kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Zur Islamophobie-Diskussion in Frankreich – Teil 2 12. Juni 2010

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 22:56

Das philologische Chaos

Illustrativ für die Diskussion und ihre aktuelle volksnahe Dimension ist zunächst eine Diskussion auf der Website von Agorafox, einer Stiftung öffentlichen Charakters, die sich als Ziel setzt, durch informelle Beiträge seinen Lesern die Meinungs- und Informationsfreiheit zu sichern. Dort wurde die Diskussion eröffnet durch einen Beitrag von Antoine Martin (alias avraidire) über die Islamophobie. A. Martin ist ein zur christlichen Pfingstgemeinde bekehrter Atheist, der sich zum Ziel setzt, die biblischen Wahrheiten zu verteidigen. Was schreibt er nun zu dieser Problematik? Nach seiner Meinung kann Phobie als „irrationale Angst“ übersetzt werden. Das Wort sei von Muslimen erfunden worden. Sie wollten, dass in Europa „Islamophobie“ als Verbrechen bzw. Straftat deklariert wird. Er stellt sich nun die Frage, ob Islamophobie Rassismus ist?

Die etwa skurrile Argumentation von Martine lautet wie folgt: „Der Islam ist eine Sammlung von Ideen, insbesondere religiöser Natur. Der Islam ist keine Rasse. Eine Idee besteht in der Welt des Geistes, eine Rasse ist etwas Konkretes, eine Person. Zu sagen also, dass Kritik am Koran und an der geistigen Argumentation für die Behauptung, dass Muhammad ein Prophet ist, Ideen, die als Islam bekannt sind, Rassismus ist, ist absurd“. Dann entwickelt er einige definitorische Prämisse:

(1) Der Islam ist eine Reihe von Ideen, insbesondere religiöser. Also keine Person.
(2) Der Kommunismus ist eine Reihe von Ideen, insbesondere politischer und wirtschaftlicher Natur. Also keine Person.
(3) Der Kapitalismus ist eine Sammlung von Ideen, insbesondere wirtschaftlicher Natur. Dies ist keine Person.
(4) Das Judentum ist eine Reihe von solchen religiösen Vorstellungen.
Somit: {A} Der Kommunist ist die Person, das Lebewesen, das mit den Ideen genannt Kommunismus einverstanden ist. {B} Der Kapitalist ist die Person, die mit den Ideen genannt Kapitalismus übereinstimmt. {C} Der Muslim ist derjenige, der mit den Ideen, genannt Islam einverstanden ist.

Und nun? Die Frage ist: Ist die Islamophobie das Gleiche wie Judenhass (oder Antisemitismus)? Überhaupt nicht: Judenhass ist die Diskriminierung und Verfolgung von Personen (die Juden). JUDAISMOPHOBIE aber kritisiert die Gesamtheit von Ideen (nicht Personen) religiöser Natur, das Judentum. Weil der Islam keine Person ist, ist es nicht das Gleiche wie Judenhass (Antisemitismus).

Der Unterschied zwischen einem Muslim und einem Juden:
(1) Der Muslim glaubt in einer Reihe von religiösen Ideen, dem Islam.
(2) Der Jude kann sein: {a} Ein Jude, der am Judentum (als Satz von religiösen Vorstellungen) glaubt, wie die orthodoxen Juden. {b} Ein Jude, der Atheist ist wie Freud, Marx (Gründer des Kommunismus) und Spinoza (Philosoph). {c} Ein Jude, der an das Christentum glaubt, wie der Komponist Mahler, der Philosoph Husserl (Schöpfer der Phänomenologie und Lehrer von Heidegger), der britische Premierminister Disraeli, der Komponist Felix Mendelssohn. Und so weiter.

Die wahre Definition des Wortes Islamophobie: Technisch gesehen ist es die Kritik von Ideen, und nur von Ideen. Zu sagen, dass dies ein Verbrechen ist, verstößt gegen das Recht der freien Meinungsäußerung, es ist Unterdrückung, die Intoleranz gegenüber einer religiösen Gruppe. Das eigentliche Verbrechen (und es gibt bereits Gesetze dagegen) ist es, eine Person zu diskriminieren, eine Person, die an den Islam glaubt. Das richtige Wort (nie von muslimischen Führern verwendet) ist MUSLIMOPHOBIE.

Die DEFINITION des Wortes Islamophobie durch Muslime: Für sie ist es nicht nur „eine Reihe von religiösen Ideen zu kritisieren“ (den Islam an sich), sondern:
(1) Ihre Ideen zu kritisieren und auch:
(2) Diskriminierung und Verfolgung von Menschen (MUSLIMOPHOBIE).
(3) Für viele enthält es selbst Rassismus.
Martine schließt dann: „Wie man sieht, ist die Art und Weise, wie Muslime den Begriff Islamophobie verstehen, nicht logisch, rational oder intelligent. Voltaire und andere Philosophen ihrer Zeit würden die Situation komisch und absurd empfinden“.

 

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