kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Papst Kyrillos und Gamal Abd Elnasser 16. März 2010

Filed under: Heilige der koptischen Kirche — Knecht Christi @ 20:06

Papst Kyrillos mit Nasser

Wenn ich ehrlich sein soll, war die Ära Nassers viel erträglicher als die beiden von Saddat und Mubarak, obwohl die Letzte die Schlimmste ist; vielleicht weil er seit fast 30 Jahren an der Macht ist. Als Nasser Ägypten regierte, haben die Kopten nicht diese Unruhen erlebt, die sie jetzt fast jede Woche unterschlucken müssen. Wenn man die Bilder seiner Heiligkeit Papst Kyrillos mit Nasser ansieht, fällt man auf, wie Nasser diesen Giganten ehrte. Ihn und noch den äthiopischen Kaiser Heile Selasie führte Papst Kyrillos wie kleine Kinder an der Hand. Von dieser Szene existieren jede Menge Fotos, die in allen Büchern zu finden sind, die über Papst Kyrillos verfasst wurden. Wie und wann begann diese innige Beziehung?

       Man liest die Geschichte in den unzähligen Büchern über Papst Kyrillos, der für eine geistige Erweckung innerhalb der koptischen Kirche sorgte. Denn er war ein Mann des Gebets und besaß die Früchte und Gaben des Heiligen Geistes (Gal.5:22 – 2Kor.6:4-10). Was der Heilige Sarabamon (bekannt als der Verschleierte) mit der Tochter des muslimischen Herrschers Mohamed Ali (Prinzessin Zohra) tat, wirkte Papst Kyrillos mit der Kraft Jesu Christi an der Tochter des muslimischen Staatschefs Gamal Abd Elnasser. Das Ganze begann folgendermaßen:

       Zu Beginn seines Dienstes als Papst der koptischen Kirche im Jahr 1959, bat Papst Kyrillos mehr als zehn Mal um einen Termin bei Nasser, damit er mit dem Präsidenten einige Probleme der Kopten besprechen konnte. Alle Anrufe brachten Nichts! Ein Parlamentarier (ein Moslem), dessen Sohn Papst Kyrillos heilte, besuchte seine Heiligkeit oft und verehrte ihn. Bei einem dieser Besuche bat er seine Bereitschaft an, ein baldiges Treffen mit Nasser zu organisieren. Tatsächlich holte er seine Heiligkeit mit seinem Auto ab, und führte ihn zum republikanischen Palast (heißt so in Ägypten). Sehr unfreundlich empfing Nasser den koptischen Papst. Als er anfing zu sprechen, fuhr Nasser ihn an: „Was gibt es? Was wollen denn die Kopten? Es geht ihnen doch gut so! Einen besseren Zustand gibt es nicht! Nur Forderungen ohne Ende“. Papst Kyrillos, der für seine Ruhe und Langmut bekannt war, geriet in Rage: „Anstatt mich willkommen zu heißen und mir eine Tasse Kaffee anzubieten, schreien Sie mich an? Sie könnten mir erst zuhören, und dann reagieren Sie oder nicht. Ich überlasse Sie Gott“. Enttäuscht verließ Papst Kyrillos den Palast mit dem Parlamentarier, der sich für das Benehmen Nassers entschuldigte. Im Gebet versank das Oberhaupt der koptischen Kirche durch Vesper und den mitternächtlichen Lobpreis. Um zwei Uhr in der Nacht kam derselbe Parlamentarier in die päpstliche Residenz. Der zuständige Diener (Diakon Soulaiman) weigerte sich, seine Heiligkeit zu stören, weil er um vier die Heilige Messe feiern sollte. Da kam Papst Kyrillos angezogen aus seinem Zimmer und sagte zum Parlamentarier: „Lass uns zu Nasser gehen“. Im Haus Nassers (in Neu-Kairo) ging seine Heiligkeit ins Zimmer einer der Töchter des ägyptischen Staatschefs. Dabei sagte er: „Sie ist nicht krank … ihr fehlt doch nichts“. Über 15 Minuten betete Papst Kyrillos für sie, wo er das Kreuz über ihrem Kopf hielt. Als er den bösen Geist austrieb, der in ihr hauste, strahlte sie übers ganze Gesicht. Als Nasser und seine Familie das sahen, versammelten sie sich alle vor Papst Kyrillos. Da sagte Nasser wörtlich zu ihm, wie der muslimische Parlamentarier es schilderte: „Ab heute bist du mein Vater und meine Kinder sind deine Kinder. Komm nicht in den Palast, wenn du etwas brauchst. Das hier ist dein Haus. Du kannst mich jeder Zeit besuchen. Bete für uns, wie du für deine christlichen Kinder betest“. Seitdem wurde Nasser zum Sohn seiner Heiligkeit, der ihn schätzte und leibte.

       Am Ende erzähle ich euch noch, dass das Grundstück, auf dem Papst Kyrillos das Kloster des Heiligen Mina in Maryot gründete, von dem Geld der Kinder Nassers stammt. Er brachte seine Kinder zum Papst und bat ihn darum, das gesparte Geld als Spende anzunehmen. Papst Kyrillos holte sein Taschentuch heraus und die Kinder Nassers leerten ihre Sparschweine ins Taschentuch. Fünf Pfund sind übrig geblieben, nachdem man das Grundstück kaufte (100 Hektar bei der antiken Gegend „Abu Mina“). Diese fünf Pfunde bezahlte man dem Notar.

       Nasser hatte seine Fehler, die an dieser Stelle nichts verloren haben, aber wenn seine Worte etwas zeigen würden, dann dass er ein gutherziger Mensch war. Denn Anwar Elsaddat sah seine Heiligkeit Papst Kyrillos und erlebte die Güte und Langmut seiner Heiligkeit Papst Schenuda. Trotzdem entschied er sich, die Kopten zu Schuhputzern und Bettlern zu machen, wie er sagte, was aufgenommen ist. Dasselbe kann man über Mubarak erzählen und beweisen.

Papst Kyrillos mit Kaiser Heila Selasie

 

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