kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Bischof Damian: diplomatisch, aber auch offen 20. März 2010

Filed under: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 18:49

Vor der Wiener Staatsoper versammelten sich zahlreiche Christen aus vielen Kirchen, Nationalitäten und Konfessionen. Sie alle trugen Transparente, auf denen die Namen der Länder standen, in denen die Christen verfolgt sind. Der Magnet der Journalisten beehrte den Schweigemarsch, was aber eine sehr schöne Überraschung war. Die Rede ist vom sympathischen und überaus freundlichen Kardinal Schönborn, der mit dem koptischen Bischof Deutschlands und den Repräsentanten der anderen Kirchen (katholisch, protestantisch und orthodoxe) bis zu dem Stephansdom gelaufen ist. Vor dem Altar blieb seine Eminenz stehen und musste sich dann verabschieden, weil er anderem Termin nachgehen musste. Der ökumenische Wortgottesdienst wurde von einem koptischen Chor begleitet und in dem Altar standen die Christen mit ihren Transparenten als Zeichen ihrer Solidarität mit ihren verfolgten Geschwistern in der ganzen Welt.

       Nach dem Heiligen Evangelium predigte Bischof Damian in dem Stephansdom, was er als eine unbeschreibliche Ehre bezeichnete. Anfangs bedankte er sich bei der katholischen Kirche für ihre geschwisterliche Liebe und bei allen Kirchen, welche am Wortgottesdienst teilnahmen. Er dankte der CSI für ihre Mühe, diesen Schweigemarsch zu organisieren, welcher dieses Jahr den verfolgten Kopten gewidmet wurde. Stolz erwähnte er die zwei Male, bei denen er in diesem wunderschönen Gotteshaus stand. Mit seiner Heiligkeit Papst Schenuda, als er erlebte, wie er den verstorbenen Kardinal König ganz herzlich umarmte, und als Papst Schenuda einige koptische Kirchen in Österreich einweihte. Ebenso erwähnte er die wichtige Rolle der Organisation Pro-Oriente, die Kardinal König gründete. Pro-Oriente gelang es, im Jahr 1988 die zwei Kirchen, Katholische und Orthodoxe, viel näher zu bringen. Wir beten zu dem allmächtigen Gott, dass wir nächstens die Wiedervereinigung der beiden Kirchen erleben.

       Nach der Messe gab es einen Vortrag mit Bischof Damian, den er durchaus geschickt, diplomatisch und auch offen hielt. Zu Beginn erzählte er den Anwesenden über die koptische Kirche: Entstehung durch den Heiligen Evangelisten Markus – Verübergehendes Asylrecht für die Heilige Familie – Wo die Heilige Familie sich aufhielt und für wie lange – Mönchtum – die koptischen Heiligen, die in Europa bekannt sind: Hl. Mauritius und Hl. Athanasius – Sprache – Kunst – Melodie. Dann sprach er sehr diplomatisch über die Koptenverfolgung, die er sehr bedauert. Erst sprach er offen, als er die Fragen der Anwesenden beantwortete. Über die Vernichtung der Schweine sagte er humorvoll: „Das war aber die größte Schweinerei! Es tut einfach Weh, den Ärmsten aller Armen der Welt die Existenz wegzunehmen. Ohne dass ich irgendein Wort über die Vernichtung von 385,000 Schweinen verlor, wurde das Thema von den Medien aufgegriffen. Ich erinnere mich genau daran, wie es einen Aufstand gab, als der amerikanische Präsident Obama eine Mücke mit der Handfläche tötete. In Ägypten wurden die Schweine bestialisch getötet: durch Säure, und indem man sie mit harten Gegenständen auf dem Kopf haute. Das war also nicht die feinste Art! Die Müllleute lebten davon, und als man ihnen die Schweine wegnahm, gab und gibt es Müllberge in den edelsten Vierteln Kairos. Man hätte ihnen eine Alternative anbieten sollen, bevor man ihnen ihre Existenz wegnimmt. In Deutschland gibt es sofort einen Umweg, bevor man eine Baustelle anordnet. Die Slam-Menschen haben keine Chance auf dem Arbeitsmarkt, und somit machte man sie ärmer als sie waren“.

       Eine Dame stellte seiner Exzellenz die Frage, ob die Kopten Kirchen bauen dürfen. Scherzend fragte er: Soll ich diplomatisch oder undiplomatisch antworten? Er holte tief Luft und verdrehte die Augen: „Es ist keineswegs leicht eine Kirche zu bauen. Früher lag es in der Hand des Staatschefs, eine Baugenehmigung für eine Kirche zu erteilen, was jetzt ein Gouverneur zu entscheiden hat. Einige Gouverneure sind kooperativ und manche sind aber schwierig. Es passiert aber auch, dass ein Bischof die Baugenehmigung bekommt, und wenn er anfängt zu bauen, wird die Kirche von einem Mob umzingelt. Öfters passiert es auch, dass eine oder mehrere Moscheen gebaut werden, wo die Kirche errichtet werden sollte, was aber den Bau der Kirche gemäß der „Hamayonischen Linie“ verhindert, die seit dem osmanischen Reich gilt“.

       Bischof Damian empfahl einer Koptin, die ihn wüst angriff, weil er ihrer Meinung nach bei der Wahrheit zu bleiben hat, dass die Kopten lieber ein offenes Gespräch mit den Repräsentanten der Moslems in Österreich führen sollten. Bei einer Tasse Tea kann man viel erreichen, als Kritik zu üben; so der koptische Bischof. Ein anderer Österreicher meinte: „Von den Moslem ist nicht anders zu erwarten, außer dass sie junge Männer erschießen wie bei Naag Hamady und ständige Unruhen stiften, nachdem sie diese Suren und Hadithe lesen“. Aus dem Publikum meldete sich eine Dame: „Es kann nicht Ihr Ernst sein, dass Präsident Mubarak wegen seiner Operation in Heidelberg nichts für die jüngsten Unruhen von Matrouh kann. Als er sehr gesund war, ereigneten sich viele der gleichen Unruhen, deren Verantwortung er zu tragen hat“. Raffiniert gab Bischof Damian zu Antwort: „Ich verurteile keinen, weil das nicht mein Job ist. Ich bin ein ehrenamtlicher Diener Gottes, der weder Arbeitsvertrag noch Gehalt hat. Ein außerordentlicher Botschafter meines Landes und meiner Kirche bin ich schon. Das heißt, dass ich ein Mann Gottes und kein Politiker bin“. Öfters betonte der seit dreißig Jahren in Deutschland lebende Bischof: „Ich bin kein Pessimist oder jemand, der Panik verbreitet. Es ist beängstigend, was mit den Kopten passiert. Dennoch blicken wir hoffnungsvoll in die Zukunft“.

 

One Response to “Bischof Damian: diplomatisch, aber auch offen”

  1. Bazillus Says:

    Die Art und Weise, wie das Oberhaupt der Kopten in Deutschland die Ungerechtigkeiten gegenüber seinen Glaubensgeschwistern in der Öffentlichkeit handhabt, kann nur Diplomatie sein. Er verschweigt ja nicht die Probleme. Er geht höchst verantwortungsvoll mit den so schweren Problemen um.

    Er trägt Verantwortung für seine Glaubensgeschwister in Ägypten und kann nicht wie ein „Holzhammer“ den Islam kritisieren, wie ein unbekannter Kommentator auf diversen Blogs dies tun kann, z. B. wie meine Wenigkeit. Wenn er das täte, würde er den Kopten in Ägypten, die das dann zu spüren bekämen, keinen Gefallen tun.

    Jederman weiß, dass der Islam, wenn er in einem Land die Religionshoheit innehat, sich als religiöse Diktatur entpuppt und dementsprechend auch korangemäß feindselig entsprechend handelt. Jede noch so kleine andersgläubige Gruppe wird sofort argwöhnisch unter Beobachtung gestellt wie in kommunistischen oder faschistischen Ländern durch die jeweiligen Geheimpolizeiorganisationen üblich. Das muss jedem bewusst sein, der sich auch nur annährend mit den Grundlagen des Islams beschäftigt.

    Man erreicht leider nur dann etwas in konkreter Notsituation, wenn man als in den Augen des Islams minderwertige Religion wie z. B. das Christentum, die totale Herrschaft des Islams anerkennt und diplomatisch zu Werke geht. Totale Konfrontation würde das Auslöschen der Kopten nach sich ziehen. Man denke an die Vorgehensweise des Islams gegen die Armenier in der Türkei in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg, bei dem sich fast alle europäischen Lander drücken, dies Völkermord zu nennen aus Feigheit.

    Das kann niemand ernsthaft wollen. Deshalb ist es wichtig, hier in Europa, solange der Islam noch in der Minderheit ist, dafür zu sorgen, dass sich der ausgrenzende Teil gegen Ungläubige, Schriftbesitzende Ungläubige und Frauen (nur um diese Problematik geht es doch bei der Islamkritik) sich der Kritik zu stellen hat. Es ist wichtig, hier in Europa den islam den Spiegel vorzuhalten und deren führenden Vertreter zu zwingen, moralische und religiöse Farbe zu bekennen. Leider haben wir in Europa bis auf die Herren Wilders und Stadtkewitz und einige andere keine Politiker, die mutig genug sind, dies bewerkstelligen zu können. Aber schon gehen die Politiker den Weg des vorauseilenden Gehorsams gegenüber den Vertretern des Islams, anstatt hart, gerecht und fair in der Sache selbst zu bleiben.

    Das ist schädlich, nicht die Diplomatie des ehrwürdigen Bischofs der Kopten in Deutschland und Österreich.


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