kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Aus dem Tagebuch eines Kopten – Teil4 23. Februar 2010

Filed under: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 23:17

Trauma der Gräueltat vom 14.10.2005

  +  Am Freitag, dem. 14.10.05:

       Während tausende Moslems vor der Kirche der Heiligen „Georg und Antonius“ uns Christen mit äußerst dreckigen Parolen beschimpften, stand ich mittendrin! Genau wie ich hörten viele Kopten, die sich in den Mengen der Demonstranten vermischten, denselben Satz aus dem Mund vieler Offiziere und Soldaten der Sicherheitsgarde: „Wenn ich diesen Anzug bzw. die Uniform nicht anhätte oder im Dienst wäre, hätte ich mit ihnen die Ungläubigen beschimpft“. Gegen 19:15 fingen die verschleierten Schulmädchen, vermummten Frauen und bärtige Männer damit an, sich vor unserer Kirche in Moharem Bey zu versammeln! Zu dieser Zeit gab es lediglich nur Damen in der Kirche, da der wöchentliche Frauentreff stattfand. Aus den Hunderten wurde zehntausend wütende Demonstranten, welche mit ihren schreienden Parolen die ganze Gegend erbeben ließen. Stellen Sie sich bitte jene Szene vor oder versetzen Sie sich in unsere Lage. Mit eigenen Ohren hörte man, wie sie uns Christen beschimpften: „Das Kreuz ist ein unreines Schwein“ – „Wir werden euch diese Kirche und alle Kirchen niederbrennen“ – „Allah ist groß! Es gibt keinen Gott außer Allah – Mohamed ist wie Jesus ein Gesandter Allahs“.

 + Am Montag, dem. 16.10.05:

       Nach der stundenlangen Demonstration am Freitag, und bevor die siebentägige Frist ablief, führten die islamisten ihre Angriffe gegen die koptischen Kirchen fort. Die Kirch der Heiligen Jungfrau in derselben Straße bewarfen sie mit brennenden Flaschen und großen Steinen. Dasselbe taten sie mit der Kirche des Erzengels Michael in Ghorbal. Sicherlich kann jeder sich vorstellen, wie ein Kopte sich in diesem Niemandsland fühlte, wo die Sicherheit den Kopten nicht gewährleistet wurde, und die Sicherheitsleute entweder abwesend oder vorurteilsvoll waren. Wir Christen, welche nur dem friedlichen Jesus folgen und von ihm die Nächstenliebe und Toleranz lernten, waren diesen Extremisten hilflos und noch schlimmer schutzlos ausgeliefert, obwohl unser Herr uns mitten unter diesem Elend nicht schutzlos ließ. Die geringfügige Zahl der wachenden Soldaten konnte sich selbst nicht beschützen. Und wenn die Kirche, die sie bewachen mussten, angegriffen wurde, ergriffen sie als Ersten die Flucht, wie es sich bei den mehreren Kirche und Gemeinden ereignete.   

  + Am Mittwoch, dem. 19.10.05:

       Eine junge Frau erzählte mir: „Als die islamischen Extremisten die Nonne, Schwester Sara, und den Rechtsanwalt, Michel Kamal, mit den Messern anstachen, sagte einer der Kopten, welche gerade aus der Kirche nach einem nachmittägigen Gottesdienst rauskamen, zu einem der vor der Kirche Wache haltenden Offiziere: „Rufen Sie doch Verstärkung und benachrichtigen Sie schnell die Ambulanze“. Darauf antwortete der fromme Moslem: „Wenn ich diesen Dienstanzug nicht trüge, hätte ich die Kirche mit ihnen gestürmt und alle darin erstochen“. Als ich einer älteren Dame dabei half, die Straße zu überqueren, nachdem wir die Kirche am Ende der Messe verließen, und bevor wir den anderen Bürgersteig erreichten, hörten wir markerschütternde Schreie! Um Himmels willen, schrieen wir beide, wo wir uns bekreuzigten. Zittrig drehten wir uns um, und da sahen wir die abscheulichen Szenen. Bärtige junge Männer mit lang weißen Gewändern überfielen die Christen, die aus der Kirche kamen. In ihren Händen hatten sie Schwertern, lange Messer und Dolchen. Brutal und hasserfüllt stachen sie auf die überraschenden Christen ein. Die vom Hass erblindeten Islamisten stachen mehrere Personen an. Eine gewidmete Schwester wurde mit fünf Stichen ins Krankenhaus geliefert. Noch ein Rechtsanwalt wurde ernst gestochen, sowie ein Polizist und ein Offizier, die einen der islamischen Terroristen erwischen konnten. Es war wirklich erstaunlich, wie die Gesellschaft eine Sympathie zu den Fundamentalisten hegte. Zum Beispiel nenne man den Fahrer der Straßenbahn, mit der die Islamisten bis zur Kirche fuhren. Er machte ihnen die Türen der Straßenbahn zur Kirche auf, obwohl er in die andere Richtung fuhr; aber alles war eingefädelt und organisiert.   

  + Am pechschwarzen Freitag, dem. 21.10.05:

       Einige Läden und Apotheken der Kopten wurden in Brand gesetzt und demoliert (eine davon war die Apotheke eines koptischen Apothekers – in Eleskandarany Straße 64. – Elfady {Erlöser} Apotheke]. Die Höhe der aller radikalen Empörung erlebten wir, als wir den Nutruf anwählten! Die Kommentare, welche wir am anderen Ende der Leitung hörten!?! Einige Kommentare werde ich nie vergessen, solange ich lebe. Davon war Folgendes zu hören: „Möge Allah das Feuer mehr entfachen lassen“ – „Ihr habt hundertfach als dies verdient“ – „Wem gehört der Laden? Christ oder Moslem“? Und wenn man ständig anrief, um Hilfe zu holen, wurde einfach aufgelegt! Bei der Kirche des Erzengels Michael erzählte mir der Erzdiakon der Kirche, was er mit eigenen Ohren hörte, als die Extremisten die Kirche angreifen wollten. Der Kommandeur der winzigen Truppe sagte den Islamisten wortwörtlich: „Lasst bitte davon ab, und geht woanders irgendwas anderes zerstören! Diese Kirche muss ich bewachen, ansonsten hätte ich euch daran nicht gehindert, sondern mit euch mitmachte“. So was hörte man von einem Sicherheitsmann! Unglaublich aber leider wahr! Ein Soldat der Sicherheitsgarde sagte, der vor der Kirche Wache halten musste, in der das Bühnenwerk gespielt wurde, zu einem dienenden koptischen Ingenieur, der dabei war das vordere Tor der Kirche noch sicherer zu gestalten: „Bemühet euch nicht um diese unnötige Sicherheitsmaßnahmen! Früher oder später werden wir diese Kirche stürmen können“. Trotz diesen blutigen Szenerien erahnten wir durchaus nicht, dass wir so einen rabenschwarzen Freitag erleben würden, an dem die Frist ablief! Jawohl; die Frist, welche Kandidaten Elbadraschieny und Effat Elsadat von der Moschee „Awlad Elscheich“ aus bekanntgaben! Jene Frist vom 14.Oktober 2005 hatten wir Kopten nicht wirklich ernstgenommen. Nie im Traum hätte ich gedacht, dass jene Kandidaten – wie auch immer sie alle hießen – zu solchen intriganten Mitteln greifen würden. Dies ist zu begründen, dass das Ausmaß der Zerstörung meine schachmatte Vorstellung übertraf. Denn mit offenem Mund verfolgte ich die Ereignesse des schwarzen Tages, dessen Gleichen Alexandria sonst niemals erlebte; mindestens seitdem ich auf dieser Welt bin. 

       Gegen Mittag wollten die Moslems wie jeden Freitag um diese Uhrzeit ihre Teppiche auf der Straße verbreiten, um wie üblich zu beten, was sie ebenfalls an den Werktagen machen. {Somit wird alles lahmgelegt, als ob die Zeit stehenbleiben würde. Es geht dann nichts mehr, weil die Straßen durch die langen und breiten Teppiche gesperrt werden. Weder Autos noch Menschen können vorbei. Kurz und bündig herrscht zwangsweise Ausnahmezustand und weh demjenigen, der etwas daran auszusetzen vermag. Aus diesem Anlass bleibt einem keine andere Auswahl übrig, außer entweder zu Hause zu bleiben oder wie ich einen langen Bogen um mein Ziel zu machen. Auf alle Fälle wird man durch das ohrenbetäubende Geschrei der Moscheen wahnsinnig, deren dilettantischen Hassprediger durch die schrillen Lautsprecher unser Gehör mit ihren Suren und feindseligen Ansprachen quellen. Tja! So sieht unser Alltag in so einem fanatischen islamischen Staat aus! Dem Himmel sei dank, dass ich nicht in Saudi Arabien lebe! Ohne Witz und tot ernst: Während der fünf Gebete am Tag darf kein Geschäft offen sein. Kein Mensch darf rumlaufen. Wer kontrolliert dies? Die Ordensmänner! Wer dabei ertappt wird, eines der Gebete vernachlässigt zu haben, bekommt ihre Stöcke zu spüren, mit denen sie einem züchtigen. Noch dazu wird diese Person in der Haft bis zum nächsten Gebet bleiben, damit er dazu gezwungen wird! Danach werden die christlichen Ausländer behandelt, wie meine Freunde mir erzählten, nachdem sie an eigenem Leib solche mittelalterlichen Maßnahmen spürten}. Diese Teppiche bringen mich um den Verstand, weil ich nicht zu meinem Ziel ohne einen Bogen bzw. Umweg erreichen kann, und zwar jeden Tag – zur verschieden Uhrzeiten!?! Weil meine Arbeitsstelle sich an einer Hauptstraße befand, bekamen wir üppige Infos über die Anhäufung vor der besagten Kirche der Heiligen Georg und Antonius durch die Kunden und Passanten. Vor jener Kirche versammelten sich die Moslems aus allen Stadtteilen Alexandrias scharenweise. Ehrlich gesagt wussten wir nicht genau, weder worum es sich handelte noch was sie überhaupt von uns wollten. Es wurden Flugblätter verteilt, welche die Gemüter der fanatischen Moslems zum Kochen brachten. Es ging um ein Theaterstück, das in jener Kirche von uns, aktiven Dienerinnen und Dienern, gespielt wurde. Aber dieses Theaterstück spielten wir im September des Jahres 2003! Das heißt: vor zwei Jahren!?! Inzwischen haben wir sogar ein anderes Theaterstück im Jahr 2004 über das Massaker von Elkoscheh gespielt, das im Jahre 2000 gegen die Christen verübt wurde. Also warum ausgerechnet dieses Theaterstück und nicht das andere? Weshalb taucht die CD vom Bühnenstück gerade vor der Wahl? Und aus welchem Grund ganz gezielt in dem Bezirk, wo die NDP ihren offiziellen Koptischen Kandidaten (Maher Khela) hatte? Warum ganz systematisch während des Fastensmonats „Ramadan“? Die Fäden der dreckigen Verschwörung gegen die Kopten Alexandrias bewegte die Regierung Mubaraks, derer Bitterkeit im Gaumen aller Kopten bleiben wird. Diese gemeine Bitterkeit brachte das Oberhaupt der koptischen Kirche bei der wöchentlichen Vorlesung in der Kathedrale des Heiligen Markus zum Weinen. Der Herr Mubarak wollte seinem Sohn und Nachfolger „Gamal“ den Thron von den Abtrünnigen säubern. Zwei Mächte ließen die Muskeln tanzen. Aiman Nur mit seiner selbst gegründeten Partei „Elghad – Morgen“ und die Moslembrüder. Aiman Nur war aber sein beliebter Kontrahent, der aus dem Weg beseitigt werden musste. Daher schlug Mubarak der fanatisch verbotenen Partei „Moslembrüder“ das Geschäft vor, ihm ihre Stimmen zu geben, nachdem „Aiman Nur“ sie auf seiner Seite gewann. Der Preis dafür war 25% der Plätze im Parlament! Es gelang ihnen allerdings, diesen Deal über die Bühne zu bringen; aber mit viel Blut und Tränen, welche die Kopten vergießen mussten. Nun sitzt immer noch Herr Nur als Verräter und Abtrünnige im Gefängnis und die Moslembrüder treiben ihr Unwesen sowohl im ganzen Ägypten als auch im Bundestag!                     

      Am Samstag, dem. 22.10.05:

       Nachdem die wütenden gläubigen Moslems die evangelischen Gemeinden in Moharem Bey und allen benachbarten Bezirken gestürmt und viele von ihnen völlig demolierten, waren wir alle vor lauter Entsetzen total konfus! Zum Beispiel nehme man die evangelische Gemeinde in „Ibn Sahrun-Straße“: Die Tür des Gebäudes wurde mit Kuhfuß geknackt. Dann machten sie sich an die Zerstörung aller Sachen, die in ihrem Weg standen. Alles machten sie den Boden gleich. Nachher versammelten wir die Bibel und die liturgischen Bücher von der Straße und mussten hilflos mit eigenen Augen sehen, wie unser Heiligtum mit den Füßen getreten wurde, und mit eigenen Ohren hören, wie die Moslems über jene Zerstörung und Entweihung jubeln, wo manche Frauen sich mit Zeichen der Freude in den Balkons (Sagariet) nicht zähmen konnten. {Dies ließ mich daran erinnern, was die Moslems in manchen arabischen Ländern nach dem erschütternden Inferno vom 11. September 2001 taten! Während die ganze Welt um die Opfer der beiden Türme der „World Trade Center“ trauerte, tanzten die Moslems schadenfroh und verteilten Süßigkeiten und Kuchen auf der Straße. Wie kann man so boshaft sein? Wo führen dieser Hass und die Rachegefühle hin? Auch dann stießen die Frauen jene freudigen Rufe aus ihrem Rachen als Zeichen der Freude und Feierlichkeit nach den arabischen Sitten}!?! Nachdem sie das Erdgeschoß in Brand setzten, hinterließen die vom Staat engagierten Extremisten einen Benzinkanister. Bei der Ermittlung am nachfolgendem Tag, welche von den frommen fanatischen Moslems durchgeführt wurde, machte einer der aktiven Brüder der Gemeinde den Staatsanwalt auf jenen Kanister aufmerksam, damit er ihn als Beweismittel bei der Spurensuche betrachtet wird. Völlig gehässig und apathisch gab der fromme Staatsanwalt dem geschockten Kopten hämisch zur Antwort: „Den kannst du trinken“.

 

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