einige Minuten später ließ der Papst ihn rufen und weihte ihn zum Priester. Dabei sagte er zu ihm: „Von nun an bist du durch und durch weiß“.

Eines Tages ging er mit den Vätern zum Heiligen Makarius, dem Großen, der ihnen sagte: „Ich sehe, dass einer unter euch den Märtyrerkranz erlangen wird“. Abba Mose erwiderte: „Das bin ich vielleicht. Denn es steht geschrieben: Wer mit dem Schwert tötet, stirbt durch das Schwert“. Als er zu seinem Kloster zurückkehrte, dauerte es nicht lange, bis die Barbaren das Kloster überfielen. Da sagte er zu den Mönchen: „Wer flüchten will, soll es jetzt tun. Ich aber warte seit Jahren auf diesen Tag“. Mit sieben anderen Mönchen erlitt Abba Mose, der Schwarze, den Märtyrertod. Einer der Mönche versteckte sich hinter einem gerollten Teppich. Als dieser Mönch erblickte, wie der Engel des Herrn mit einem Kranz auf ihn wartete, eilte er zu den Barbaren, welche ihn ebenso enthaupteten}.

Jeder soll sich überlegen, was die Buße zu bewerkstelligen vermag!?!

Der Segen Jesu Christi sei mit uns allen; Amen.

 

One Response to “Der Heilige Mose, der Schwarze”

  1. P. Bernhard MÜLLER Says:

    Ich hege grosse Verehrung zum hl. Vater Moses. Sein Leben lehrt, man kann durch Umkehr aus dem tiefsten Suendensumpf zur Gemeinschaft mit Christus aufsteigen. Hl. Vater Moses bitte Christus, dass Er rette unsere Seelen.


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