kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Der neue Mittlere Osten 9. Juni 2010

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 23:28

Achmadinedschad: Mit der Türkei zusammen wäre der Iran unbesiegbar und man könnte alle “regionalen Probleme” lösen.

Nachdem die Türkei dem iranischen Lager beigetreten ist, sieht es jetzt in etwa so in der Nachbarschaft aus. Man beachte, dass der Iran jetzt einen durchgehenden Landweg bis zu Israels Nordgrenze haben kann. Und wenn im Falle eines Krieges der Irak schnell von der Achse besetzt wird und die Hamas in Jordanien die Macht übernehmen sollte, wäre der Weg sogar noch kürzer. Sollte die iranische Achse bei einem Krieg scheinbar erfolgreich vorankommen, befürchtet man, dass sich auch Ägypten anschließen könnte. Sollten wir anfangs erfolgreich sein, werden sie wohl eher zukucken. Was Obama oder die EU machen würden, und ob überhaupt etwas, bleibt ein offenes Rätsel.

Wie wir berichtet hatten, könnte Iran es schon in den nächsten Tagen oder Wochen auf eine militärische Konfrontation mit Israel anlegen und einen ‘Hilfskonvoi’ nach Gaza schicken, der aus iranische ‘Freiwilligen’ und ein bisschen Revolutionsgarden und Marine bestehen würde. Hört sich durchgeknallt an? Der Iran würde so etwas nicht wagen? Warum nicht? Weil der Westen sich gerade bei der türkischen Provokation verteidigend hinter Israel gestellt hat? Weil die USA ein abschreckendes Auftreten gegen Kriegstreiber a la Nordkorea an den Tag gelegt haben?

Achmadinedschad hat im Prinzip nicht viel zu befürchten, sich mit Israel anzulegen, vor allem, nachdem der türkische Hase jetzt für alle sichtbar aus dem Hut ist. Wer sollte sich mit ihm, Syrien und der Türkei, die ab jetzt Rückendeckung gibt, anlegen? Obama, der die Welt immer mehr sich selbst überlässt? Der nichtmal einen nachgewiesen kriegerischen Angriff der Nordkorea in irgendeiner Form erwidert? Der immer nur versucht dem Löwen neues Fleisch vorzuwerfen und dies am besten von seinen Freunden nimmt? Die Russen, die sich gerade erst wieder an die Seite von Erdogan gestellt haben und immernoch zu großen Teilen und ungestraft, das mit dem Westen verbündete Georgien besetzt halten? Die Chinesen, die mit Iran lieber weiter Geschäfte machen und Nordkorea den Ruecken frei halten? Die Europäer oder die Deutschen, deren Handel mit dem Iran wieder steigt und die sich lieber in das Hamas-Tuerkei-Spiel mit antiisraelischen Verurteilungen miteinreihen? Achmadinedschad liegt daher leider gar nicht so falsch wenn er heute Folgendes verkündete: „Der Iran und die Türkei haben eine sehr wichtige und effektive Stellung in den regionalen Verknüpfungen und könnten im Falle einer gegenseitigen Zusammenarbeit sie alle regionalen Probleme lösen. Heute bewegen sich beide Länder dahingehend, regionale Probleme zu lösen. Keine Macht kann sich den beiden Ländern entgegenstellen, so lange sie nur zusammenhalten“.

Und jetzt dreimal raten, was denn diese brennenden „regionale Probleme“ sind, die die Türkei und den Iran so umtreiben? Wasserknappheit? Versiegendes Öl? Die Rechte der Frau? Der Islam und die Modernisierung? Unterschiede von Schiiten und Sunniten? Sandstürme? Wirtschaftliche Abstürze? Erdbeben? Krankheiten?

Die Antwort erfährt man, wenn man bedenkt, dass nach dem Marmara-Vorfall Erdogan tagelang zweimal täglich an verschiedenen Orten eine Rede über den Verbrecherstaat Israel hielt. Der Mann steht morgens auf und hat Israel im Kopf – und zwar nicht im positiven Sinn -, dann beim Zähneputzen, beim Kaffeetrinken, immer Israel, Israel, Israel, bis zum Abend, es macht ihn krank, es macht ihn rasend, es lässt ihn nicht los, dieses verflixte Land, und nachts hat er Alpträume von Israel. Achmadinedschad hat auch keinen leidenschaftlicheren Traum als die Vernichtung des zionistischen Regimes, die kurz bevorstehe, wie er mit schöner Regelmäßigkeit immer wieder beschwört (das letzte mal erst gestern).

Die Endlösung ist wieder auf dem Tisch: Natürlich summieren sich alle “regionalen Probleme” für Achmadinedschad auf Israel zusammen, für die er jetzt zusammen mit Erdogan eine endgültige, allumfassende Lösung sucht. Sprich, die Endlösung ist tatsächlich wieder da und scheint immer machbarer zu werden. Achamdinedschad wird aber noch direkter, wenn er in der Stellungnahme ausdrücklich klar machte, dass ein (militärisches) Bündnis zwischen der Türkei und Iran die beiden international absichern und unbesiegbar machen würde. Und tatsächlich wäre das ein Alptraum für Israel und es würde sehr, sehr schlecht aussehen. Henryk Broder hatte in seiner Paulskricherede Recht: Es wird wieder eine Schoa für sechs Millionen geplant, aber in Deutschland und Europa sieht man weg und will davon nix wissen. Vielleicht danach einen Gedenktag einführen und ein bisschen betroffen tun, wäre wohl noch drin. Vielen Dank Herr Broder für deine klaren Worte vor so einem Forum, wo man eigentlich nur belangslose Nettigkeiten und gegenseitiges Schulterklopfen hören wollte.

Westerwelle: Israelische Selbstverteidigung mit der Gazablockade ist “unakzeptabel“
: Wie sehr Deutschland und Europa bei der türkischen Provokation Israel ‘beigestanden’ haben, haben sie gerade erst wieder bewiesen. Jetzt erzählt sogar Westerwelle Israel, was in Wahrheit in “seinem eigenen Interesse” sei (die Israelis sind alle so bekloppt, dass sie und ihre Reigerung das selbst nicht schnallen) und dass die Blockade von Gaza “unakzeptabel” sei. Komisch, Achmadinedschad kann zweimal wöchentlich zur Vernichtung eines demokratischen Staates aufrufen und Deutschland erweitert den Handel mit dem Iran, aber wenn Israel sich verteidigt, ist dies “unakzeptabel“. Russland besetzt Teile Georgiens und blockiert diese. Das ist okay. Die Türkei besetzt Teile Zyperns und schickt einen Söldnermob zum Konfliktanstacheln los. Das ist okay. Nordkorea versenkt südkoreanisches Schiff mit über vierzig (nicht 9) Toten. Geht auch noch durch. Kein Wort von Untersuchungskommissionen etc.. Aber einem Terrostaat, dein Land vernichten will, den Waffennachschub abzuschneiden, das ist “unakzeptabel“. Aber das Beste kommt noch: Der italienische Außenminister sagte nach einem Treffen mit Westerwelle in Berlin über die Hamas: “Vor allem dürfen wir nicht in die Hände von Extremisten spielen“.

Oho, was hören meine abgestumpften Ohren? Wow! Super! Die Europäer sollten sich tatsächlich endlich entschieden gegen die Hamas einsetzen und sich nicht mehr von ihr an der Nase rumführen lassen? Haben sie endlich erkannt, wer hier Aggressor ist und wer in Frieden und Ruhe leben will? Sollte man endlich begriffen haben, dass die ganze Schiffskonvoiaktion eine große PR Aktion der Hamas und Co. war um freie Waffenlieferungen für den Gazastreifen durch öffentlichen, westlichen Druck freizupressen? Schoen wär’s! Aber was er damit eigentlich meinte – und bitte nicht schlapp lachen -, war, dass das “Schließen der Grenzen” von Gaza in die Hände der Hamas spiele, nicht deren Öffnung! Keine Worte. Einfach keine Worte. Ich habe eine Idee für Westerwelle und Co.: Die Existenz des Staates Israel spielt bekanntlich den Extremisten in die Hände, oder? So haben sie immer einen Vorwand für Terror, etc. Lasst uns den Staat einfach auflösen, die sechs Millionen Juden darin von den Arabern ins Meer schmeißen lassen und schon haben wir den Extremisten nicht in die Hände gespielt und ihn alle Vorwände genommen. Das wäre doch mal ein schlauer Schachzug, oder, liebe EU?

Es gibt Hoffnung: Die Besessenheit des Antisemiten macht ihn unrealistisch und selbstzerstörerisch: Erdogan mag Israel-besessen sein und uns sehr schaden können, er ist aber auch ein Alptraum für sein Land. Wenn er so weiter macht (und es gibt kein Grund anzunehmen, dass er in nächster Zeit geheilt werde) wird er der Türkei großen Schaden zufügen, da er alles andere vernachlässigt und eventuelle negative Auswirkungen seines außenpolitischen Amoklaufs und seiner erst beginnenden radikalen Linie nicht bedenkt. Die großen Antisemiten haben den Juden arg zugesetzt, ja, aber sie sind am Ende immer selbst an ihrem eigenen Wahn kaputtgegangen und haben so ein, zwei Völker auf dem Weg in den Abgrund gerissen. Türken, wenn ihr noch könnt, haltet den Verrückten jetzt auf, bevor er diw Türkei auf Jahrzehnte ins Jammertal führen wird!

Noch ein bisschen Hoffnung: Spiegelantisemitismus par Exellance bei Achmadinedschad verrät iranische Schwäche? Die besten Geheiminformationen über Antisemiten liefern diese bekanntlich selbst, da sie den Juden ihre eigenen Fehler, Schwächen, Träume und Sauereien vorwerfen. Dreht man ihren Vorwurf einfach um, hat man oft ein recht korrektes Bild ihres Zustandes vor sich. Am 31. Mai sagte Achmadinedschad: Iran „wurde geschaffen nicht nur mit dem Ziel, die Kontrolle über den Mittleren Osten zu gewinnen, sondern über die ganze Welt. Das Volk Israels zu unterstützen ist gleichbedeutend mit der Unterstützung des Friedens und der Freiheit aller Nationen“. Wo er [spiegelmäßig] Recht hat, hat er Recht. Und jetzt kommt das angekündigte Stückchen Moralheber: Israel [Türkei/Iran] habe in der Flottenaktion nicht militärische Stärke bewiesen, sondern dies sei ein Symbol seine [Türkei/Iran] Schwäche. Hoffen wir’s. Und da Achmadinedschad ja auch ein großer Fußballliebhaber ist, kann man auch hoffen, dass er Israel während der Weltmeisterschaft noch in Ruhe lassen wird. Ich hoffe vor allem, dass unsere Regierung im Ernstfall nicht (für das internationale Ansehen etc.) auf einen iranischen Angriff wartet, sondern den messerwetzenden Mörder noch vor dem Mordversuch überrascht.

Von Ulrich J. Becker

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s