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Geert Wilders: Der radikale Volkstribun 12. März 2010

Filed under: Nachrichten — Knecht Christi @ 01:43

Moselms in London gegen Wilders

Von Helmut Hetzel aus Den Haag – Die Presse vom 06.03.2010

Nach den niederländischen Kommunalwahlen ist der Rechtspopulist Wilders im Aufwind. Der Mann mit dem gefärbten Blondschopf setzt auf Islamkritik und innere Sicherheit. Die Anschläge von 9/11 haben ihn radikalisiert.

 
       Innerhalb von nur einer Woche erlebte Geert Wilders zwei ganz große Triumphe. Der erste war sein Wahlsieg bei den Kommunalwahlen in den Niederlanden, bei denen er mit seiner „Partei für die Freiheit“ (PVV) in der Stadt Almere stärkste politische Kraft wurde; am Regierungssitz in Den Haag stieg die PVV zur zweitgrößten Partei knapp hinter den Sozialdemokraten auf. Seinen zweiten Triumph feierte er in London. Dort zeigte er im britischen Parlament seinen islamkritischen Film „Fitna – Zwiespalt“ und feuerte erneut Tiraden gegen den Islam ab: Da nannte er den Propheten des Islam Mohammed einen „Barbaren, Massenmörder und Pädosexuellen“. Den türkischen Ministerpräsidenten Erdoğan bezeichnete er als „Mafkees – Spinner“.
 
       Der Auftritt von Wilders in London war für den Niederländer deshalb ein großer Erfolg, weil ihm das britische Innenministerium 2009 noch die Einreise ins Vereinigte Königreich mit der Begründung verweigert hatte, Wilders gefährde die öffentliche Sicherheit. Wilders klagte. Ein Londoner Gericht gab ihm recht – mit der Begründung, dass Wilders auch in Großbritannien von seinem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch machen könne.

    Programmatisch setzt der 47-jährige Wilders ganz auf Islamkritik und die innere Sicherheit. In Sachen Islamkritik scheut der in Venlo an der deutsch-niederländischen Grenze Geborene keine überzogenen Vergleiche. Der Koran erinnere an Hitlers „Mein Kampf“. Wilders bezeichnet den Islam als „totalitäre Ideologie“, welche mit dem Nationalsozialismus oder dem Kommunismus gleichzustellen sei. Mit dem Thema innere Sicherheit spricht der Populist Wilders ebenfalls viele Niederländer an. In vielen niederländischen Städten machen meist marokkanische Jugendbanden ganze Stadtviertel unsicher. Der Anteil marokkanischstämmiger Jugendlicher an Straftaten ist überproportional hoch. Wilders will kriminelle Marokkaner abschieben, sollte er in Den Haag an die Macht kommen. Außerdem will er einen Baustopp für Moscheen einführen und muslimischen Frauen das Tragen von Kopftüchern in öffentlichen Gebäuden und bei allen vom Staat subventionierten Organisationen verbieten. Geert Wilders forderte sogar die Einführung einer Kopftuchsteuer für muslimische Frauen.

       Neuerdings hat Wilders die Sozialpolitik entdeckt. Der bekennende Atheist will nun die Erhöhung des Rentenalters auf 67 Jahre verhindern. Dies wurde von der vor zwei Wochen gestürzten Mitte-links-Regierung beschlossen, hat aber noch nicht alle parlamentarischen Hürden genommen. Wenn Wilders und seine PVV in der künftigen Haager Regierung, die am 9. Juni gewählt wird, vertreten sein sollten, dann kann auch weiterhin jeder Niederländer mit 65 Jahren in Rente gehen, verspricht der Volkstribun.

    Abkehr von den Liberalen. Der kometenhafte politische Aufstieg des Geert Wilders begann am 3. September 2004. Damals verließ er die bürgerlich-liberale „Partei für Freiheit und Demokratie“ (VVD), der er seit 1997 angehörte. Wilders hatte die VVD mit der Publikation eines Pamphlets provoziert. Darin ventilierte er erstmals seine radikale Kritik am Islam als einer „zurückgebliebenen Kultur“. In dem Papier rief er auch dazu auf, gegen den EU-Verfassungsentwurf zu stimmen, den eine Mehrheit seiner Landsleute dann im Sommer 2005 in einem Referendum tatsächlich ablehnte. Solche Standpunkte waren mit dem Programm der liberalen VVD nicht zu vereinbaren. Wilders musste die Partei verlassen. Nach dem Bruch mit der VVD blieb der parteilose Wilders zunächst als Ein-Mann-Fraktion im Haager Parlament; später gründete er seine eigene Partei. Mit ihr landete er bei den Wahlen im November 2006 einen großen Erfolg: Die PVV eroberte neun der 150 Mandate in der Haager Volksvertretung. Politisch sieht sich Wilders in der Tradition von Ex-VVD-Parteikollegin Ayaan Hirsi Ali, dem Filmemacher Theo van Gogh, der im November 2004 von einem fundamentalistischen Muslim umgebracht wurde und Pim Fortuyn, der im Mai 2002 ermordet wurde. Wilders Islamkritik aber ist polemischer und politischer als die Fortuyns. Der Wendepunkt, der Wilders zum entschiedenen Islamkritiker machte, war der 11. September 2001. Seither kämpft er gegen eine drohende Islamisierung Europas. Ein ruhiges Leben hat der radikale Volkstribun nicht mehr: Er wird rund um die Uhr von sechs Bodyguards bewacht, weil er ständig Morddrohungen erhält.

 

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