kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Was „Donnerstag“ am Freitag machte 22. März 2010

Filed under: Humor mit Kultur — Knecht Christi @ 03:00

Fast jeder der arabischen, ägyptischen oder koptischen Namen hat eine Bedeutung. Das gilt für den Namen „Khamis“, der als Wochentag auf Arabisch „Donnerstag“ bedeutet. Ein „Khamis – Donnerstag“ sorgte am letzten Freitag in Matrouh durch seine Dschihad-Rufe für eine Fehde. Ein koptischer Arzt namens Raouf Wagih schrieb einen sarkastischen Artikel mit diesem Titel, den ich sehr lustig und zugleich ermahnend trotz der tragischen Ironie fand.

       Anfangs bewies er, dass Ägypten ein demokratisches Land ist, und das Ägypten in Bezug auf die Demokratie besser als der Westen aufgestellt ist. Warum staunt ihr denn? Heißt es etwas nicht, dass die Demokratie wie folgt zu definieren ist: „Das Volk regiert sich selbst. Denn das Volk ist die Quelle aller Mächte“? Demgemäß ist Ägypten 100% demokratisch! Wenn zum Beispiel einige Ungläubige auf die Idee kommen, eine Kirche zu bauen, braucht man nicht zur Polizei zu gehen, um den Bau zu verhindern, obwohl die Polizei das viel besser verhindert hätte. Man will die Polizei nicht damit belasten, wo sie genug tut. Es reicht doch, was sie später tun wird, wenn das Volk seine Arbeit erledigt hat. Das Volk ist bestimmt in der Lage, die Frevel zu beseitigen und die Frevler zu züchtigen. Es reicht, dass ein Imam zum Dschihad ruft, sodass das gläubige Volk sich von allen Himmelsrichtungen versammelt, als ob man das besetzte Palästina befreien geht. Wie immer endet die Fehde mit dem sicheren Sieg über die Ungläubigen. Später heißt es, dass es sich um alltäglichen Streit handelte, was keineswegs religiös einzustufen ist. Und wie jedes Mal findet man heraus, dass es keine kriminellen Täter gab, sondern nur Opfer. Man weiß leider nicht, wie sie sich verletzt haben?

       Wie Sie sehen, werter Leser, wird die Demokratie durch das Volk und nicht durch die Regierung in die Praxis umgesetzt. Deshalb kann keiner behaupten, dass Ägypten nicht demokratisch ist. Da handelt das Volk selbst, und zwar mit den eigenen Händen! Ein Beispiel dafür, war das, was in Matrouh geschah. Ein paar Ungläubige wagten es, eine Mauer um ihre Kirche zu bauen. Es stimmt, dass sie die Genehmigung dafür haben, aber warum taten sie das am Freitag. Das ist doch der Tag, an dem der Dschihad viel mehr Spaß macht; genau wie Obelix, der gerne Römer verprügelt. Donnerstag bzw. Khamis rieb sich die Hände und dachte in sich: „Kopten, O wie lecker“! Donnerstag griff zum Mikro und schrie, so laut er konnte: „Allah Akbar – Allah ist groß“. Wie die Gallier holte jeder Moslem seine beliebte Waffe: Messer, Macheten, Schwerter, Knüppel, Stocke, Rohre und Ketten … jeder Christ, der ihnen auf den Straßen begegnet, gerät in Vergessenheit. Dann werden die Häuser, Betriebe, Läden und Apotheken der ungläubigen Kopten erstmal geplündert und dann niedergebrannt. Die Kirchen werden bestimmt nicht verschont. Wenn die Mission durchgeführt ist, kommt die Polizei, um die bösen Opfer zu inhaftieren, welche die Gefühle ihrer Peiniger verletzt haben.

Sehr demokratisch, oder etwa nicht?

 

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