kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Das Prinzip der Entäußerung beim monastischen Leben 24. Januar 2010

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 21:28

Hl. Marina, die Asketin

Über das Prinzip der „Entäußerung“ sprach Christus, als er sagte: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht“ (Joh.12:24). Das Weizenkorn wächst, ohne dass die Menschen gesehen haben, wie es dies schaffte. Die Person aber, welche sich in Mittelpunkt stellt, damit sie die Blicke auf sich lenkt, wird bestimmt nicht fortkommen. Derjenige, der sich unter Beobachtung der anderen stellt, verbleibt ein Zwerg für immer. Hingegen wachsen die Gerechten, während alle Menschen schlafen. Diese sind doch die Glückseligen, weil sie über einen langen Atem verfügen, und von denen die anderen nichts wissen. Sie wachsen nicht nur gewöhnlich, sondern auch rasant!

       Entäußerung heißt also, dass der Mensch nicht zulässt, ein Thema für die anderen zu sein. Er soll abwehren, dass sie sich um ihn versammeln und ihn anlässlich seiner Fähigkeiten besonders behandeln, was ihm Lob, Verehrung und Ruhm bringt. Uns allen ist es bekannt, wie manche Mönche sich merkwürdig benehmen, welche die anderen erschrecken, damit sie die Blicke von sich ablenken. Dadurch versteckt einer die Gnade, die in sich innewohnt, und entkommt dem Lob der Menschen. Dies gelingt ihm, indem er von dem Rampenlicht abweicht.

       Der Psalmist „David“, der König und Prophet, sagte: „Deinen Spruch berege ich im Herzen, damit ich gegen dich nicht sündige“ (Ps.119:11). Dieses „Bergen“ wurde in der Heiligen Schrift verankert. Jesus Christus, unser Herr, ist das Leitbild eines jeden Mönches. Und wenn man das Leben Jesu Christi betrachtet, stellt man fest, dass es verborgen war! Zum Beispiel sprach er nicht viel, als er ein Knabe war. Er wirkte am Anfang fast keine Wunder, und nur als das notwendig war. Im Alter von 30 Jahren begann Christus seinen Dienst, wo er seine Gottheit in seiner Menschheit verbarg. Als Beispiel dafür erinnert man sich an die Taufe Christi. Der Heilige Geist kam im Jordan auf ihm vom Himmel herab. Glorreich sprach Gott-vater und legte Zeugnis für den Sohn ab. Danach zog Christus in die Wüste und ließ zu, dass der Hunger ihn schwächte, sodass der Teufel es wagte, ihm zu sagen: „Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird“ (Mt.4:3). Er weinte; wie er dies wegen Lazarus (Joh.11:35) und seiner Trauer um Jerusalem (Mt.23:37) tat. Wie ein normaler Mensch wurde er müde und setzte sich an den Brunnen, um Wasser zu schöpfen. Aus diesem Grund zweifelte der Teufel, ob er – Jesus Christus – tatsächlich der fleischgewordene Herr der Herrlichkeit wäre. (more…)

 

Kirche Tarsus wieder Museum

Filed under: Christenverfolgung — Knecht Christi @ 21:23

Kloster Mor Gabriel

Markierte Häuser und bedrohte Christen in Istanbul

 

 

      Nach Ende des Paulusjahres am 29. Juni 2009 erklärten die Behörden die Pauluskirche im Paulus-Geburtsort Tarsus prinzipiell wieder zum Museum. Gottesdienste müssen drei Tage vorher angemeldet, genehmigt und Besucher-Tickets bezahlt werden. Der Vorsitzende der türkischen Bischofskonferenz Bischof Luigi Padovese sieht darin eine Verschlechterung gegenüber der Zeit vor dem Paulusjahr. Ein vom 8. Juli 2009 datierter Brief vom türkischen Kultur- und Tourismusministerium hat neue Auflagen erlassen, die insgesamt für die christlichen Pilgerstätten in der Türkei gelten. Der Bamberger Bischof Schick wies darauf hin, dass in jüngster Zeit in Ankara zwei Moscheen, die auch zu Museen erklärt worden waren, für die muslimische Anbetung wieder zurückgegeben worden waren. Es stellt sich daher die Frage, warum dies nicht auch in Bezug auf Kirchen für Christen möglich sei. Die politischen Parteien in Europa und die türkischen Mitbürger in Deutschland sollen sich für die Christen in der Türkei einsetzen, forderte Bischof Schick weiter. 

       Im August 2009 „markierten“ Unbekannte die Häuser armenischer und griechisch-orthodoxer Christen in Istanbul. Die Etikettierung mit grünen und roten Schildern in den Stadtvierteln Feriköy und Kurtulus fällt mit Klagen christlicher Einwohner über vermehrte Belästigungen zusammen und erinnerte an Vorgänge im Vorfeld der Pograme gegen Christen im September 1955. Am 20. Juli wurde ein Deutscher vor der Antoniuskirche in einer belebten Fußgängerzone Istanbuls von einem vermutlich Geistesgestörten umgebracht. Am 3. August wurde ein 35jähriger türkischer Christ in Istanbul als „Missionshund“ mit einem Messer bedroht.

       Es herrscht auch Unklarheit, ob die türkische Regierung das seit 1971 geschlossene griechisch-orthodoxe Priesterseminar auf der Insel Chalki im Marmarameer dieses Jahr wieder öffnet. Wie die türkische Tageszeitung „Hürriyet“ im Juli 2009 meldete, glaubt die Regierung, ein konsensfähiges Modell für die Wiedereröffnung gefunden zu haben. Es ist die einzige Ausbildungsstätte für griechisch-orthodoxe Geistliche in der Türkei. Man kann den Erhalt des Priesterseminars in Chalki und den Umgang mit der Kirche in Tarsus als Nagelprobe für die Religionsfreiheit in der Türkei sehen. In einem Treffen mit dem griechisch-orthodoxen Patriarchen Bartholomaios am 15. August betonte Ministerpräsident Erdogan seinen Willen zur Stärkung der Minderheitenrechte.  (more…)

 

Der zweite Absatz der Verfassung

Filed under: Von hier und dort — Knecht Christi @ 21:17

Beinahe hätte man Gebrail im Geristssaal erwürgt!

Derjenige, der den Wirbel um die Religionsfreiheit in Ägypten und die Gesetze und Absätze der Verfassung, welche dies gewähren, verfolgt, bemerkt, dass dieser Wirbel in den letzten Jahrzehnten außer Kontrolle geriet. Schuld daran ist das herrschende Klima von Dominanz. Diese Überlegenheit erfüllt die Mehrheit, welche ja glaubt, dass dies ein Privileg sei, das ihnen zugesprochen wurde, was die Minderheit nicht genießen darf. Dies geschah durch die Gesetze, die das Land beschloss, und besonderes durch den zweiten Absatz der Verfassung. Noch zu erwähnen ist der weite Spagat zwischen den Texten der Verfassung und deren praktischer Umsetzung; vornehmlich was § 40 und § 46 anbelangt.

       Der Glanz dieser beiden Absätze schwindet, sobald die Moslems und Nicht-Moslems in Ägypten in Konflikt geraten, und sobald die Letzten es versuchen, Schutz unter den Fittichen dieser beiden Absätze zu suchen. Jene Misere ist damit zu begründen, dass die religiöse Interpretation das allgemeine System in Ägypten überschattet und dominiert.

       In Ägypten und gemäß der Verfassung wird das allgemeine System total anders erörtert. Denn es darf weder Gesetz, Artikel noch ein Urteil geltend gemacht werden, wenn eines davon der islamischen Schariaa widersetzen würde. Das heißt vereinfacht, dass alle Gesetze des Landes sich ausschließlich im Bann der islamischen Schariaa bewegen müssen.

       Aus diesem Anlass wurde die Behandlung unzähliger wichtigen Sachen und vor allem der Religionsfreiheit einseitig, ohne Rücksicht auf die anderen Religionen zu nehmen. Dies bedeutet in der Praxis, dass jeder es bekannt geben kann, von irgendeiner Religion zum Islam übergetreten zu haben. Das Gegenteil davon ist auf gar keinen Fall möglich! Denn das widersetzt dem allgemeinen System Ägyptens, das vom Islam nicht zu trennen ist, und das keineswegs auf den zweiten Absatz verzichten kann. Der Text dieses Absatzes lautet: “ Die offizielle Religion des Staates ist der Islam. Die Grundsätze der islamischen Schariaa sind „die hauptsächliche Quelle “ der Gesetzgebung „. (more…)

 

Ein Manifest des Wiener Akademikerbundes

Filed under: Kirche — Knecht Christi @ 21:03

Gemeinschaft der Exilkopten in Österreich

 

An

Kommission der Europäischen Union und

Informationsbüro, Europäisches Parlament

Wipplingerstraße 35

A-1010 Wien

Österreich

 

Betrifft: Protestnote und Forderungen 

1) Nach dem grauenvollen Mordanschlag am 6. Januar, im Anschluß an die koptische Christ­mette in der oberägyptischen Stadt Naag Hamady, bei welchem vom muslimischen Mob sieben unschuldige Personen getötet und viele weitere Christen schwer verletzt wurden und das Friedensfest der Geburt Christi in ein blutiges Massaker pervertierte, wenden wir uns an die politischen Verantwortungsträger in der EU-Kommission und im Europäischen Parlament.

2) Das geistige Unterfutter der eskalierenden Christenverfolgung in Ägypten ist leider ein immer radikaler werdender Islam, wie er etwa in der Fatwa des bekannten sunnitischen Gelehrten Jusuf al-Qaradawi deutlich wird. Dort heißt es, daß das christliche Weihnachtsfest „haram“ (unrein) und daher in islamischen Ländern nicht zuzulassen sei. (more…)