kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Das vermeintliche Judasevangelium 28. Dezember 2009

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 11:36

Von seiner Exzellenz Jugendbischof Mussa     

{A} Die Vorgeschichte des Manuskriptes: Sie begann, als die Papyrusrollen und Manuskripten im Jahre 1972 in „Nagaa Hamadi“ entdeckt wurden. Darunter befand sich das Manuskript dieses verfälschten Judasevangeliums in koptischer Sprache. Dieses Manuskript war auf Papyrus in Form eines Heftes (Codex – ein Bündel von etlichen Papyri). Dies deutet darauf hin, dass es auf das 3. Jahrhundert zurückgeht. Denn das Niederschreiben in Form einer Rolle war in den Jahrhunderten zuvor üblich. Bekanntlich war der Papyrus verarbeitetes Schreibmaterial, welches aus dem Mark der Papyrusstaude zu Blätter und Rollen gewonnen wurde. Aus dieser Pflanze wurde das Wort „Papier“ abgeleitet. Dies demonstriert, wie die alten Ägypter die Ersten dabei waren, welche die Blätter und das Verzeichnen darauf entdeckten. Nach dem Fund dieses Manuskriptes durch die Bauer verkauften diese es an Antikenhändler. Die gierigen Monumentshändler wanderten mit jenem Manuskript herum, um den besten und höchsten Preis dafür zu gewinnen. Während dieser langen Reise wurde dieses Manuskript in einem Safe einer der Banken für lange Jahre verwahrt. Inzwischen verschlechterte sich der Zustand des Manuskriptes, welches sich zerrupfte und zerriss. Am Ende bekamen es die Wissenschafter, die anfingen, es mühevoll wie ein Puzzle zusammenzusetzen, um nachher zur Erkenntnis zu erlangen, dass es sich um das vermeintliche Judasevangelium handelt.

{B} Die Vorgeschichte des vermeintlichen Judasevangeliums: Im zweiten Jahrhundert verfasste die religiöse Bewegung der Gnosis eine Reihe von den Evangelien. Die Gnostiker waren Häretiker, die das Christentum angriffen und versuchten, ihm entgegenzustellen. [Die Gnosis heißt im Griechischen übersetzt: Die Erkenntnis. Die Gnostik ist die Lehre der Gnosis oder des Gnostizismus]. Die Beispiele dafür sind das Magdalenen – Philippus – Thomas – und Judasevangelium. Etwa um 150. n.Chr. wurden diese verfälschten Evangelien in griechischer Sprache verfasst. Die Übersetzung in die koptische Sprache wurde um 300. n.Chr. unternommen. Dieses übersetzte Exemplar ist das Manuskript, welches die Bauer in den Siebzigern in Nagaa Hamadi aufgefunden hatten.

       Vom Anfang an lehnte die Heilige Kirche solche verfälschten und unterjubelten Evangelien ab, welche von den gnostischen Häretikern erdichtet wurden. Die Kirche fügte solche falschen Evangelien auch der Heiligen Bibel nicht bei, die sie uns von Generation zu Generation überlieferte und aushändigte; von der Tabelle Mouraturis im Jahre 150. n.Chr. bis zum Glaubensbekenntnis des Heiligen Athanasius in Näkiaa.

       Die Gnostiker glaubten an die Varietät der Götter, welche gleichzeitig nicht gleichrangig waren. Eine von diesen Häretikern stammende Gruppe, namens „Kainer“ (abgeleitet vom Kain, der seinen Bruder Abel tötete), hielt den Gott der Juden für böse, weil er viele Gerechten wie Kain, Sodom und Gomora und die Korachiter bestrafte. Über dieses putative Evangelium haben bereits der Lyoner Bischof Irenäus um 180. n.Chr. und der Heilige Athanasius, der Apostolische, im vierten Jahrhundert berichtet. Die beiden Heiligen Gelehrten lehnten das Judasevangelium ab, und beschrieben es als falsch und voller Irreführungen.

{C} Das Wichtigste an jenem Manuskript: Das Relevanteste daran ist die Behauptung, dass der Herr, Christus, Judas (den Verräter) zur Seite nahm. Der Herr soll ihm gesagt haben, dass er ihm mit den Geheimnissen seines Reiches einweihen wird, was er mit dem Rest seiner Jünger nicht täte! Warum eigentlich!?! Eines der Geheimnisse war, dass Judas ihn an die Juden ausliefern wird, die Christus kreuzigen werden. Somit legt Christus den Menschen ab, der an ihn haftet. Ebenso wird seine Seele sich von dieser Last befreien (Gottheit und Menschheit: Dies ist eine nestorische Denkweise). Laut dieses Manuskripts soll Christus ebenfalls gesagt haben, dass er ihn über all den Aposteln erheben. Die Generationen werden ihn für einen Verräter halten, aber es ist „halb so wild“. Er sollte sich daraus nichts machen, zumal er eine Abmachung erfülle, die grundsätzlich belangreich für unser Heil sei; und zwar die Auslieferung des Herrn an die Juden!

{D} Die Unwahrheit im Manuskript: Durch die Logik und aus den beiden Testamenten, Altem und Neuem, vermögen wir die Falschheit dieser Behauptung zu beweisen.

[1] Durch die Logik: 

(a) Wie ist es möglich und plausibel, dass Jesus nur einen seiner Jünger auserwählt, um ihn die Geheimnisse des Reiches zu verraten, während der Rest im Dunkeln ertappt? Was macht das für Sinn? Welche Weisheit mag dahinter stecken sollen?

(b) Wie kann Christus, der Herr, die Menschheit und die Kirche daran glauben lassen, dass Judas ein Verräter ist, während die Auslieferung eine getroffene Abmachung mit ihm war? Täuscht Gott seine Kinder für lange Jahrhunderte? Warum soll er dies tun?

(c) Warum nahm sich Judas durch Erhängen das Leben, nachdem er Jesus Christus an die Juden auslieferte, obwohl er lediglich die Vereinbarung erfüllte; und zwar sehr zuverlässig, wie dieses Manuskript aussagt? Er sollte stattdessen doch glücklich sein, weil er sich an die Abmachung hielt, und die Belohnung Christi erwarten, dass Christus ihn über allen Jüngern erheben wird!

[2] Aus dem neuen Testament: Gemäß der Gespräche Christi über Judas war es sonnenklar, dass er ihn ausliefern wird, was als ein Verrat bewertet wurde. Davor warnte Christus ihn mehrmals bis den Moment der Auslieferung. Der Herr warnte ihn davor, dass er zugrunde wegen dieses Verrats gehen wird. Hier sind ein paar Beweise dafür:

+ (Joh.13:10,11): „Auch ihr seid rein, aber nicht alle. Er wusste nämlich, wer ihn verraten würde. Darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein“.

+ (Joh.13:26,27): „Der ist es, dem ich den Bissen Brot, den ich eintauche, geben werde. Dann tauchte er das Brot ein, nahm es und gab es Judas, dem Sohn des Simon Iskariot. Als Judas den Bissen Brot genommen hatte, fuhr der Satan in ihn. Jesus sagte zu ihm: Was du tun willst, das tu bald!“.

+ (Joh.13:2): „Der Teufel hatte Judas, der Sohn des Simon Iskariot, schon ins Herz gegeben, ihn zu verraten und auszuliefern“.

+ (Joh18:2-5): „Auch Judas, der Verräter, der ihn auslieferte, kannte den Ort (Getsemani), weil Jesus dort oft mit seinen Jüngern zusammengekommen war. Judas holte die Soldaten und die Gerichtsdiener der Hohenpriester und der Pharisäer. Sie kamen dorthin mit Fackeln, Laternen und Waffen. Jesus, der alles wusste, was mit ihm geschehen sollte, ging hinaus und fragte sie: Wen sucht ihr? Sie antworteten ihm: Jesus von Nazaret. Er sagte zu ihnen: Ich bin es. Auch Judas, der Verräter, stand bei ihnen“.

+ (Joh.6:70): „Jesus erwiderte: Habe ich nicht euch, die Zwölf, erwählt? Und doch ist einer von euch ein Teufel“.

+ (Mt.26:14-16): „Darauf ging einer der Zwölf namens Judas Iskariot zu den Hohenpriestern und sagte: Was wollt ihr mir geben, wenn ich euch Jesus ausliefere? Und sie zahlten ihm dreißig Silberstücke. Von da an suchte er nach einer Gelegenheit, ihn auszuliefern“.

+ (Mt.26:21-25): „Und während sie aßen, sprach er: Amen, ich sage euch: einer von euch wird mich verraten und ausliefern. Da waren sie sehr betroffen, und einer nach den anderen fragte ihn: Bin ich es etwa, Herr? Er antwortete: Der, der die Hand mit mir in die Schüssel getaucht hat, wird mich verraten. Der Menschensohn muss zwar seinen Weg gehen, wie die Schrift über ihn sagt. Doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird. Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre (ein Zeichen für die ewige Verdammung Judas). Da fragte Judas, der ihn verriet: Bin ich es etwa, Rabbi? Jesus sagte zu ihm: Du sagst es“.

       Durch all diese Versen wird uns den Verrat Judas an seinen Meister und seine ewige Austilgung und Verdammnis klar. Deutlich wird es ebenfalls, dass Christus, der Herr, keine Abmachung mit ihm traf, dass er ihn an die Juden ausliefern sollte.

 

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