kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Offener Brief an Tantawy und Gomaa 12. März 2010

Filed under: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 02:06

Als ich vom Tod des Oberhaupts von Alazhar hörte, erinnerte ich mich an den Brief, den Herr Medhat Kilada am 02. Dezember 2009 an ihn und an den ägyptischen Großmufti Ali Gomaa richtete. Dieser Brief veröffentlichte die ägyptische Zeitung „Aljom Alsabaä“. Der koptische Menschenrechtler, der sich in Zürich aufhält, richtete folgende Fragen an die beiden Scheichs, welche die höchste islamische Macht in Ägypten und der islamischen Welt darstellen:

Sehr verehrte Herr Scheich tantawy,
Sehr verehrte Herr Scheich Gomaa,

       ich grüße Sie beide herzlich und wünsche Ihnen den Segen und die Barmherzigkeit des Herrn. Diesen Brief schicke ich Ihnen, nachdem Sie beide die Volksbefragung in der Schweiz aufs Schärfste verurteilt haben, obwohl die Entscheidung von dem Volk mit fast 58% und nicht von dem Staat getroffen wurde. Eines darf man dabei nicht übersehen, und zwar dass die Schweizer gegen den Bau von den Minaretten und nicht gegen den Bau von den Moscheen sind. Daher verstehe ich Sie beide nicht, als Sie beide davon sprachen, dass diese Entscheidung eine Beleidigung der Moslems in der Schweiz besonders und der Moslems weltweit. Aber wenn es so ist, dann erlauben Sie mir bitte, Ihnen als Mitbürger folgende Fragen zu stellen:

Warum haben Sie beide kein Wort darüber verloren,

+ als die Moslems, unsere Brüder in unserer Heimat Ägypten, die koptischen Kirchen in Ain Schams, Raschid, den Dörfern Minyas (Georg, Basilios, Faschn und Eledwa) zerstörten; allein innerhalb sechs Monaten des Jahres 2009? Warum haben Sie dies nicht verurteilt?

+ wenn die Hassprediger, welche unter ihrer Macht stehen, in den Moscheen Ägyptens die Moslems gegen ihre Mitbürger aufhetzen und zum Dschihad gegen die Christen aufrufen?

+ wenn die Kopten jahrelang auf die Erlaubnis warten müssen, um eine Kirche zu bauen oder sie zu restaurieren, und wenn ihre Priester angezeigt werden, weil sie etwas renovierten?

+ als die tausende von Moslems in Deirut und zwei Wochen später in Farschut alles kurz und klein schlugen, was den Christen gehörte, während sie „Allah Akbar – Allah ist groß“ riefen?

+ als unsere Kirchen in allen Bundesländern Ägyptens zerstört wurden, während die Kopten darin noch beteten? Wo waren Sie, als die tausenden Moslems sehr oft nach dem Freitagsgebet unsere Kirchen überfielen? {Sehen Sie das Video „Sexy“ auf Youtube: Kopten ohne Grenzen}!

+ wenn die islamischen Gruppen unsere minderjährigen Töchter entführen, und wenn sie erst auftauchen, nachdem sie geschwängert und zum Islam gezwungen wurden? Wo waren Sie?

+ Warum haben Sie es nicht verurteilt, dass die Moslems die Häuser, Läden, Felder und Kirchen der Kopten fast jeden Monat plündern, niederbrennen und zerstören? Ist das fair?

+ Haben Sie nicht mitbekommen, dass etliche Bücher von Alazhar publiziert wurden, die das Christentum herabwürdigen? Warum verurteilen sie solche Bücher, Artikel und Sender nicht?

       Sie verurteilen ein Land, welches in einem sehr weitem Kontinenten liegt, während Ihre Partner in derselben Heimat verfolgt, unterdrückt und diskriminiert werden. Sie geben einen Haufen Geld für Nachbarländer aus, damit ihre Bürger in Alazhar studieren, was Sie den Kopten verbieten, obwohl sie Alazhar mit ihren Steuergeldern finanzieren. Eine ganze Stadt für die Stipendiaten aus islamischen Ländern habt ihr errichtet, die keinen Kopten aufnimmt. Ihr gründet Institute in Gaza und den islamischen Ländern der ehemaligen Sowjetunion, wo Sie übersehen, dass einem Christen nicht gegönnt wird, eine winzige Kappelle zu bauen, in der er zu Gott betet. Wir verlangen nicht viel; nur Gerechtigkeit und friedliches und sicheres Leben.

Mit freundlichen Grüßen

 

One Response to “Offener Brief an Tantawy und Gomaa”

  1. Feiger Katholik Says:

    Bin heute auf Ihren Blog gestoßen und habe mit größtem Interesse einige Artikel gelesen und war zutiefst erschüttert, wie Kopten in Ägypten verfolgt werden.

    Ich bin katholischer Christ und würde nie so einen heldenhaften Mut aufbringen wie Ihre Glaubensgeschwister in Ägypten. Das bewundere ich sehr und schäme mich, so etwas nicht schaffen zu können. Wie schaffen diese Christen so etwas?

    Wir in Deutschland sind nach 1945 mit einer langen Friedenszeit beschenkt worden, die wir Christen dazu genutzt haben, uns von der allerheiligsten Dreifaltigkeit abzuwenden. Die Christen hier – und da nehme ich mich nicht aus – sind lasch, feige und lau geworden. Wir sehen den Islam noch immer im Wolkenkuckucksheim angesiedelt. Ich beschäftige mich schon länger mit den ausgrenzenden Versen des Korans. Die Fatwenaufstellung des Islaminstitus der evangelischen Allianz habe ich mit Interesse verfolgt und deshalb erstaunt mich das reale Vorgehen der Muslime insbesondere nach den Freitagsgebeten in Ägypten nicht, wie der obige Artikel zeigt.

    Wie kann Jesu Gebot der Nächsten- und Feindesliebe unter solchen Bedingungen überhaupt gelebt werden? Wie können die koptischen Christen und die vielen anderen Christen in islamischen Ländern diesen Spagat zwischen Verfolgung, Diskriminierung und der Feindesliebeforderung Jesu überhaupt leben? Wenn wieder einmal Ihre Mitgeschwister im Gefängnis landen oder getötet werden aus religiösen Gründen: Wie kann der daraus resultierende Hass, den ich jedenfalls empfinden würde, überwunden werden?

    Der Begriff Nächstenliebe beinhaltet ja m. E. zunächst jeden Menschen so anzunehmen, wie er ist. Wie aber kann aber diesen Nächsten annehmen, wenn er als Muslim meint, nach Johannes 16, 1, Gott damit einen Gefallen zu tun, indem er einen Christen umbringt? Ein jesuanische Prophezeiung, die ja gerade Kopten in Ägypten noch heute widerfährt und der islam leider als Erfüllungsgehilfe dieser Prophezeiung auftritt.

    Und die einfachen Muslime sind ja letztlich auch Opfer Ihrer eigenen Religion, weil deren Imame im Freitagsgebet zur Gewalt aufgehetzt zur Gewalt greifen und den Kopten nicht mal gestatten, eine Minikapelle bauen zu lassen. Wie können diese Christen in einem solchen Hassumfeld überhaupt leben?

    Das ist für mich ein großes Heldentum eines jeden Einzelnen, in so einer Situation nicht in Hass zu versinken und vielleicht sogar innere Vergebung zu gewähren.

    Ich jedenfalls beglückwünsche alle Kopten als wahre christlich handelnde Gruppe zu diesem freiwilligen Leben in Unterdrückung dort in Ägypten.


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