Wie ist Gott?
Diese Frage bewegt die Menschen schon seit biblischen Zeiten.
“Frage doch das Vieh, das wird dich’s lehren, und die Vögel unter dem Himmel, die werden dir’s sagen, und die Fische im Meer werden dir’s erzählen“.
Dieser Rat des Hiob spiegelt die menschliche Sehnsucht, Gott bildhaft zu erfassen, ihn sich begreiflich zu machen.
Sprache lebt seit jeher durch Bilder und Vergleiche; sie erklären Gott und die Welt verständlicher als theologische Gedankengänge. Dennoch warnt das Bilderverbot in der Bibel: “Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist” (2. Mose 20,4). Das Gebot mahnt, anzuerkennen: Gott ist größer als jedes Bild, das sich Menschen von ihm machen, auch als jedes Tierbild. Wer das berücksichtigt, darf sich auch heute getrost von den tierischen Bildern für Gott anrühren lassen. Und zum Beispiel das Kirchenlied “Lobe den Herren” mitsingen, “der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet… in wieviel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet!”
Stier, goldenes Kalb und Bilderverbot
2. Mose 32,8; 1. Könige 12,28f: In biblischen Zeiten galt der Stier als Symbol der Kraft und der Fruchtbarkeit und war daher besonders geeignet, Gottes Macht und Überlegenheit zu beschreiben. Aus diesem Grund ließ König Jerobeam I. eines Tages in den Heiligtümern Stierbilder als eine Art Fundament für den Thron Gottes aufstellen. Das führte schnell zu einem Problem: In der Nachbarschaft der Israeliten gab es Menschen, die den Götzen Baal in Form von Stierbildern anbeteten. Plötzlich bestand Verwechslungsgefahr – und zwar weniger zwischen Baal und dem israelitischen Gott als zwischen dem unsichtbaren Gott und dem Stierbild. Vor einer solchen Verwechslung warnt auch die Erzählung vom goldenen Kalb: Während Mose auf dem Berg die Zehn Gebote empfing, wurden die Israeliten unzufrieden. Sie wollten endlich etwas Greifbares haben, fertigten ein goldenes Stierbild an und verehrten es als Gott. “Als Mose aber nahe zum Lager kam und das Kalb und das Tanzen sah, entbrannte sein Zorn und er … nahm das Kalb … und ließ es im Feuer zerschmelzen.” “Du sollst dir kein Bildnis machen”, fordern die Zehn Gebote, denn vielleicht ist Gott stark wie ein Stier, aber ein Stier ist er nicht. Zitat: “Sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht und haben’s angebetet und ihm geopfert und gesagt: das ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägyptenland geführt hat“.
“Wie ein Adler ausführt seine Jungen”
Psalm 91,4; 5. Mose 32,11; Matthäus 23,37: Häufig wird Gott in der Bibel mit Vögeln verglichen, die für ihre Jungen sorgen und sie unter ihren Flügeln in Schutz nehmen. In einem Lied beschreibt Mose, wie Gott einem Adler gleich auf Jakob achtgegeben habe: “Wie ein Adler ausführt seine Jungen und über ihnen schwebt, breitete er seine Fittiche aus und nahm ihn und trug ihn auf seinen Flügeln”, heißt es da. Und Jesus ruft den Menschen entgegen: Wie oft habe ich euch “versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt!” Dabei ist es doch so eine schöne Vorstellung: Unter Gottes Flügeln können wir sichere Zuflucht finden – wenn wir wollen. Zitat: “Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln“.
“Und er wird brüllen wie ein Löwe”
Hosea 11,10f; Hosea 5,14; Hiob 10,16 : Der Löwe als Symbol für Mut und Kraft und vor allem sein Gebrüll dienten ebenfalls oft zur Beschreibung des göttlichen Handelns. Ein solches Löwengebrüll kann sowohl Gottes freundlich-machtvolle als auch seine zornige Seite zum Ausdruck bringen. Einerseits verkündet Hosea: “Alsdann wird man dem Herrn nachfolgen, und er wird brüllen wie ein Löwe. Und wenn er brüllen wird, so werden zitternd herbeikommen seine Söhne … und ich will sie wieder wohnen lassen in ihren Häusern, spricht der Herr.” Andererseits kann das Gebrüll auch sehr unangenehme Folgen ankündigen: “Ich bin für Ephraim wie ein Löwe und für das Haus Juda wie ein junger Löwe. Ich zerreiße sie und gehe davon; ich schleppe sie weg und niemand kann sie retten.” Gott kann wie ein Löwe sein, machtvoll-beschützend aber manchmal auch erschreckend zornig. Zitat: “Und … so würdest du mich jagen wie ein Löwe und wiederum erschreckend an mir handeln”.
… und andere wilde Tiere
Klagelieder Jeremias 3,10; Hosea 13,7f : Mit Hilfe weiterer Raubtiere führt die Bibel drastisch vor Augen, dass Gott nicht immer nur ein “lieber Gott” ist: “So will ich für sie wie ein Löwe werden und wie ein Panther am Wege auf sie lauern. Ich will sie anfallen wie eine Bärin, der ihre Jungen genommen sind, und will ihr verstocktes Herz zerreißen und will sie dort wie ein Löwe fressen; die wilden Tiere sollen sie zerreißen”, droht Gott den unbelehrbaren Menschen durch den Propheten Hosea. Zitat: “Er hat auf mich gelauert wie ein Bär, wie ein Löwe im Verborgenen“.
Der Heilige Geist als Taube
Matthäus 3,16: Neben dem Adler und der Henne symbolisiert noch ein weiterer Vogel einen Aspekt Gottes. Die Taube ist nicht nur ein Zeichen des Friedens, sondern auch für den Heiligen Geist, eine der drei “Personen” oder Erscheinungsweisen Gottes. Im Matthäusevangelium werden die Geschehnisse bei der Taufe Jesu folgendermaßen beschrieben: “Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen.” In manchen Kirchen schmücken noch heute zu Pfingsten hölzerne Tauben den Raum. Zitat: “Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren.”
Jesus, das Lamm Gottes
Johannes 1,29; 1. Korinther 5,7: In biblischer Zeit dienten Lämmer als Opfergabe. Beim Passafest zum Beispiel wurden Lämmer geopfert. Diese Vorstellung greift Paulus im Brief an die Korinther auf, wenn er betont: “Denn auch wir haben ein Passalamm, das ist Christus, der geopfert ist.” Da wird Jesus Christus zum Lamm, das durch seinen Kreuzestod die Sünden der Menschen auf sich genommen hat. Was für ein Gegensatz zum brüllenden Löwen – und doch immer der eine Gott. Zitat: “Am nächsten Tag sieht Johannes, dass Jesus zu ihm kommt, und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt”!
{Quelle: www.evangelisch.de – Zum Weiterlesen: Schroer, Silvia; Die Tiere in der Bibel. Eine kulturgeschichtliche Reise. Freiburg/Brsg. Herder 2010 Von Sonja Poppe - Sie (31), hat Religionspädagogkik studiert und ein abgeschlossenes Referendariat, lebt bei Osnabrück und arbeitet als freie Autorin zu theologischen Themen}.
Eine wunderbare aufgelistete Tiersymbolik durch die biblische Zeitgeschichte.
Es fällt auf, dass im AT noch Raubtiere als die Stärksten, die Gewaltigsten, als die Anführer der tierischen Fresskette als Symbolik eine größere Rolle spielten als im Neuen Testament. Sie deuteten auf die Macht, auf die Allmacht Gottes hin. Im NT erscheinen da plötzlich ganz andere Tiere: Da wird die Tiersymbolik auf Tiere gerichtet, die auf unserem Teller landen, aber schön und niedlich aussehen, wie Taube und Lamm. Die Tiersymbolik in Bezug auf das Verständnis zu Gott hat aber einen Haken.
Die Schlange des AT war schon immer dem Satan und seinem Anhang zugedacht. Da gab es keine Verwechslung. Aber der Löwe, der im AT noch Gottes Stelle symbolisch vertrat, hat in der Offenbarung einen ganz anderen Methaphernstellenwert: Offbg. 12, 9.; Die Offenbarung ruft warnend aus, dass der Teufel “umhergeht wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge.”
Ja, was denn nun: Der Löwe als Gottes Symbol oder als das tierische Symbol des Satans. Da sind wir bereits symbolisch in einer Zwickmühle. Darum können wir uns auf Tiersymbolik nicht hunderprozentig verlassen, so schön es auch wäre. Damit bestätigt sich das “Bilderverbot”. Gott kann eben nicht in der Tiefe seines Seins mit irdischer Denkweise weder in Bildern, in Texten, nicht einmal in der hohen Kunst der Musik vollendet dargestellt werden. Selbst die besten theologischen Texte erfassen Gott nicht in seiner unendlichen Liebe, in seinem Denken. Als Beispiel führe ich Thomas von Aquin an: Ab dem Nikolaustag 1273 – der Überlieferung nach auf Grund eines mystischen Erlebnisses – weigerte er sich, weiter zu schreiben: “Alles, was ich geschrieben habe, erscheint mir wie Spreu, verglichen mit dem, was ich geschaut habe”. Wow, ein großes Wort zur rechten Zeit. Gott können wir nicht fassen, ist die Lehre aus dieser Lebensszene des großen Kirchenlehrers.
Um allen Verwirrnissen aus der Tiersymbolik und Bilderverbotszenarien aus dem Wege zu gehen und uns auf sicheres Terrain zu Gott zu begeben:
Dafür haben wir ja Jesus.
Johannes 14, 1 ff.: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich (in einem Atemzug, er sagt: “nicht mir” oder “glaubt meinen Worten” als Propheten)…, Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich… Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Ich bin im Vater und der Vater in mir, usw..
Dann Matthäus 5 43 ff. Feindesliebe, deren Vollkommenheit Jesus in direkten Bezug zum Vater setzt.
Die Selipreisungen, die sozusagen die technischen Ausführungsbestimmungen der alttestamentarischen 10 Gebote sind. Kein leichter Weg. Ein harter und beschwerlicher Weg für Menschen, die Jesus nachfolgen wollen. Die Armen vor Gott (demütigen), die Trauernden, die Gewaltablehner, die Gerechtigkeitshungernden, die Barmherzigen, die mit reinem Herz ausgestattet sind, die Friedensstifter sind Anwärter für den Himmel. Ist das zu befolgen nicht schon schwer genug, setzt Jesus noch “einen drauf”: Verfolgung erleiden a) um der Gerechtigkeit willen und b) um Jesu willen. Wahrlich alles nicht einfach und mal eben so aus der rechten Hand zu schütteln. Dieses Voraugenhalten ist ehrlich, macht uns nichts vor. Mit diesen Seligpreisungen gibt Jesus andererseits zu erkennen, wie Gott ist, wie er denkt. Mit den Seligpreisungen beschreibt Jesus das Idealbild Gottes. Darauf achtet er. Das ist seine Formel. Wir können die Beweggründe, die jemanden die Seligpreisungen befolgen lässt, bestens erkenntnistheoretisch nachspüren. Die Liebe, dessen Begriff hier auf Erden so vielfach verbogen, verdeutet, profanisiert und verlogen dargestellt wird. Bei Gott ist die Liebe in Reinheit im Denken und Handeln gefragt.
Angesichts dessen vertrauen wir, so schön und wirkungsvoll die Tiersymbolik als Methapher für Gott auch ist, doch lieber den Worten und Taten unseres Herrn Jesus. Christus. Da sind wir auf der sicheren Seite.
Der Löwe kann uns in die Irre führen.
Gesegneten Sonntag Euch allen
und Knecht Christi !!! Gottes Schutz durch seine Engeln sei uns gnädig.
Wie ist Gott?
,allmächtig und verherrlicht in seinem Werk….
Frage: “Was sind die Eigenschaften Gottes? Wie ist Gott?”
Antwort: Bei der Beantwortung dieser Frage sind wir glücklicherweise in der Lage zu sagen, dass wir viel über Gott erfahren können! Wer diese Erklärung näher untersuchen will, mag es hilfreich finden, sie zuerst einmal ganz durchzulesen und dann beim zweiten Lesen die ange-gebenen Bibelstellen zum besseren Verständnis nachzuschlagen. Die Schriftstellen sind notwendig, denn ohne die Autorität der Bibel wären die Zusammenstellung von Worten nur menschliche Meinung, die in sich selbst Gott oft falsch versteht (Hiob 42,7). Es ist völlig ungenügend zu sagen, es sei wichtig, Gott einfach zu verstehen! Wenn wir nicht wissen, wer Gott ist, setzen wir falsche Götter ein, jagen ihnen nach und beten sie an gegen seinen Willen (2. Mose 20,3-5).
Nur was Gott über sich selbst offenbart, kann man wissen. Eine der Attribute oder Eigenschaften Gottes ist “Licht”, d.h. er erteilt Auskunft über sich selbst (Jesaja 60,19; Jakobus 1,17). Die Tatsache, dass Gott Wissen über sich selbst geoffenbart hat, sollte nicht missachtet werden, damit keiner von uns es versäumt, in seine Ruhe einzugehen (Hebräer 4,1). Die Schöpfung, die Bibel und das fleisch-gewordene Wort (Jesus Christus) helfen uns zu wissen, wie Gott ist.
Das Lesen einiger Namen Gottes kann uns bei der Suche nach dem Wesen Gottes helfen. Sie sind wie folgt:
Elohim – der Starke, Göttliche (1. Mose 1,1)
Adonaj – Herr, das die Beziehung zwischen Meister und Knecht anzeigt (2. Mose 4,10.13)
El Elyon – der Allerhöchste, der Stärkste (1. Mose 14,20)
El Roi – der Starke, der sieht (1. Mose 16,13)
El Schaddaj – der allmächtige Gott (1. Mose 17,1)
El Olam – der ewige Gott (Jesaja 40,28)
Jahwe – HERR “Ich bin”, d.h. der ewige, selbstexistente Gott (2. Mose 3,13-14)
Dies war nur ein bescheidener Versuch, eine der Grösse Gottes angemessene Frage zu beantworten. Bitte lassen Sie sich zu einer weiteren Suche nach ihm ermutigen (Jeremia 29,13).
http://www.gotquestions.org/deutsch/Gottes-Eigenschaften.html