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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Ägyptische Behörden hindern Konvertiten an der Ausreise 18. März 2010

Filed under: Konvertiten — Knecht Christi @ 16:14

Maher Elgohary und seine Tochter

Gericht verweigert die Herausgabe des Passes – Verwaltung lehnt Eintragung des Religionswechsels ab 

Ägyptische Behörden hindern Konvertiten an der Ausreise IGFM: Gericht verweigert die Herausgabe des Passes – Verwaltung lehnt Eintragung des Religionswechsels ab Christ sein in Ägypten: Maher Ahmad El-Mo’otahssem Bellah El-Gohary mit seiner Tochter Dina wegen Morddrohungen auf der Flucht. (Screenshot) Giza – Frankfurt am Main (17. März 2010) – Wie jetzt bekannt wurde, hat ein Verwaltungsgericht im ägyptischen Giza vor einer Woche (am 9. März 2010) dem Konvertiten Maher El-Gohary die Herausgabe seines Reisepasses verweigert. Nach Angaben der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) lehnte das Gericht ebenso jede Auskunft zu den Gründen ab. Die IGFM fordert die Regierung Mubarak auf, die zuständigen Behörden zur Erfüllung ihrer Pflichten auch gegenüber christlichen Staatsangehörigen anzuweisen. Der ehemalige Muslim Maher Ahmad El-Mo’otahssem Bellah El-Gohary, auch bekannt unter seinem christlichen Namen Peter Athanasius, ist bereits seit über 30 Jahren Christ. Im Februar 2009 hatte er unfreiwillig für Aufsehen gesorgt: Er hatte die Änderung des Religionseintrags in seinen Ausweispapieren von „Muslim“ auf „Christ“ beantragt, was ihm jedoch verweigert wurde. Seit diesem Zeitpunkt erhielt er anonyme Morddrohungen, berichtet die IGFM. Auch eine Anfechtung der behördlichen Ablehnung bei Gericht hatte keinen Erfolg. Seit dieser Zeit fühlt sich der Ägypter in seiner Heimat nicht mehr sicher und wechselt Monat für Monat die Wohnung, um nicht das Leben seiner Tochter oder sein eigenes zu gefährden. Immer wieder ist es zu Übergriffen und nahezu täglich zu Beleidigungen gekommen. Aus Sicherheitsgründen können der 57-jährige nicht mehr zur Arbeit und seine 15-jährige Tochter nicht in die Schule gehen. Wie die IGFM weiter berichtete, hatte El-Gohary versucht, wegen der Morddrohungen mit seiner Tochter legal Ägypten zu verlassen. Beamte verweigerten ihm aber am 17. September 2009 die Ausreise nach China und behielten ohne Angabe von Gründen seinen Pass ein. El-Gohary ist verzweifelt, weil er als Konvertit keinerlei Perspektive in seiner Heimat sieht: „Ich verstehe nicht, was ich falsch gemacht habe, […] Ich dachte, ich wäre ein ägyptischer Bürger und ich würde auch als solcher durch die ägyptischen Gesetze behandelt“. Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM, kritisierte am heutigen Mittwoch in Frankfurt die anhaltende Diskriminierung von Ex-Muslimen durch ägyptische Behörden. Lessenthin: „Die europäischen Regierungen müssen die Einhaltung internationaler Menschenrechtsverträge, die auch Ägypten ratifiziert hat, wirksam einfordern.“ Konvertiten in Ägypten Wer sich öffentlich vom Islam lossagt, ist unmittelbar in Gefahr, misshandelt und mit dem Tod bedroht zu werden. Die genaue Zahl der christlichen Konvertiten ist daher unbekannt. Die Schätzungen reichen für Ägypten von über 500 bis zu mehreren Zehntausend Personen. Der offiziell zwingend notwendige Religionseintrag in den Personalpapieren hat in Ägypten große Bedeutung und Konsequenzen, die in manchen Bereichen mit internationalen Menschenrechtsabkommen kollidieren. Zum Beispiel ist es muslimischen Frauen verboten, einen Mann zu heiraten, der nicht ebenfalls Muslim ist. Während in Ägypten der Übertritt zum Islam von den Behörden problemlos und zügig dokumentiert wird, ist das Verlassen des Islams legal praktisch unmöglich. Ägyptische Bürger müssen einer von drei Religionen angehören: Islam, Christentum oder Judentum. Religionslosigkeit und jede andere Religion sind de facto verboten. Das gilt auch für alt eingesessene religiöse Minderheiten, wie die Baha’i, die in Ägypten offiziell verboten sind. Hinweis für die Medien: Kopten aus Ägypten, Europa und den USA, darunter Opfer und Zeugen von Menschenrechtsverletzungen, treffen sich am 26. und 27. März 2010 im Forum Ägypten im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn im Rahmen der IGFM-Jahreshauptversammlung. Das Ägypten-Forum beginnt am 26. März 2010 um 14.30 Uhr. Eine Pressekonferenz zur Menschenrechtslage in Ägypten beginnt am 26. März 2010 um 13.00 Uhr, ebenfalls im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn.

http://www.igfm.de/Detailansicht.384+M526ed0243b1.0.html

 

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