kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Wie hütest du mit dem Hirten und frisst mit dem Wolf? 28. März 2010

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 21:08

Wolf im Schafspelz

Von seiner Exzellenz Bischof Kyrillos von Milano

Lass uns acht geben und uns selbst prüfen. Lass uns hinsetzen und uns selbst verurteilen, bevor wir verurteilt werden. * Lass uns in unsere Tiefen eindringen, damit wir unser wahres Gesicht entlarven. * Setze dich hin und tauche in dich selbst ein. Sei weder auf deiner eigenen Seite noch habe kein Mitleid mit dir selbst, damit du dir nicht schadest. * Setze dich zu dir selbst und lass dich nicht zu dir hingezogen fühlen, denn du liebst dich selbst ohnehin. Befreie  dich lieber von der Schwindelei, in der du lebst. * Verteidige dich nicht wie ein Rechtsanwalt, sondern geh gegen dich wie ein gerechter Richter vor. * Vergewissere dich, dass dein Urteil gegen dich nicht schädigend sei, nachdem du deine Tiefen entdeckt hast. Du wirst dich nicht hinrichten, sondern alle deine schlechten Gewohnheiten vernichten. Du wirst dich nicht in Ketten legen, sondern dich von den Fesseln deiner Verfehlungen befreien und dich zum Licht hinaufsteigen lassen.

* Der törichte Reiche und der verlorene Sohn:  Jeder von ihnen ging in sich! Der törichte Reiche ließ sich von seinen eigenen Begierden leiten und hörte auf sie irrational. Daher riss er seine Scheunen ab, und baute Größere. Dort brachte er sein ganzes Getreide und seine Vorräte unter. Dann sagte er zu sich selbst: „Nun hast du einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink, und freue dich das Leben! Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann all das gehören, was du angehäuft hast“ (Lk.12:20)?  Er hat sich ruiniert, als er auf sich und seine Begierden hörte.

* Der verlorene Sohn aber ging in sich und fing an, mit sich tadelnd hart aufgrund der Umstände umzugehen, unter denen er lebte. Vernünftig sprach er zu sich: „Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt“ (Lk.15:18).  Somit hat er sich vor dem Untergang gerettet. * Willst du auf dich hören, oder das tun, was für dich nützlich ist? * Bist du ständig in Konflikt mit dir selbst? Was ist der Grund dafür denn? Ist das, weil du nicht machst, was du selbst willst?

* So soll jeder von uns in sich gehen, gegen sich hadern und sich selbst tadeln, bis jeder sich rettet. * Was willst du zu dir sagen, wenn du dich ertappst, dass du zwei verschiedene widersprüchliche Wege gehst? Was unternimmst du, wenn du dich als Richter beobachtest? Wirst du viele verurteilen? Wirst du sie in deinen Tiefen einkerkern und dich weigerst, sie freizulassen? Auch wenn du dich dabei auf erfundene Indizien stützest? Aber wenn es Verfehlungen bei den anderen gäbe, wer hat dich zum Aufseher und Schiedsrichter über sie bestellt?

* Verrate mir doch, was du für deine betrogene und armselige Person leistest, welche die Rolle eines Richters übernommen hat? Oder wie sie diese Funktion behält, wenn sie sich ausschließlich richtet? * Wie wirst du handeln, wenn du nicht auf frischer Tat ertappen würdest, dass du widersprüchliche Interessen hättest?  * Wie kannst du mit Christus hüten, der in den Höhen wohnt, und der über sich selbst sagt, dass sein Königreich nicht von dieser Welt ist, während du nach den Irdischen verlangst? Bist du überzeugt, dass du auf den beiden Hochzeiten tanzest? Wie kannst du mit deinen Händen dem Herrn Opfergaben darbringen, während du selbst mit eigenen Händen dem Baal dieselben Opfergaben darbringst? * Wie willst du auf die Frage des Propheten Elija antworten, der dich fragt: „Wie lange schwankt ihr nach zwei Seiten? Wenn Jahwe der wahre Gott ist, dann folgt ihm! Wenn aber Baal es ist, dann folgt diesem“ (1Kön.18:21). * Wie liebst du Gott und die Welt gleichzeitig? Wie liebst du, was in den Tiefen Gottes und auch der Welt ist? Wie kannst du Gott anbeten und gleichzeitig den Mammon verehren? Wie erweist du dem Herrn die Herrlichkeit und die Verehrung, während du jegliche Verherrlichung und Ruhm von allen erwartest, die dich umgeben? Wie kannst du auf dem Weg der Erbarmung wandern, während du keine Gnade kennst? * Wie willst du dem Herrn danken, dass er dir beistand und dich zudeckte, während du keinen zudeckst? Wie siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht (Mt.7:3)?

* Geh mal in dich, denn es gibt eine viel gefährlichere Sache, und zwar: Wie kannst du mit dem Hirten hüten und mit dem Wolf fressen? Komm mal zur Besinnung und stell dir die Frage, wer der Hirte ist? Wer hütet mit dem Hirten? Und wer ist derjenige, der mit dem Wolf frisst?

* Gott ist der gute Hirte, der für alle Menschen sorgt und die sprechende Schaffe hütet. Aber wer hütet mit dem guten Hirten? * Du hütest mit dem Hirten, weil du dein Herz, deinen Verstand und deine Gefühle trägst und hinter dem Hirten damit schreitest. Du folgst ihm und hörst seine Stimme, wenn du ein Diener wärst. Du kümmerst dich um den Gedienten, damit er schmecken kann, was du ausgekostet hast. Er soll erblicken, was du von der Güte Christi sahst. Er möge Christus folgen, dem du folgst, da du mit Christus hütest. * Wenn du ein Familienvater wärst und dich darum bemühst, dass du und deine Familie den Herrn anbetet; dann hütest du mit dem Hirten. Wenn du damit beschäftigst wärst, die guten Eigenschaften in dein Herz und das Herz deiner Kinder einzupflanzen; und wenn du dich an die Prinzipien Christi wie Demut und Sanftmut halten würdest, dann hütest du mit dem Hirten.

* Derjenige aber, der mit dem Hirten hütet und mit dem Wolf frisst, ist eine Person, die auf den Auen der Liebe lagert, während ihr Herz sich am Hass festklammert. * Er ist derjenige, der den Unschuldigen von den Kindern der kleinen Herde dient, aber sie der Sünde ausliefert. Ebenso ist er derjenige, der die Sakramente der Kirche praktiziert und das Haus des Herrn regelmäßig betritt, während er sich an Magier, Wahrsager und die Täter der bösen Werke wendet.  Ist er nicht einer, der mit dem Hirten hütet und mit dem Wolf frisst?

* Er ist der eine, der Im Haus Gottes, im Haus des Hirten, tätig ist und es ihm nie genug wird, über die Güte des Herrn nachzusinnen, aber alles was ihn interessiert, ist nur das Anhäufen des Geldes. * Er ist der Richter, den Gott bestellte, um gerecht und fair zu urteilen, während er den Schuldigen freispricht und den Unschuldigen verurteilt (Spr.17:15). * Er ist der Mensch, der sich stellt, um Gott zu rühmen, während seine Gedanken mit der Ehrung seitens seiner Mitmenschen beschäftigt sind. * Lasst uns in uns gehen, uns daran erinnern und vom David, dem Psalter, lernen, der mit dem Hirten hütete. Alles was ihn interessierte, war einzig und allein, dass sein Herz bloß dem Herrn gehört. Der Wolf schlich sich in sein Herz, um die Zucht daraus zu fressen. David aber lehnte es ab, sich mit dem Wolf zu vereinen. Er lehnte sogar sein ganzes Herz ab, und bat dem Hirten darum, ihm ein neues Herz zu erschaffen.

Der Hirte, dem er folgte!

 

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