kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Zum Gedenktag des Heiligen Markus 8. Mai 2010

Filed under: Heilige der koptischen Kirche — Knecht Christi @ 05:34

Der Schauer Gottes – Der Heilige Markus
Der Apostel, der Evangelist und der Märtyrer

       Wir schulden diesem großen Heiligen unseren Glauben, der in unserem Land den Namen Christi verkündete. Er vergoss sein reines Blut auf unserem Boden, damit das Wort des Herrn uns erreichen konnte. Wir schulden diesem Heiligen ebenfalls vieles. Denn er war der Erste, der uns das Evangelium niederschrieb, in dem er das Leben Christi, seine Werke und seine Erlösung für die Menschheit aufschrieb.

       Wir stehen in der Schuld dieses Heiligen, nach dessen Namen die erste Kirche in unserem Land benannt wurde. In dieser Kirche wurde sein reiner Leib begraben. Bei diesem Leib und von seinem Grab aus wurden die Päpste gewählt, deren erste Tätigkeit darin bestand, an seinem Grab um seinen Segen zu bitten. Sie nahmen sein reines Haupt in die Arme und bekleideten es mit einer neuen Hülle. Diesem großen Heiligen sind wir verpflichtet, der den Namen Christi in Ägypten, Libyen, Zypern, in einigen Ländern Asiens, in Rom und in einigen Ländern Europas verkündete. In der Stadt Venedig wird der Heilige Markus besonders verehrt. Zahlreiche Städte und Länder erbitten seinen Segen. Er ist der Apostel, Missionar, Evangelist, Märtyrer und der Seher Gottes, dessen Haus die erste Kirche auf der Welt war (Apg.12:12).

       In seinem Hause gründete der Herr das Sakrament der Eucharistie. Dort kam der Heilige Geist auf die Jünger herab. Das ist der Heilige, der viele Wunder wirkte. Durch einen Löwen wird er symbolisiert, der wiederum ein Sinnbild für sein Evangelium und die Wesensart seines Evangeliums ist. Wie sehr haben wir diesen Heiligen in der Vergangenheit vernachlässigt. Jetzt versuchen wir mit allem, was in unserer Macht steht, ihn aus ganzem Herzen als unser aller Vater zu würdigen. Seine Reliquien haben wir mit einer riesigen Feier empfangen. Wir haben einen prächtigen Dom in seinem Namen erbaut. Überall vermehrte sich die Zahl der neuen Kirchen, die in seinem Namen errichtet wurden. Ganz besonders im Ausland wurden Kirchen in seinem Namen errichtet, wo unsere Kinder stolz darauf sind, Kinder dieses großen Heiligen und Missionars zu sein. Sein Name wurde unserem ersten Bischof in Frankreich verliehen. Seine Feste sind seliges Andenken, das in den Herzen tiefe Empfindungen auslöst. Das Schönste jedoch, das wir diesem überragenden Verkünder darzubieten vermögen, ist, engagiert ihm auf seinem Weg zu folgen, und seine Tätigkeit des Missionierens und Evangelisierens fortzusetzen, während wir seiner Mühsal, seines Kampfes und seiner vielen Reisen um des Glaubens willen gedenken. Wir gedenken auch seiner Dienstleistungen auf den damals bekannten drei Kontinenten und seinen Anstrengungen, als er lange Strecken zu Fuß zurücklegte, bis seine Schuhe zerrissen waren.

       Möge sein Geist mit uns sein und möge der Herr uns gewähren, dass wir mit diesem Apostel auf dem Pfad des Heils gehen, damit wir uns nicht zu unrecht rühmen, Kinder dieses ehrenvollen Heiligen zu sein, ohne seine Werke nachzuahmen und seine Botschaft fortzusetzen. Dieses Buch ist lediglich ein Zeichen der Dankbarkeit gegenüber unserem großen Verkünder. Es ist ein Medium, durch das seine in fernsten Gegenden der Erde verbreiteten Kinder mit seinem untadligen Lebenslauf bekannt gemacht werden sollten. In seinem Leben war der Heilige mühevoll bestrebt, uns den christlichen Glauben zu übermitteln. Dieses Buch wurde im Jahr 1968 verfasst. Der Anlass dafür war die Rückkehr der reinen Reliquien des Heiligen Markus nach Ägypten. Es wurde außerdem geschrieben, als wir die Markuskathedrale im Gebiet des Heiligen Rewes ergründeten. Dieses Buch war mehrmals vergriffen und so erachten wir es für nützlich, es nochmals aufzulegen. Wir danken allen, welche sich mit uns um die Herausgabe des Druckes bemüht haben. Unser Dank gilt besonders allen Mitarbeitern der Druckerei des Heiligen Rewes, welche der großen Kathedrale angeschlossen ist.

Ein Wunder, das die Venezianer erzählen: 
       Man sagt, dass sich ein Sturm erhob, als der Heilige Markus an den Küsten der Adria verkündete, der sein Schiff an die Küste der Inseln und an die Lagunen mit wenig Wasser spülte. Da erschien dem Apostel Markus ein Engel des Herrn, der sagte: „An diesem Ort wird eine große Stadt in deinem Namen entstehen“. Nach ungefähr vierhundert Jahren geschah es, dass die Bewohner des Festlandes auf diesen Inseln Zuflucht suchten und demzufolge die Stadt Venedig erbauten. Es waren die Menschen, die in die Nähe der späteren Stadt in Italien flohen. Die Venezianer betrachteten den Heiligen Markus als ihren Schutzpatron und machten seinen Löwen zu ihrem Wahrzeichen. Seine Ikone mit seinem Löwen wurde zu einem Motiv für die venezianischen Künstler. Das gilt auch für seinen geflügelten Löwen, weil sein Evangelium auf den königlichen Nimbus Christi hinweist, welcher der Löwe aus Juda ist.
 
Die Rettung Venedigs:
       Es ist ein weiteres Wunder, das die Venezianer erzählen. Sie bewahren die Erinnerung in der Akademie der Künste in Venedig mit einem wunderschönen Gemälde, das dem bekannten Künstler Paris Bordone zugeschrieben wird. Es ist ein ganz prächtiges Kunstwerk, das den wilden Kampf darstellt, den der Heilige um die Stadt gegen die Scharen der ruchlosen Teufel führte. Die Geschichte, die dieses aufregende Gemälde schildert, ist folgende: Eines Nachts verlangten drei Männer von einem Fährmann, mit ihnen zum Lido zu segeln. Einer von ihnen war Ehrfurcht gebietend, dessen Anmut auf die Güte seines Herzen und seine edle Herkunft wies. Die beiden anderen aber trugen soldatische Kleidung und waren bis an die Zähne bewaffnet. Kaum hatte sich das Boot vom Ufer entfernt, da schäumte das Meer und es erschienen furchterregende teuflische Phantome, vor denen sich der Schiffer fürchtete. Er sah, dass der fromme Mann seinen Blick demütig betend zum Himmel richtete und die beiden Soldaten an seiner Seite die Waffen zogen. Es dauerte nicht lange und das Meer beruhigte sich. Die Heiligen konnten die Dämonen vertreiben, die sogleich verschwanden. Das Boot erreichte den Hafen an der Piazzetta heil. Wie verblüfft  war der Schiffer, als er den frommen Mann betrachtete, bevor sie ausstiegen. Er sagte: „Ich bin Markus, der Apostel Christi. Nimm diesen Siegelring und übergib ihn dem Herrscher der Stadt. Er möge dich für das belohnen, was du unseretwegen an Mühen und Schrecken in dieser Nacht erlitten hast. Du sollst wissen, dass ich diese Nacht in Begleitung der beiden Märtyrer Georg und Theodoros kam, um Venedig von den Scharen der Teufel zu retten. Denn die Venezianer sind dem Laster verfallen und haben schamlos ohne Zurückhaltung der Sünde gefrönt. Ich aber bin sicher, dass sie sich von ihren Irrtümern abwenden werden“.

       Am Anfang dachte der Seemann, er hätte das alles nur geträumt. Aber dann berührte er den Siegelring und stellte fest, dass alles echt und keine Illusion war. Sofort ging er zum Herrscher der Stadt, der freudig überrascht war, als er den Siegelring sah. Denn dieser war der Siegelring der Stadt, welcher verloren ging, obwohl er immer in einem Tresor eingeschlossen war. Der Herrscher belohnte den Seemann, als er ihm den Siegelring aushändigte, und als er ihm die Geschichte des Heiligen erzählte. Er veranstaltete aus Freude über die Rettung der Stadt und ihrer Bewohner ein prächtiges Fest. Wegen der Pracht dieses Gemäldes, das dieses Wunder darstellt, brachte es Napoleon nach Paris, als er Italien eroberte. Allerdings wurde es im Jahr 1815 dorthin zurückgebracht.

       Während die Europäer jede Menge Wunder sammeln, die unserem Heiligen zugeordnet werden, diese in den Büchern aufzeichnen und in den künstlerischen Gemälden verewigen, vernachlässigen wir diese Ereignisse und registrieren lediglich die Wunder der apostolischen Ära.

Mögen doch auch heutzutage seine Wundertaten den Menschen veröffentlicht werden. Möge er auch seine Zeichen mit uns fortsetzen; durch die Kraft des Geistes, der in ihm inne wohnt.

{Aus dem Buch „Der Schauer Gottes“ von seiner Heiligkeit Papst Schenuda III – Herausgeber: koptisch-orthodoxe Diözese Österreichs}

 

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