kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Pater Johannes Elbaramosy – Zehnter Jahrestag 18. Januar 2010

Filed under: Kirche — Knecht Christi @ 12:29

Gergis Boktor Gayed, der später nach seinem Eintritt ins Kloster den Namen „Johannes Elbaramosy“ erhielt, wurde am 01. Februar 1947 in Assiut geboren. Sein Vater arbeitete als Schriftführer bei der Polizei. Gergis erhielt in seiner Kindheit einen besonderen Segen vom Heiligen Bischof Abraham von Faium. Seine Mutter liebte von ganzem Herzen die gnadenvollen Tätigkeiten, die freigiebigen Gaben und die wahrhaftige Fürsorge für die Bedürftigen. Demgemäß wuchs er schon als Kind in einer gesegneten Atmosphäre auf.    

       Als er später etwas älter wurde, war er nach seiner Weihe zum Ministranten als Kirchendiener in der Kirche des Heiligen Markus in Heliopolis tätig. Nachdem er seine Reife-prüfung abschloss, widmete er sich dem Studium der deutschen Sprache an der Sprachen-fakultät und später dem Studium der Theologie. Er betreute Studenten der Sprachwissenschaft, welche sich als Gruppe des Heiligen Johannes Goldmund bezeichneten. Er war ein exzellenter Student und schloss sein Studium der Sprachwissenschaften im Jahre 1969 mit großartigem Erfolg ab. Herr Gayed erhielt aufgrund seiner hervorragenden Leistungen ein Auslands-stipendium vom Staat (mit einer Laufzeit von einem Jahr) nach Deutschland für ein Praktikum in dem Sozialleben, um dort seine Kenntnisse der deutschen Sprache zu perfektionieren.

       Gergis Gayed machte sich während seines Studiums oft auf den Weg, um nach dem Wohlbefinden seiner Freunde zu fragen. Dabei kümmerte es ihn nicht, welcher Religion diese Freunde angehörten, oder auf welchem sozialen oder wissenschaftlichen Niveau sie standen. Er ergriff eine gewisse Zeit im Laufe seines Lebens den Beruf des Touristenführers für deutschsprachige Touristen. Im Zuge dieser Tätigkeit, baten ihn einige dieser Touristen um ein Zusammentreffen mit dem damaligen Papst Kyrillos VI [dem 116], um dessen Segen zu erlangen. Daher begleitete er diese Besucher zum Heiligen Papst Kyrillos VI. Als dieser ihn sah, blickte er zu einem seiner Jünger und sagte zu diesem, dass dieser Bruder (er meinte damit Gergis) zum Priester geweiht würde, und dass man ihn Zachäus nennen und nach Deutschland schicken würde. Später erfüllte sich tatsächlich diese Prophezeiung des Papstes.

       Am 1. Juli 1976 {das war auch der Gedenktag des Heiligen Mose, dem Schwarzen} ging Gergis Gayed und ein anderer Mann namens Salama Kaiser, der ebenfalls die Absicht hatte, ins Kloster einzutreten, in Begleitung seiner Heiligkeit Papst Schenuda III zum Baramos-Kloster in Natrontal. Am 22. Juli 1976 weihte seine Heiligkeit Papst Schenuda III selbst diese beiden zu Mönchen und gab Gergis den Namen Johannes Elbaramosy und Salama Kaiser den Namen Schenuda Elbaramosy, welcher derzeit in unserer koptischen Kirche in Washington dient.

       Der Mönch Johannes Elbaramosy wurde darauf am 26. Juli 1976 zum Priester geweiht. Als seine Heiligkeit Papst Schenuda III im September des Jahres 1976 aus Alexandrien von seinem Besuch zurückkehrte, welchen er gewöhnlich regelmäßig alle zwei Wochen abstattet, machte er einen kurzen Halt beim Kloster des Heiligen Bischoy und beim Baramos-Kloster, um dort einen kurzen Besuch abzustatten. Seine Heiligkeit nahm dann den Priester Johannes Elbaramosy mit, um ihn nach Wien zu schicken, damit er die dort beheimateten Kopten als Seelsorger betreut. Er wurde von seiner Heiligkeit wegen seiner ausgezeichneten Kenntnisse der deutschen Sprache und seines bekannten Fleißes in dem kirchlichen Dienst auserwählt.

       Im Oktober des Jahres 1976 kam Pater Johannes Elbaramosy schließlich in Wien an und begann sich seinem Dienst voller Leidenschaft, Demut und Selbsthingabe in Liebe zu widmen. Er diente den koptischen Christen in vielen Bundesländern Österreichs, wie beispielsweise Wien, Graz, Linz, Innsbruck und Salzburg. Er gründete in Wien die Kirche der Heiligen Jungfrau Maria von Zeitun, in Graz die Kirche des Heiligen Johannes des Täufers, in Linz die Kirche des Erzengels Michael und in Innsbruck die Kirche des Heiligen Abba Rewes. 

       Während seiner gesamten Dienstzeit, bis zu seinem Ableben, lebte er im Schottenstift der Benediktiner (Benediktisches Mönchtum geht auf den Heiligen Pachomius und seinen Regeln zurück) in Wien. In diesem Kloster hielt er sich auf, um sein Mönchtumsleben auch außerhalb seines ursprünglichen Klosters in Ägypten {Baramos-Kloster – im Natrontal} weiterführen zu können.

       Die Stiftung „Pro Oriente“ verlieh Pater Johannes Elbaramosy ein Stipendium, um seinen Magistergrad zu erlangen. Er wollte seine Magisterarbeit über die gegenwärtige von einer Erneuerung des Mönchtums ausgehende Reformbewegung in der koptischen Kirche unter der Betreuung von Professor Suttner schreiben. Des Weiteren diente er den Kopten in Schweden, Schweiz, Deutschland, Dänemark und Ungarn. Er wählte sich in jeder Stadt jemanden der ihn vertritt und zwei als seine Gehilfen, um den Dienst im Allgemeinen in Ordnung zu halten.

       Am Freitag, dem 17. Februar 1978, sandte seine Heiligkeit Papst Schenuda III, den Bischof Agathon von Ismailia stellvertretend für ihn zum Kloster des Heiligen Paul am roten Meer, um den Priester Johannes Elbaramosy zum Erzpriester zu weihen. Im Jahre 1988 ließ Gott zu, dass er einer harten Prüfung unterzogen wird. Pater Johannes Elbaramosy erkrankte an einer enormen Taubheit, grenzenden Schwerhörigkeit, die mit einer ständigen unangenehmen Wahrnehmung eines Piepsens und einer Gleichgewichtsstörung einherging. Er ertrug diese Symptome und Schmerzen zwölf Jahre lang mit Geduld und hörte nicht auf, seiner anvert-rauten Verwaltung Tag und Nacht zu pflegen, um seinen Dienst treu für Gott zu erfüllen. 

       Am Freitag, dem 21. Januar 2000, verspürte er während seines letzten spirituellen Besuches einer Familie eine starke Müdigkeit, weshalb er zu seiner Zelle im Schottenstift der Benediktiner zurückkehrte. Ein Mitglied der koptischen Kirchengemeinde wartete im ersten Stock auf ihn. Aufgrund seiner übermäßigen Erschöpfung verlangte er von einem Mönch des Klosters, hinunterzugehen und die auf ihn wartende Person heraufzuschicken. Als jene Person auf dem Weg zur Zelle von Pater Johannes Elbaramosy war, hörte sie schon von weitem wie Pater Johannes sehr schwer atmete. Als die Person bei ihm angekommen war, fand sie ihn auf dem Boden kniend und sterbend auf. Es wurden in drei Kirchen Trauergebete für Pater Johannes gesprochen, und zwar in Wien, in der Kirche des Heiligen Markus in Heliopolis und im Baramos-Kloster, wo sie seinen Leichnam auch in die Grabstätte des Klosters brachten, in der ebenfalls andere verstorbene Klosterväter begraben sind. Seine Gebete seien mit uns, Amen.

 

Mehr über den Gründer der koptischen Kirche Österreichs erfahren Sie im Buch „Ihr seid das Licht der Welt“, welches man bei der koptisch-orthodoxen Diözese Österreichs erwerben kann.

 

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