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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Somalia: Fußballfans werden ausgepeitscht 19. Juni 2010

Filed under: Aktuelle Nachrichten — Knecht Christi @ 00:07

„Die jungen Leute werden dadurch nur vom Heiligen Krieg abgehalten“

Mogadischu – Überall in der Welt sehen Hunderte Millionen die Spiele der Fußball-WM in Südafrika. In Somalia hingegen droht den Fans, wenn sie dabei erwischt werden, das öffentliche Auspeitschen. Da spielt es auch keine Rolle, dass die WM zum ersten Mal auf afrikanischem Boden stattfindet und der ganze Kontinent sich als Gastgeber sehen soll.

Durch den Süden Somalias und weite Teile der Hauptstadt Mogadischu ziehen militante Islamisten der Bewegung Hizbul-Islam, um zu kontrollieren, ob das von dieser Gruppe erlassene generelle Verbot, sich die Fußball-WM im Fernsehen anzuschauen, auch befolgt wird. Wenn nicht, dann wird es schlimm: Als somalische Fußballliebhaber vorigen Samstag in einem Privathaus nördlich von Mogadischu insgeheim das Spiel Nigeria gegen Argentinien ansahen, stürmte die Schlägertruppe ins Zimmer. Zwei Bewohner wurden getötet, zehn weitere verhaftet, berichtet die BBC. Ihnen droht nun die öffentliche Auspeitschung.

„Eine Verschwendung von Geld und Zeit“: „Wir warnen die Jugendlichen Somalias, sich nicht die WM-Spiele anzusehen, denn es ist eine Verschwendung von Geld und Zeit“, erklärte Hizbul-Islam-Sprecher Sheikh Mohamed Abdi Aros. „Somalis haben das Verbot zu respektieren“. Auch die Al Shabaab, die zweite dominante Islamistenbewegung, hat diese Restriktion verkündet. Weiter südlich, im Juba-Tal, ist nicht nur das gemeinsame, sondern auch das individuelle Ansehen der Spiele verboten. „Die jungen Leute werden dadurch nur vom Heiligen Krieg abgehalten“, dröhnt der lokale Chef der Islamisten. Ebenso ist es dort untersagt, Musik zu hören oder zu tanzen. All das gilt als „westliches Teufelszeug“ und „unislamisch“. Patrouillen der Milizen sind überall, um die Einhaltung der strikten Regeln zu erzwingen. Und so sehen viele fußballbegeisterte Somalis entweder im Geheimen und mit ausgeschalteten Ton die Fußball-WM in Südafrika, stets mit gleichzeitigem Horchen und Blick auf die Tür, oder sie strömen in die wenigen von der Übergangsregierung kontrollierten Gebiete, wo es kein Verbot gibt. Ein kleines Kino dort ist seit Tagen regelmäßig überfüllt, weil dort Live-Übertragungen der WM-Spiele gezeigt werden. Und auch bei den wenigen, die sich Satellitenfernsehen leisten können und in der Regierungszone leben, sind die Wohnungen überfüllt. Doch dies sind nur winzige Inseln, umgeben von einem feindlichen Meer.

 

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