kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Katholischer Priester hat keine Angst vor dem Islam 4. März 2010

Filed under: Christenverfolgung — Knecht Christi @ 02:01

Das Evangelische Wort
vom Sonntag, den 28. Februar 2010, auf Ö1

von Pfarrer Dr. Christoph Weist (Wien)

Es kam, wie es kommen musste. In einem Diskussionsabend hatten sich kürzlich einige in Wien ansässige Kirchen und Religionsgemeinschaften vorgestellt, darunter Vertreter des Islam. Man hatte Gemeinsamkeiten betont und den Willen zu Toleranz und Frieden in der Welt bekräftigt. Prompt meldete sich aus dem Publikum ein Herr mit dem aufgeregten Hinweis, die „Realität“ sei doch, dass derzeit in der Welt eine Christenverfolgung wie noch nie zuvor im Gange sei und der Islam daran schuld sei. Dazu sollte einmal etwas gesagt werden. Gemeint war: Man sollte die Islam-Vertreter eigentlich gar nicht reden lassen.

  Da war es also wieder, das beliebte, immer wieder gehörte Argument: Wie du mir – so ich dir. Was in euren Ländern verboten ist, warum soll das bei uns erlaubt sein? Solange man bei euch keine Kirchen errichten darf, darf es auch hier keine Gebetshäuser geben, usw. Ein unseliges Argument. Unselig deshalb, weil es nicht stimmt und deshalb für Menschen viel mehr Probleme schafft, als es zu lösen vorgibt.

Klar ist zunächst: Wie es Christinnen und Christen nicht nur in islamischen Ländern geht, kann Christen in anderen Ländern nicht gleichgültig sein. Wenn sie Klagen hören,  haben Christinnen und Christen immer wieder kritisch und in Solidarität mit ihren Glaubensgeschwistern auf die Missstände aufmerksam zu machen. Und sie haben laut und deutlich Verbesserungen zu verlangen. Anlässe dafür gibt es Leider Gottes. Aber auch das muss gesagt werden: Horrorziffern sollte man skeptisch begegnen und ihre Herkunft prüfen. Nicht jede laizistische Gesetzgebung bedeutet gleich „Christenverfolgung“.

Ich denke aber, ein anderer Grundsatz ist mindestens ebenso wichtig: Was immer an Unrecht in anderen Ländern geschieht, es kann nicht mit „minderem“ Recht oder gar mit blankem Unrecht in unserem Land vergolten werden. Wer so denkt, setzt sich selbst ins Unrecht und verwirkt jede Möglichkeit, andere Verhältnisse zu kritisieren. Mehr noch: Niemand hier will ja diese Verhältnisse im eigenen Land. Mir scheint, würden alle  Forderungen forscher Islambekämpfer bei uns realisiert, hätte Österreich einen Terrorstaat, in dem sich niemand mehr wohlfühlen könnte: schikanöse Kleidervorschriften – warum nur gegen die so genannte „Burka“? -, Bauverbote – warum nur gegen Minarette? -, Versammlungsverbote – warum nur zur Verhinderung fremdsprachiger Gebete? – und vieles mehr. Oder sehnt sich etwa doch der eine oder andere fromme Christ insgeheim nach dergleichen? Ich hoffe es nicht.

Die Vielzahl demokratischer Rechte, die wir täglich wie selbstverständlich beanspruchen, und auf die auch unsere Religionsfreiheit aufbaut, ist ein äußerst wertvoller Schatz. In einer langen Geschichte ist er mühsam und unter großen Opfern errungen worden. Mag sein, dass das in anderen Ländern – nicht nur in islamischen –  anders ist. Das kann aber niemals als Grund dafür herhalten, solche Verhältnisse gleichsam „seitenverkehrt“ bei uns einzuführen. Denn der Schatz – der übrigens von christlichen Traditionen gespeist ist – ist nicht teilbar. In seinem Genuss müssen alle kommen, die hier leben. Und er darf niemals aus panischer Furcht vor dem Fremden, dem Anderen, dem vermeintlich oder wirklich Bedrohlichen aufs Spiel gesetzt werden. Vielleicht sagen Sie jetzt, liebe Hörerin, lieber Hörer: Weiß er denn nicht, dass er damit dem Untergang seines eigenen Glaubens Tür und Tor öffnet? Die fremde Religion wird die seine überrollen. Ich sage: Ich habe diese Angst nicht. Ich traue meinem christlichen Glauben zu, dass er stark ist. So stark, dass er kein  primitives „Wie du mir – so ich dir“ benötigt. Er antwortet ohne Gewalt nur mit dem Wort Gottes. Und das ist, so sagt es zumindest meine Bibel, „schärfer als jedes zweischneidige Schwert“ (Heb:4,12). Es ist das Wort der Liebe.

{Für unsere werten Leser in Deutschland und in der Schweiz: Ö1 ist ein Radiosender}

 

One Response to “Katholischer Priester hat keine Angst vor dem Islam”

  1. Bazillus Says:

    Das Evangelische Wort vom Sonntag, d. 28.02.2010 ist in sich schlüssig, jedoch zu einfach gestrickt. Es geht am Thema der ernstzunehmenden Islamkritik völlig vorbei und stellt die Islamkritiker als rechtsradikale Asoziale hin. Als Islamkritiker sehe ich es nicht als meine Aufgabe an, den islamischen Glauben in Europa verbieten lassen zu wollen. Ich sehe meine Aufgabe darin, den Islam als Weltherrschaftsmodell, als ausgrenzende Gesellschaftsoption, als hass- und rachefördernde Lehre, in seinem menschenrechtverletzenden Tun, in seiner freiheitseinschränkenden Auswirkung auf Nichtmuslime, kritisieren und verbal angreifen zu dürfen.

    Der ernstzunehmende Islamkritiker ist gegen das Verbot des Baus von Moscheen und Minaretten in Europa, ist aber für ein Verbot von Muezzinrufen vom Minarett, weil darin in seiner Wortwahl – im Gegensatz zum wortlosen Glockengeläut schon eine öffentliche Ausgrenzung aller anderen Religionen zu sehen ist.
    Der ernstzunehmende Islamkritiker ist gegen die unselige Namensgebung von Moscheen, die einen Namen tragen, dessen Vorbild ein islamischer Mörder und Andersgläubigenverfolger war.

    Der ernstzunehmende Islamkritiker ist für einen konstruktiven Dialog auf gleicher Augenhöhe mit den Islamvertretern, an die er auch einmal Forderungen stellen darf im Verhältnis des Umgangs in islamischen Ländern gegenüber Andersgläubigen.
    Der ernstzunehmende Islamkritiker ist für ein Kopftuchverbot in öffentlichen Einrichtungen und steht auch für ein Kopftuchverbot für Schüler in öffentlichen Schulen ein, weil Verschleierung nur die Machtposition des Mannes gegenüber der Frau nach außen dokumentiert. Für die Ehre des Gottes des Islams braucht diese Verschleierung nicht getragen zu werden, sondern nur, weil die muslimischen Männer so triebhaft sind und der Gott des Islams den Männern nicht zutraut, ihre Triebe in den Griff zu bekommen.
    Der ernstzunehmende Islamkritiker fordert ein absolutes Durchsetzungsrecht des Staates für die Teilnahme von muslimischen Schülerinnen zum Schwimmunterricht, zum Klassenausflug, usw.
    Der ernstzunehmende Islamkritiker fordert Islamunterricht unter staatlicher Aufsicht mit Inhalten, die dem Zusammenleben mit Ungläubigen förderlich sind.
    Der ernstzunehmende Islamkritiker fordert ein Verbot von Koranschulen, die nicht öffentlich arbeiten.
    Der ernstzunehmende Islamkritiker fordert ein Predigtgebot in der jeweiligen europäischen Landessprache
    Der ernstzunehmende Islamkritiker fodert einen Zugang von Jedermann zu dem freitaglichen muslimischen Gottesdiensten wie es in den Kirchen üblich ist und einiges mehr.

    Ich glaube nicht, dass diese Forderungen einen Unrechtsstaat begründen würden wie Herr Dr. Weist meint. Wie immer werden Extrempositionen vertreten. Keine Kirche in islamischen Ländern – Keine Moschee in europäischen Ländern. Das ist genau so eine Extremposition wie in islamischen Ländern die Christenverfolgung durchgeführt wird und nicht nur theoretisch angedeutet wird. Wer als Islamkritker so argumentiert, fügt der Sache der Islamkritik in der Tat schweren Schaden zu, weil dann nämlich genauso argumentiert werden kann, wie Herr Dr. Weist es für diese spezielle islamkritische Sicht schlüssig tat.

    Zwischen schwarz-weiß gibt es viele Grautöne. Ich gebe ihm Recht, wenn er schreibt, dass wir zu einem Unrechtsstaat mutieren würden, wenn wir uns auf diese Stufe begeben würden wie die Führer der islamischen Staaten. Jedoch bleibt zu fragen, welche islamischen Religionsinhalte denn hier verfassungskonform sind und welche nicht, welche Inhalte unter die Religionsfreiheit fallen und welche nicht. Diese Aspekte berücksichtigt Herr Dr. Weist nicht. Eine etwas differenziertere Sichtweise hätte ich mir schon gewünscht. Ich glaube auch, dass wir Gott nicht alles allein überlassen dürfen, wenn er schreibt, dass er auf Gott vertraut in dieser Sache. Denn mit der Gnade Gottes muss der Mensch auch mitwirken. Das würde er in diesem Fall tun, wenn er den ausgrenzenden Teil der Lehre des Islams (und nur um diesen geht es doch bei jeder Islamkritik) auf den Seziertisch der Theologie und der anderen Wissenschaften legt.

    Ich bin nicht gegen den islamischen Glauben als solchem. Ich bin nur gegen die ausgrenzenden Teile der islamischen Lehre, die weltweit immer wieder Verfolgung und Leid im Verhältnis Gläubiger – Ungläubiger, Mann – Frau und Gott – Gottesbild mit sich bringt. Der islamische Glaube ist in seinen ausgrenzenden Teilen wie rechtliche Frauenunterdrückung, Hass- und Rachelegitimation eine Beleidigung Gottes. Er ist kein religiöses Monster in seinen guten Aussagen, über die der Koran auch verfügt. Dieser geistliche Spagat muss unbedingt von seiten der christlichen Kirchen klargemacht werden. Niemand will hier in Europa das Verbot der 5 islamischen Säulen für den Muslim. Jeder Muslim soll in einer repräsentativen Moschee beten dürfen. Das gebietet die Religionsfreiheit.

    Nur wenn in diesen Moscheen die herabsetzenden Unterschiede zwischen Muslimen und Kuffars gepredigt werden, wenn ein Frauenbild gepredigt und verbreitet wird, welches den europäischen Rechtsstandards zuwiderläuft, dann muss so eine Moschee geschlossen werden oder aber der Imam ausgewechselt werden. Das sind Maßnahmen, die keinen Unrechtsstaat begründen, sondern die hier in Europa dringend erforderlich sind und umgekehrt sogar den Rechtsstaat erst erhalten. Es geht nicht an, dass muslimische Führer nach außen hin sich konziliant und moderat geben und wenn dieselben Führer sich an die Muslime wenden, sie zu Scharfmachern mutieren. Es bleibt dabei: Die islamische ausgrenzende Denkweise darf hier in Europa nicht durch das Recht gedeckt werden. Das deutlich zu machen ist die Aufgabe von Islamkritikern und nicht die Abschaffung, die Vertreibung oder Hetze gegen Islam und Muslime. Das klar zu machen, wäre aber in erster Linie Aufgabe der europäischen Kirchen, die offensichtlich aus Feigheit davor zurückschrecken, den Islam als das zu sehen was er ist: nämlich das Problem.

    Ja, ich will einen Islam, der nicht Unterwerfung praktiziert, der zusammen mit allen anderen Religionsgemeinschaft zusammenarbeitet und diese nicht als minderwertige Religionen ansieht und ich will die Scharia in Europa nicht installiert sehen. Ich will einen Islam, der bereit ist, sich von seinen ausgrenzenden Glaubensinhalten vorbehaltlos und kompromisslos zu verabschieden und damit endlich in die wahre Nachfolge Gottes treten kann.

    Und ich will eine europäische Gesellschaft, die dem ausgrenzenden Islam die Zähne zieht und ich wünsche mir eine europäische Kirchengemeinschaft, die dem Islam gegenüber die alles überwindende Liebe Christi gegen den sündhaften Ausgrenzungslehrgedanken bekennt und entgegenstellt.

    Nennt man den Staat, der diese obigen Forderungen zur Grundlage seiner verfassungsrechtlichen Sichtweise machen würde, einen Unrechtsstaat, Herr Dr. Weist?

    Ich meine nicht.


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