kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Das teuerste Flugticket der Welt 28. April 2010

Filed under: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 18:51

Wenn er zurück nach Ägypten gehe, lande er im Gefängnis, sagt Ramy Lakah. Der christliche Geschäftsmann saß einst 1 Jahr lang im Parlament. Doch bereits am ersten Tag sei gegen ihn demonstriert worden. Heute lebt Lakah im Exil.

 
Ramy Lakah ist auf der Beerdigung erschienen, um die Einheit der Kopten zu unterstreichen, der christlichen Minderheit in Ägypten. Geeint hatte sie Aldy Youssef, der an diesem Tag beerdigt wurde. Lakah wirkt müde und angespannt. Die ägyptische Wirtschaftsgröße sagt, er könne nicht in sein Land zurück, seit Jahren schon nicht. Zwölf Monate habe er im ägyptischen Parlament gesessen. „Ich war der erste Christ, der in einer direkten Wahl ins Amt kam“. Viele im Volk und in der Regierung hätten dies nicht akzeptiert. Bereits kurz nach dem Urnengang sei auf dem Kairoer Ramses-Platz gegen ihn demonstriert worden.

Ausgehebelt: Dann wurde ein Gericht eingesetzt, um zu überprüfen, welche Parlamentarier eine doppelte Staatsbürgerschaft haben. Ramy Lakah wurde des Amtes enthoben. „Denn ich habe zwei Nationalitäten, die französische und die ägyptische. So musste ich das Parlament verlassen. Aber schon damals hatten auch andere Politiker doppelte Staatsbürgerschaften; das ist bis heute nicht anders. Und diese Menschen sind immer noch im Amt. Es gibt in der Regierung sogar Leute, die gar keine Ägypter sind“. Alles sei unternommen worden, um ihn aus dem Parlament zu entfernen, erklärt Lakah. Zunächst sei seine Wahl selbst angezweifelt worden; wegen seiner doppelten Staatsbürgerschaft habe man ihn dann hinausgeworfen. Das war im August 2001. Erst drei Jahre später wurde ein Gesetz verabschiedet, nach dem keine Doppelbürger im ägyptischen Parlament sitzen dürfen.

„Ich will zurück!“: Schließlich sei er aus dem Land vertrieben worden. „Mir gehörte eine der größten Firmen in Ägypten, die Lakah-Group. Dann durchlitten wir eine schwere Zeit, verschiedene Leute hatten uns da reinmanöveriert“. Ihm wurde vorgeworfen, er habe hohe Schulden zu haben. Doch Lakah spricht von politisch motivierten Anschuldigungen. Seine Gegner hätten es nicht gern gesehen, „dass ein unabhängiger Christ einen Sitz im Parlament innehat“. Lakah betont, er habe alle seine Rechnungen beglichen. Heute lebe er im Exil. „Ja, ich versuche zurückzugehen, zu meinen Leuten, zu meiner Familie, zu meinen Töchtern. Zurück in mein Leben. Ich weiß nicht, warum ich seit acht Jahren außerhalb meines Landes leben muss. Ich wurde von keinem Gericht wegen etwas angeklagt. Aber ich darf nicht zurück – wenn ich trotzdem gehe, lande ich im Gefängnis“. Der Franko-Ägypter lebt seither in Frankreich und in England, in Frankreich war er als Geschäftsmann tätig und führte die Zeitung „France Soir“, welche die Mohammed-Karikaturen abdruckte und deshalb selbst in die Schlagzeilen geriet.

Das teuerste Flugticket der Welt: „Im Juni 2009 zahlte ich eine unbegründete Geldstrafe“. Auf der Internetseite „Topnews“ ist von 133 Millionen Dollar die Rede. „Seitdem weiß ich noch weniger, warum ich immer noch außer Landes bin. Es ist keine Frage des Geldes. Und eigentlich war es auch nie eine Frage des Geldes. Aber ich zahlte, weil ich zurück zu meiner Familie und meinen Firmen in Ägypten will. Denn ich verliere viel mehr, wenn ich außerhalb des Landes bin, weg von meinem Land und meiner Familie. Damit zerstöre ich mich selbst. Ich entschied mich deshalb, dieses mit Abstand teuerste Flugticket zu bezahlen. Aber auch nachdem ich es bezahlt habe, sitze ich noch immer hier“. Lakah hat noch ein weiteres Ziel: „Ich will in den nächsten Wahlen meinen Sitz im Parlament zurück“!

Lesen Sie auch: Der «Schweizer Moses» ist tot
Webseite: www.facebook.com/ramy.lakah.fans
Autor: Daniel Gerber – Quelle: Livenet.ch
Datum: 27.04.2010 – http://www.livenet.ch/www/index.php/D/article/199/51192/#0

 

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