kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Die Jungfräulichkeit der Heiligen Maria – Teil II 30. Dezember 2009

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 11:49

Jungfräulichkeit und Gottheit Christi: Diese jungfräuliche Geburt, welche nur ein einziges Mal und nie wieder passierte, ist an sich ein Beweis für unseren Glauben an die Person Jesu Christi. Sie beweist, dass er nicht aus dieser Welt ist, sondern der Sohn Gottes, der aus den Höhen kommt. Dies wird durch die Verkündung des Erzengels Gabriel klar, als sie selbst die Frage stellte: „Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden“ (Lk.1:34,35). Darum wurde diese jungfräuliche Geburt zu einem wesentlichen Bestandteil des Glaubensbekenntnisses in der frühen Kirche. Dies war der Fall, nicht weil sie über die Heilige Maria berichtete, sondern weil sie die Person Jesu Christi und dessen Natur offenbarte. Zum Beispiel erwähnen wir, was im Glaubensbekenntnis nach dem Hl. Hippolytus (um 215 n. Chr.) vorkam. „Glaubst du an Jesus Christus, den Sohn Gottes, der durch den Heiligen Geist von der Jungfrau geboren wurde“? Auf diesen Beweis stützen sich die Bekenner – wie Justin und Ethnagoras – bei ihrer Verteidigung des christlichen Glaubens.

       Heiliger Ignatius (Antiochiens Bischof, der im Jahr 110 n. Chr. den Märtyrertod erlitt) verkündete diesen Beweis. Dabei erläuterte er, dass die jungfräuliche Geburt eines der wichtigsten Geheimnisse darstellt, die sich auf Christus beziehen und zu seinen Tagen der Welt offenbart wurden. Darüber sagte er: „Die Jungfräulichkeit Maria’s, dass sie das Kind gebar, und der Tod des Herrn…diese drei Geheimnisse wurden dem Herrscher dieser Welt vorenthalten. Sie wurden ganz offensichtlich offenbart. Allerdings wurden sie durch Verschwiegenheit Gottes vollendet“. Kurz und bündig kann man sagen, dass die Lehre seitens der jungfräulichen Geburt in ihrem Wesen ein anschauliches Zeichen für das Geheimnis der Fleischwerdung ist. Sie bestätigt, dass Jesus Christus ein wahrer Sohn einer wahren Mutter ist, der nicht durch menschliche Pflanzung empfangen wurde, sondern durch den Heiligen Geist. Demzufolge ist er der „Menschensohn“. Freilich war er frei von der Sünde, weil er vollkommen ist, und wurde zum Herrscher einer erneuerten Generation.

Jungfräulichkeit und unser Heil: In sich verbirgt die Jungfräulichkeit der Heiligen Maria geistliche Prinzipien, die mit unserem Heil zusammenhängen. Außerdem zeigt sie unsere Rolle bei der Erlösung. Davon führen wir Folgende an:

{1} Gott kam zu uns von einer Jungfrau geboren. Sie empfing ihn ohne menschliche Pflanzung. Seine Vereinigung mit uns war nicht die Frucht einer menschlichen Bemühung oder individuelle Verdienste, sondern eine göttliche Gnade, die uns gegönnt wurde. Dies war das Werk der generösen und freien Liebe, welche wir von Gott geschenkt bekamen. Meiner Meinung nach ist die Jungfräulichkeit der Heiligen Maria ein Zeichen für die Armut und eigene Beschränktheit des Menschen, sich selbst zu erlösen und sich eigenhändig mit seinem Erlöser zu vereinigen.

{2} Hingegen führt die Jungfräulichkeit der Heiligen Maria keinesfalls zur Passivität im geistlichen Leben. Denn Gott drängte sich nicht in ihren Schoß und sie empfing ihn nicht gegen ihren eigenen Willen. Sie spielte dabei eine positive Rolle, und zwar durch ihre Akzeptanz. Gott bat sie darum, und als sie demütig und gehorsam einwilligte, geschah die göttliche Fleischwerdung durch Gottes Gnade, die umsonst gegönnt wurde.

{3} Die Geburt Jesu Christi von der Heiligen Jungfrau, die ein Muster der neuen Kirche darstellt, bestätigt das Himmelreich, welches in Christus offenbart wurde. Denn die Jungfräulichkeit (Keuschheit) ist die kennzeichnende Eigenschaft des Himmels, während die Ehe sich auf die gegenwärtige Welt allein bezieht. Die Ehe und das, was mit ihr verbunden ist (wie Erzeugen der Kinder), garantieren die Kontinuität des Lebens auf Erden durch die Fortführung der Generationen. Im Himmel aber existiert der Tod nicht. Deswegen sind die Ehe und Gebären der Kinder nicht mehr nötig, um die Kontinuität des Lebens dort zu sichern. Insofern wird die Keuschheit die Eigenschaft aller Menschen im Himmel sein. 

       Folglich führt die Jungfräulichkeit der Heiligen Maria, während der Fleischwerdung des Sohnes Gottes, zum Gründen des Himmelreiches auf himmlischer Basis inmitten des menschlichen Geschlechtes. Somit wurde das Volk Gottes zum neuen Leben gerufen. Es wurde zum Ausüben der Keuschheit des Herzen, Intellekts und der Seele durch das Vereinen mit Gott in Jesus Christus; dem keuschen Bräutigam gerufen. Dies ist das Bild der Kirche des neuen Testaments, deren aller erstes und vorbildlichstes Mitglied die gebenedeite und makellose Heilige Jungfrau Maria wurde.

{Aus dem Buch: Die Heilige Maria aus orthodoxer Sicht – Beten Sie für den Buchdruck}

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s