kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Die wahren Ziele der Muslimbruderschaft 22. Februar 2012

Einsortiert unter: Moslembrüder — Knecht Christi @ 22:46

Im bärtigen Parlament: "Ich will auf die Toilette"!

Hinter der Fassade der Arabellion

 

 

Katar: Der bedrohliche Siegeszug des Wahhabismus

 

Nach wie vor wird im Westen von den meisten Medien ein überwiegend falsches Bild von den Ereignissen rund um den so genannten “arabischen Frühling” gezeichnet. So meldete sich jüngst beispielsweise Bundesaußenminister Guido Westerwelle in einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung zu Wort und forderte darin, der Westen müsse den Wandel in der arabischen Welt als Chance begreifen. Tatsächlich könnte sich die Entwicklung schon sehr bald als höchst bedrohlich erweisen, denn nicht freiheitlich-demokratische Kräfte übernehmen in den Staaten Nordafrikas die Macht, sondern Islamisten.

„Das falsche Spiel des islamistenfreundlichen Katar“: Und das ist kein Zufall, wie Welt-Online Redakteur Alfred Hackensberger in seinem Artikel vom 10. Januar 2012 schilderte. Unter dem Titel „Das falsche Spiel des islamistenfreundlichen Katar“ beschreibt Hackensberger den Einfluss, den das kleine Emirat am persischen Golf ausübt. Genauso wie im benachbarten Saudi-Arabien hat sich auch in Katar der Wahhabismus, eine streng-religiöse, fundamentalistische Form des Islam, durchgesetzt. Und: wie die allermeisten Staaten in der islamischen Welt ist auch Katar weit davon entfernt, ein freier Rechtsstaat zu sein. Im Gegenteil: Premierminister und Kabinett werden vom monarchischen Herrscher, Emir Hamad Bin Khalifa al-Thani, bestimmt.

 

Außerordentlich reich und mächtig: Katar ist klein, doch es ist auch außerordentlich reich und mächtig. Mächtig ist ebenfalls al-Dschasira, der mit Abstand populärste arabische Fernsehsender, der seinen Sitz in Katar hat und freilich der Königsfamilie gehört. Und nicht zufällig war es dieser Fernsehsender, der an den Entwicklungen rund um den arabischen Frühling einen gewichtigen Anteil hatte: al-Dschasira veröffentlichte Handyvideos und lieferte erste Bilder des Widerstands gegen das Regime in Tunesien, noch bevor es zu ersten Massendemonstrationen gekommen war. „Der Sender aus Katar trug somit entscheidend zum Sturz von Ben Ali bei“, schlussfolgert Alfred Hackensberger. Damit nicht genug: Katar lieferte Waffen an Widerstandskämpfer in nordafrikanischen Ländern und beteiligte sich an Lufteinsätzen der NATO gegen das Gaddafi-Regime in Libyen. Zudem lieferte es luxuriöse Unterkünfte für Flüchtlinge. Und als es in verschiedenen Ländern Nordafrikas zu Neuwahlen kam, unterstützte Katar islamistische Parteien beim Wahlkampf.

 

“Den Wahlkampf von Ennahda finanziert”: „In Tunesien ist es ein offenes Geheimnis, dass Katar den Wahlkampf von Ennahda finanzierte“, erklärt TV-Journalistin Moufida Abassi. Und so wie die islamistische Ennahda-Partei in Tunesien soll Katar auch die ebenfalls streng-religiöse, dem Wahhabismus zugewandte Muslimbruderschaft in Ägypten finanziell unterstützt haben. Hinzu kam die mediale Macht: wurden auf al-Dschasira während des arabischen Frühlings noch „Freiheit und Demokratie“ glorifiziert, durften sich nach dem Sturz der jeweiligen Regimes vor allem islamistische Parteien der Aufmerksamkeit (und Unterstützung) des Senders erfreuen. Die tunesische Ennahda-Partei beispielsweise bekam „auf al-Dschasira im Vergleich zu anderen vielmehr Sendezeit“, berichtet Moufida Abassi. Tatsächlich scheint sich hinter diesen Entwicklungen ein Konzept zu verbergen. Die streng-religiösen Kräfte in Saudi-Arabien und Katar verfügen über sprudelnde Ölquellen und gigantische Vermögen, mit denen sie dem Wahhabismus nun auch in anderen Ländern zum Erfolg verhelfen wollen – möglicherweise sogar über die arabische Welt hinaus. Auch in Europa betreiben und fördern Organisationen wie die Muslimbruderschaft in Kooperation mit saudischen Geldgebern Moscheen und Koranschulen.

 

Ein völlig weltfremdes, unrealistisches Bild: Besonders beängstigend ist dies angesichts der Tatsache, dass der Wahhabismus unter den verschiedenen islamischen Strömungen wohl zu den Freiheits- und Menschenfeindlichsten Varianten zählt: er folgt strikt der Scharia, Männer und Frauen sind rechtlich nicht gleichgestellt, Muslime gelten gegenüber „Ungläubigen“ als priviligiert. Damit ähnelt die gesellschaftliche Umsetzung des Wahhabismus auf erschreckende Weise dem deutschen Nationalsozialismus. Umso unverständlicher also, dass in westlichen und insbesondere in deutschen Medien nach wie vor überwiegend ein völlig weltfremdes, unrealistisches Bild von den Vorgängen im Norden Afrikas gezeichnet wird. Sehr wahrscheinlich spielen allerdings auch in diesem Zusammenhang das große Vermögen Katars und seine mediale wie politische Macht eine entscheidende Rolle.

Fußball-WM 2022: Wie groß der Einfluss Katars im Westen tatsächlich ist, hat sich unlängst auch in einem ganz anderen Zusammenhang gezeigt: im vergangenen Jahr entschied die Fifa zur Verwunderung von Millionen Fußballfans weltweit, dass im Jahr 2022 die Fußballweltmeisterschaft in dem kleinen Emirat ausgetragen werden soll. {Quelle: www.citizentimes.eu}

 

 

 

 Die wahren Ziele der Muslimbruderschaft

 

In Ägypten hat die Partei der Muslimbrüder (“Partei für Freiheit und Gerechtigkeit”) mit großer Mehrheit die Wahlen gewonnen.

Ein Aufschrei dazu in deutschen Medien bleibt aus.

 

Vielmehr erfreuen sich sogar manche Kommentatoren wie Zeit-Redakteur Martin Gehlen am scheinbar moderaten Auftritt einiger Führungskräfte der fundamental-islamischen Bewegung. Und offenbar genügt schon der Kontrast zu den gänzlich radikalen Salafisten und deren “Partei des Lichts”, um die Bruderschaft hierzulande als “moderat-islamische Kraft” wahrzunehmen – eine Bezeichnung, die zunehmend häufiger für die Organisation verwendet wird. Zu recht? Könnten sich die Muslimbrüder nun angesichts ihrer Regierungsverantwortung etwa tatsächlich westlich-säkularen Werten öffnen? Oder ist das “Moderate” nur aus Kalkül inszeniert, da sie wissen, dass sie ohne ausländische Unterstützung die immensen wirtschaftlichen Probleme ihres Landes nicht werden lösen können? Droht gar mittelfristig ein islamischer Gottesstaat am Nil? Und was sind überhaupt die wesentlichen Ziele dieser größten muslimischen Organisation der Welt, die auch in Europa stetig ihren Einfluss ausbaut?

 

Auf höchst unangenehme Art und Weise: Vor einigen Monaten machte im Internet ein Film die Runde, der gerade angesichts der gegenwärtigen Entwicklungen in Ägypten aktueller erscheint denn je. Es handelt sich um eine Reportage, die im größten privaten Fernsehsender Norwegens (TV2) ausgestrahlt wurde, und die spätestens jetzt in Deutschland zur besten Sendezeit dem Volk, vor allem aber Politikern und Medienvertretern gezeigt werden müsste. Der Film erzählt die Geschichte der Muslimbrüder, erklärt ihre politischen Ziele und beantwortet einige der eingangs gestellten Fragen – auf höchst unangenehme Art und Weise. Im Mittelpunkt der Dokumentation steht ein gebürtiger Iraker, der im norwegischen Exil lebt. Der Mann, dessen Name im ganzen Film nicht genannt wird, bekennt sich zum Islam als seiner Religion genauso wie zu den freiheitlich-demokratischen Werten des Westens. Letztere jedoch seien zunehmend bedroht. Schon in einigen Jahrzehnten könnten die Muslime in Europa die Macht übernehmen. Und das sei längst keine islamophobe Illusion, sondern das offenkundige Ziel islamistischer Organisationen, allen voran der Muslimbruderschaft.

 

„Politischer Schwachsinn“: Im Verlauf des Films kommen zahlreiche Insider und Experten zu Wort: von Mahdi Akef, dem gegenwärtigen Anführer der Muslimbruderschaft, bis hin zu zahlreichen Kritikern der Organisation. Bei letzteren handelt es sich jedoch nicht um westliche „Rechtspopulisten“ oder „Islamhasser“, sondern ausnahmslos um arabisch-stämmige Politiker, Journalisten und Wissenschaftler. Zum Beispiel der 90-jährige Gamal al-Banna, dessen Wohnung in Kairo einer Bibliothek gleicht und dessen älterer Bruder Hassan al-Banna die Muslimbruderschaft vor beinahe einhundert Jahren gründete. Oder der liberale ägyptische Philosoph Tarek Heggy, der an verschiedenen westlichen Universitäten lehrt und Zeit seines Lebens 20 Bücher schrieb, die heftige Kontroversen in der arabischen Welt auslösten. Oder Rifat alSaid, der Vorsitzende der ägyptischen, links-demokratischen Tagammu Partei, der Mahdi Akef persönlich kennen lernte, weil er während Mubaraks Herrschaft gemeinsam mit dem Anführer der Bruderschaft im Gefängnis saß. Und gerade letzterer, der ägyptische Sozialistenführer, findet klare Worte an die Adresse seiner europäischen Brüder im Geiste. Dass die westliche Linke die Muslimbruderschaft unterstütze, sei „politischer Schwachsinn“, stellt alSaid unmissverständlich klar und fügt hinzu: „Diese Idiotie herrscht hier auch.” Tatsächlich scheint diese Idiotie in Ägypten sogar außerordentlich weit verbreitet zu sein, wie die jüngsten Wahlergebnisse zeigten.

 

Das Resultat des missionarischen Wirkens: „Die Linke sollte davon absehen, die Muslimbruderschaft zu unterstützen, denn sie zerstört alles, wofür die Linke steht“, erklärt Karima Kamal, eine berühmte ägyptische Journalistin – und eine von sehr wenigen, die sich überhaupt noch traut, über den wachsenden Einfluss der Islamisten offen zu sprechen. Kamal setzt sich insbesondere für die Rechte der Frauen in Ägypten ein. Wenn Frauen ohne Hijab als obszön angesehen würden, sei dies eine Stereotypisierung, stellt sie im Film klar. Und tatsächlich wird gerade am Beispiel des Hijab deutlich, welchen Einfluss die Muslimbruderschaft im Land am Nil wirklich ausübt. Mit Hilfe alter Fotos führen die Filmemacher vor, dass der Hijab noch bis vor wenigen Jahrzehnten in Ägypten kaum verbreitet war. Ein Bild von Studenten an der Universität Kairo aus dem Jahr 1959 zeigt, dass sich damals keine einzige Frau verhüllte. Auch auf einem Bild aus dem Jahr 1978 ist keine Frau mit Hijab zu erkennen. Doch 1995 verhüllte bereits ein Drittel der Studentinnen ihr Haar. Und 2004 trugen über 90 Prozent der Absolventinnen der Universität Kairo den besagten Hijab. Genau daran könne man das Resultat des missionarischen Wirkens der Muslimbruderschaft erkennen.

 

Machtgewinn und Machterhalt: Der Hijab sei mehr als nur ein Kleidungsstück, betont Fekry Abdul Motaleb, ein bekannter Forscher und Experte des saudi-arabischen Wahhabi-Extremismus, jener Form des politischen Islam also, der auch die Muslimbruderschaft inspiriert hat. „Zwischen 1920 und 1970 trugen nur diejenigen Frauen einen Schleier, welche alt waren oder Haarprobleme hatten“, berichtet Motaleb. Die meisten Ägypterinnen seien ganz gewöhnliche Frauen gewesen, die dieselbe, moderne, modische Bekleidung trugen wie Frauen in London oder Paris zu jener Zeit. „Warum der Hijab?“, fragt Motaleb. Und antwortet: „Es ist in erster Linie eine Methode, Frauen zu unterdrücken. Ihr Zügel anzulegen. Man unterwirft sie einer Vielzahl von konservativen und rigiden Verhaltensweisen, welche ihrem übernommenen Wertesystem widersprechen, wie Toleranz, Offenheit, die Fähigkeit, die Moderne mit einzubeziehen, das Verlangen nachzuforschen.“ Und weiter: „Der Hijab und der Nicab sind Methoden, Frauen zu unterdrücken, um zu beeinflussen, wie sie eine neue Generation großziehen. Wenn man die Art und Weise, wie Frauen sich kleiden, kontrolliert, kontrolliert man die zukünftigen Generationen”. Schon die Aussagen Motalebs würden hierzulande in einem medialen Sturm der Entrüstung, vor allem und aberwitzigerweise aus dem linken Lager, niedergebrüllt. Dabei führt das Beispiel des Nihab nur ansatzweise vor, was die wirklichen Ziele der Muslimbruderschaft sind: Machtgewinn und Machterhalt, und zwar stets zu Gunsten der Einführung eines streng-religiösen, freiheitsfeindlichen, autoritären und monokulturellen Gesellschaftssystems.

 

Die „Islamisierung der sozialen Dienste“: Der Film führt ebenfalls vor, wie die Muslimbruderschaft in Ägypten trotz jahrzehntelangen Verbots ihren Einfluss steigern konnte. Sie konzentrierte sich auf die Armen und Bedürftigen, schuf soziale Einrichtungen wie Hospitale, Waisenhäuser und Schulen – und knüpfte die Verfügbarkeit dieser Angebote stets an die fundamentale Religiösität, beispielsweise indem Frauen der Zutritt nur dann gewährt wurde, wenn sie den besagten Nihab trugen. „Die größte Gefahr der Muslimbruderschaft ist die Entwicklung ihrer sozialen Stärke“, stellt Journalistin Kamal folgerichtig fest. Es handele sich dabei faktisch um die „Islamisierung der sozialen Dienste“, so der Vorsitzende der ägpytischen Linken, Rifat alSaid. Kein Wunder also, dass die vormals doch relativ liberale, ägyptische Gesellschaft einen Prozess der schleichenden Islamisierung erfährt – und dass die Muslimbruderschaft bei den ersten freien Wahlen einen derart großen Sieg feiern konnte. Das ist schon mit Blick auf die Lage im Land am Nil, insbesondere auf die Rechte der Frauen und die Menschenrechte im Allgemeinen, nicht begrüßenswert. Tatsächlich aber gehen die Ambitionen der Bruderschaft längst weit über ihr Ursprungsland hinaus.

 

Ein politisches System nach Vorbild des Wahhabismus: Insbesondere auf Europa haben die Fundamentalisten ein Auge geworfen. Und niemand führt das deutlicher, gleichwohl glaubhafter vor, als Mahdi Akef, der gegenwärtige Anführer der Muslimbruderschaft, dessen Aussagen im politisch-korrekten Deutschland vielen Bürgern wie düstere Prophezeiungen und islamophobe Übertreibungen aus rechtspopulistischen Gefilden erscheinen würden. Auf die Frage, was die Ziele seiner Organisation seien, antwortet Akef im Film unmissverständlich: „Die Muslimbruderschaft träumt davon, den rein islamischen Staat zu gründen.” Und mit Blick auf Europa stellt Akef fest: „Das Projekt, dass die Muslimbruderschaft für Europa hat, ist diese Religion dort einzuführen”. Doch spätestens im Falle der Muslimbruderschaft rund um Mahdi Akef steht außer Frage, dass mit „dem Islam“ längst nicht nur eine spirituelle Religion gemeint ist, sondern vielmehr ein politisches System nach Vorbild des saudi-arabischen Wahhabismus, das unter anderem die Scharia als göttliche Rechtsnorm definiert und Menschen je nach Geschlecht und Religionszugehörigkeit unterschiedliche Wertigkeit und Rechte zuspricht.

 

Bedrohliche Form des Faschismus: Deutlich wird dies, als Akef im Film auf den Konflikt zwischen der Genfer Menschenrechtskonvention und der Scharia-konformen, Kairoer Erklärung der Menschenrechte angesprochen wird: „Die islamischen Menschenrechte sind viel tiefgründiger als was wir der UN-Menschenrechtscharta entnehmen können. Die letzte ist eine Erklärung mit vielen Unwahrheiten. Die Muslimbruderschaft und der Islam sind viel fortschrittlicher. Diese Religion, welche einer Person solch hochgradigen Schutz gewährt. Es gibt keine andere Erklärung, weder die der UN noch andere, welche so umfassend sind wie die des Islam. Die UN-Charta gewährt Ehebruch und Homosexualität, etc. Und du fragst mich über Menschenrechte”?Freilich ist die „Person“, von der Mahdi Akef redet und die in den islamischen Menschenrechten „solch hochgradigen Schutz“ erfährt, niemand geringeres als der (nach fundamental-religiösen Maximen) rechtschaffende, muslimische Mann. Alle anderen Menschen sind nach diesem Rechtsempfinden dem Greuel der Scharia quasi schutzlos ausgeliefert, dokumentiert in eben jener Kairoer Erklärung der Menschenrechte. In ihr zeigt sich, welch bedrohliche Form des Faschismus dieser Auslegung des Islam innewohnt.

 

„Rom, Italien und Europa zu besiegen…“: Der Film führt darüber hinaus genauso deutlich vor, wie es der Muslimbruderschaft gelingt, ihre wahren Ziele einer primitiven, archaischen Gesellschaftsform hinter einem undurchschaubaren Dickicht aus Lügen und Tricksereien zu verbergen. Und genau darauf scheinen westliche Politiker und Medienmacher hereinzufallen. Das wiederum ist allerdings längst nicht nur das Verdienst der Bruderschaft. Vielmehr trägt auch der Westen selbst zur Gefährdung seiner freiheitlich-demokratischen Gesallschaften bei, indem er krampfhaft die Augen vor dieser existenziellen Bedrohung verschließt. Das ist umso verwunderlicher angesichts der Tatsache, dass in arabischen Medien längst offen thematisiert wird, was die Ziele der Muslimbruderschaft (und anderer fundamental-islamischer Bewegungen) für Europa sind: die langfristige Machtübernahme mittels des so genannten Geburtendjihad. So wird gleich eingangs im Film eine Internetbotschaft von einem weiteren Kopf der Muslimbruderschaft, Scheich Yusuf alQaradawi, eingespielt, in der er sagt: „Rom, Italien und Europa zu besiegen bedeutet, dass der Islam nach Europa zurückkehren wird. Muss denn dieser Sieg unbedingt durch Krieg errungen werden? Nein, es ist möglich, auf friedliche Weise zu siegen. Dieser friedliche Sieg hat seinen Ursprung in dieser Religion. Deshalb glaube ich, dass der Islam Europa ohne Gewalt anzuwenden erobern wird“. Im Film verdeutlicht der Tunesier Lafif Lakhdar, eine Schlüsselfigur der arabischen Linken, die bedrohlichen Worte von Scheich Yusuf alQaradawi: „Die Muslimbruderschaft hegt eine Vision. Sie glauben, dass sie in 50 oder vielleicht schon in 40 Jahren Europa beherrschen werden. Denn die Nichtmuslime haben nicht so viele Kinder wie sie. Sie werden also eine Mehrheit sein und Europa beherrschen. Und Europa wird ein muslimischer Kontinent.“ Davon seien sie überzeugt.

 

Zweigstellen in beinahe allen Ländern: Doch auf den demografischen Wandel allein scheint sich die Muslimbruderschaft nicht zu verlassen, wie der Insider Dr. Kamel AlNajjar, ein ehemaliges Mitglied der Organisation, verdeutlicht. Als „Abtrünniger“ ist AlNajjar untergetaucht und will im Film unerkannt bleiben, da es Morddrohungen der Islamisten gegen ihn gibt. Er berichtet aus dem innersten Kreis der Bruderschaft, dass sie mittlerweile Zweigstellen in beinahe allen Ländern der Welt habe und stets versuchen würde, die Leute mit ihrem sozialen Ansatz zu täuschen. So sei es ihnen gelungen, „viele westliche Politiker hinters Licht zu führen.” Ihr einziges Ziel sei es jedoch, „die Welt durch den Islam zu beherrschen und islamische Regimes weltweit aufzubauen“. Dazu bediene sich die Bruderschaft einer Vielzahl von Organisationen, um die Bürger in westlichen Ländern zu verwirren. „Sie formen nicht nur eine oder zwei Organisationen, sondern fünf, sechs, sieben, mit demselben Ziel“, so AlNajjar. Und weiter: „Durch diese Organisationen beeinflussen sie dann die Politik in diesen westlichen Ländern. Sie benutzen Demokratie als Vehikel, um ihre Ziele zu erreichen. Und dann verbieten sie die anderen Parteien“.

 

Nicht nur die Muslimbrüder, sondern viele Menschen in der arabischen Welt scheinen mittlerweile davon überzeugt zu sein, dass der Islam auf diese Weise schleichend die Macht im Westen übernehmen kann. Im Film wird eine Szene eingespielt, die „EmriTV“ (der Fernsehsender des Middle East Media Research Institute) dokumentiert hat. Darin sagt der Studiogast in einer offenbar ägyptischen Fernsehsendung mit Blick auf die demografische Entwicklung in Europa: „Das wichtigste ist, dass 25 bis 30 Millionen Muslime in Europa leben. Diese Zahl hat viele Konsequenzen.“ Auf Nachfrage des Reporters verdeutlicht der Studiogast mit hämischem Grinsen: „Die Muslime haben viel mehr Kinder als die Europäer. Dies bedeutet, dass die Muslime in 20 Jahren eine Mehrheit sein werden. Und dies wird einen großen Einfluss auf die Regierungen haben“.

 

Die simple Wahrheit: Islamisierung und Geburtendjihad, hierzulande dargestellt als weltbildliche Spinnereien einer tendenziell fremdenfeindlichen Strömung, werden also dort, im Mutterland der Muslimbruderschaft, längst offen im Fernsehen diskutiert. Und bezeichnenderweise sind es vor allem die aufgeklärten, säkularen und liberalen Muslime wie hierzulande Necla Kelek, die nicht müde werden, vor den Gefahren dieser Entwicklung zu warnen, selbst wenn das für viele von ihnen echte Gefahren für Leib und Leben mit sich bringt. Auch das ist im Film auf gespenstige Weise dokumentiert, denn fast jeder, der sich dort kritisch über die Muslimbruderschaft äußert, wurde bereits mit dem Tode bedroht. Vielleicht ist genau das die simple Wahrheit, die den krassen Widerspruch zwischen hiesiger medialer Darstellung und den offenkundigen Zielen fundamental-islamischer Organisationen wie der Muslimbruderschaft erklärt: Ereignisse wie die Veröffentlichung der Mohammed-Karrikaturen in der dänischen Zeitung Jyllands Posten haben den Schreiberlingen vorgeführt, dass die Islamisten bereit sind, ihre archaische Vorstellung von einer Gesellschaft, insbesondere das nach ihrem Verständnis Gott-gegebene Recht, nicht kritisiert zu werden, mit allen Mitteln bis hin zu Mord und Totschlag durchzusetzen. Ist es vielleicht so einfach? Ist es die blanke Angst, die ganze Zeitungsredaktionen und Regierungsparteien dazu verführt, vor dieser essenziellen Bedrohung für Demokratie und Freiheit die Augen zu verschließen?

 

 

Die Möglichkeit ihrer Selbstzerstörung

 

Nicht alle Muslime teilen die Ziele der Muslimbruderschaft. Auch das wird im Film mehr als deutlich. Im Gegenteil: viele Menschen im islamischen Kulturkreis haben längst einen Weg zu ihrer Religion gefunden, der dem säkularen Umgang der meisten Christen mit ihrem Glauben sehr ähnlich ist. Doch dass gerade diese Muslime insbesondere in Deutschland nicht zu Wort kommen, während fundamental-religiöse Organisationen hofiert und gefördert werden, ist in einer Kette voller Widersprüchlichkeiten vielleicht noch das Unfassbarste. Demokratie beinhalte die Möglichkeit ihrer Selbstzerstörung, stellt der Sprecher im Film völlig zu recht fest. Die Islamisten hätten diesen Punkt erkannt. Und ein Deutscher namens Adolf Hitler lieferte im letzten Jahrhundert eine historische Blaupause dafür, wie Demokratien aus sich selbst heraus in ihr abartiges Gegenteil verwandelt werden können. Zwar ist das deutsche Grundgesetz unter dem Eindruck der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten weit stabiler konstruiert als die Weimarer Verfassung. Richtet sich jedoch mit der Demografie das grundlegenste aller demokratischen Prinzipien, nämlich das Mehrheitsprinzip, gegen sie selbst, ist die Demokratie hoffnungslos verloren, ganz gleich wie gut und stabil sie konstitutiv abgesichert wurde.

 

Die grundlegende Frage: Am Ende des Films kommt noch einmal der Anführer der ägyptischen Linken, Rifat alSaid, zu Wort und berichtet von einem Gespräch mit dem Anführer der Muslimbruderschaft, Mahdi Akef. Die Muslimbruderschaft werde niemals das Land regieren, sagte alSaid zu Akef. Der antwortete darauf: „Du bist naiv, ich will kein Führer sein. Aber wenn alle Frauen einen Hijab und alle Männer einen Bart tragen, werden sie mich anflehen, sie zu führen”. Noch wäre es möglich, diese historische Bedrohung auf demokratischem Wege abzuwenden. Nötig dazu wäre jedoch, dass sie überhaupt erst einmal wahrgenommen und thematisiert wird. So lange das jedoch in führenden Medien nicht geschieht und die Mahner der Islamisierung gar noch als Extremisten diffamiert werden, so lange erscheint die grundlegende Frage am Ende des Films auf traurige Weise mehr als berechtigt: Sind wir überhaupt noch bereit, unsere Freiheit zu verteidigen?

 

Die Dokumentation über die Muslimbruderschaft mit deutschen Untertiteln

 

 

The Islamic Brotherhood in Europe with German Subtitles from Vlad Tepes on Vimeo.

Anm. des Autors: Vielen Dank an CT-Leser “Quarksalber”, der uns in einem Kommentar an diesen Film erinnert hat.

 
 
 
 

Die wahre Arabellion steht uns schlimmstenfalls noch bevor!

 

 

Die Bevölkerungsverteilung in der islamischen Welt: grün die Sunniten, rot die Schiiten 

 

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) auf ihrer Internetseite berichtet, dürfen der Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Kairo, Andreas Jacobs, und seine deutsche Stellvertreterin, Ägypten nicht mehr verlassen, da Anklage gegen sie erhoben wird. Ebenfalls betroffen sind Vertreter anderer internationaler Nichtregierungsorganisation. 19 Amerikanische Staatsbürger flüchteten bereits in die Kairoer US-Botschaft. Die seit längerem befürchtete Klagewelle gegen Führungskräfte ausländischer Organisationen scheint nun unmittelbar bevor zu stehen. Was auch immer der Konrad-Adenauer-Stiftung vorgeworfen werden mag, es wird mutmaßlich an den Haaren herbei gezogen sein. Die Klagen sind symbolischer Natur: es weht ein neuer Wind in Ägypten. Und das könnte erst der Anfang sein. Organisationen, die selbst unter Mubarak noch relativ frei wirken konnten, sind nun bedroht. Und auch für die christliche Minderheit im Land, die Kopten, verschlimmerte sich die Lage seit dem Ausbruch der “Arabellion” dramatisch. Das zeigt, was es mit dem „arabischen Frühling“ wirklich auf sich hat.

 

Bezeichnend ist auch das Folgende: die FAZ-Redakteure Christoph Ehrhardt und Rainer Hermann machen für die Klagewelle tatsächlich einen neuen Nationalismus im Land am Nil verantwortlich. Denn der Militärrat und ihm nahestehenden Organisationen würden „nationalistische Stimmungen“ schüren, um von den Problemen im Land abzulenken. Das mag auf der einen Seite durchaus richtig sein, verheimlicht aber die halbe Wahrheit. Denn auf der anderen Seite haben nicht irgendwelche Nationalisten die Wahlen in Ägypten gewonnen, sondern Islamisten und Salafisten. De facto befindet sich dort mit dem Islam wahabitischer Prägung ein fundamental-religiöser, arabischer Nationalismus auf dem Vormarsch, der alle eventuell vorhandenen klassisch-nationalistischen Tendenzen im Umfeld des Militärrats in den Schatten stellt (und diese ebenfalls zu vereinnahmen droht). Ein Nationalismus, der sich aus einer Weltreligion ableitet und auf dem Ideal einer Nation basiert, die erst noch gegründet werden will: die islamische Nation, die Umma, das Kalifat. Genau diese Entwicklung reicht längst weit über Ägypten hinaus und spiegelt sich wider im Erstarken aller islamistischen Kräfte Nordafrikas. Und niemand kann derzeit sagen, wie und in was das mittel- und langfristig enden wird. Es ist aber durchaus besorgniserregend, dass hierzulande anscheinend nicht einmal offen darüber gesprochen werden darf.

 

Gänzlich unbeachtet von der deutschen Medienwelt schwadronieren bereits hohe Funktionäre der Muslimbruderschaft, immerhin nun die stärkste politische Kraft Ägyptens, in Talkshows auf Al-Jazeera und Co. über die schrittweise Einführung der Scharia. In fünf Jahren könne man dann auch wieder anfangen auszupeitschen, Hände abzuhacken und zu steinigen, projizierte jüngst der bekannte Muslimbruder Yusuf Al-Qaradawi die aus seiner Sicht wünschenswerte Zukunft des Landes (die in Saudi-Arabien und anderswo längst gegenwärtige Praxis ist). Eine Zukunft, in der die Scharia an die Stelle Mubaraks treten würde. Und Ägypten – ähnlich wie der Iran – zu einem Prototyp des islamischen Gottesstaats werden könnte, mit allen unvermeidbaren Konsequenzen: strenge Unterdrückung der Frau, drakonische Strafen für Nichtigkeiten, Diktat der Religion bis in die letzten Winkel der Privatsphäre, Verfolgung Andersdenkender bis hin zu Diskriminierung und Genozid. Von außenpolitischen Spannungen (insbesondere: Israel!) und wirtschaftlichen Faktoren (insbesondere: Suez-Kanal!) ganz zu schweigen.

 

Die Konrad-Adenauer-Stiftung bekommt so gesehen vielleicht nur einen kleinen Vorgeschmack auf das, was nicht-muslimischen Organisationen am Nil bald blühen könnte, sollte sich Al-Qaradawis Wunsch erfüllen und die Scharia erst einmal vollständig in Kraft getreten sein. Der Traum von Freiheit und Demokratie im Norden Afrikas hätte sich spätestens dann erledigt. Und mehr noch: was passiert, wenn mittelfristig auch in umliegenden Staaten islamistische Kräfte unter Einfluss der reichen Wahabiten aus Saudi-Arabien und Katar die Macht übernehmen und Kurs in Richtung eines islamischen, besser gesagt: sunnitischen Gottesstaats nehmen? Und was, wenn sich diese Länder zu einem großen Kalifat vereinen, so wie es der Traum nicht nur der Wahabiten, sondern aller fundamental-religiösen Kräfte in der islamischen Welt ist? Aus dieser Perspektive betrachtet ist es gar nicht verwunderlich, dass der schiitische Gottesstaat Iran nach der Atombombe strebt. Und es erscheint durchaus fraglich, ob sich diese Bestrebung wirklich nur gegen den Westen und Israel richtet, oder nicht ebenso gegen die eigenen „Glaubensbrüder“ in Saudi-Arabien und Ägypten. Denn Fakt ist: ohne die „Bombe“ sind die iranischen Schiiten den zahlenmäßig weit überlegenen Sunniten im Fall der Fälle chancenlos ausgeliefert.

 

Eine solche Projektion, ein sunnitischer Gottesstaat, der weite Teile der arabischen Welt und Nordafrikas umfasst, ausgestattet ist mit saudischen Petrodollars und hochgerüstet mit westlicher Militärtechnologie, möglicherweise gar selbst (dank Pakistan) im Besitz der “Bombe”, mag derzeit noch sehr unwahrscheinlich erscheinen. Ausgeschlossen ist das Szenario aber nicht. Im Gegenteil, schlimmstenfalls steht uns die wahre Arabellion erst noch bevor: die vollständige Symbiose fundamental-islamischer Religion mit nationalsozialistischer Realpolitik, die Geburtsstunde des Nationalislamismus. Nötig dafür wäre lediglich die weitere religiöse Fundamentalisierung der Region. Die Politik folgt dem auf dem Fuße. Ist der Islam erst einmal die einzig verbliebene gesellschaftliche und politische Identifikationsmarke, hat er erst einmal jeglichen nationalstaatlichen Patriotismus abgeschafft, ist erst einmal die ohnehin überschaubar ausgeprägte Individualität der Völker im engen Korsett wahabitischer Alltagsdiktate gefangen, steht auch der Vereinigung ganzer Länder unter grüner Halbmond-Flagge nichts mehr im Wege. Und zweifelsohne gibt es Kräfte in der arabischen Welt, die unter Einsatz großer finanzieller Mittel nach genau diesem Ziel streben. Bleibt nur zu hoffen, dass die politischen Eliten des Westens zumindest im stillen Kämmerlein, wenn schon nicht öffentlich, dieses Szenario diskutieren und bereits Verteidigungsstrategien entwickeln. Zumindest US-Amerikanischen und Israelischen Sicherheitsexperten ist so viel Weitsicht durchaus zuzutrauen. Denn de facto käme ein solcher Gottesstaat einer geostrategischen Bedrohung für westliche Werte, Freiheit und Demokratie gleich, wie sie die Welt seit Zerfall des sowjetischen Kommunismus nicht mehr gesehen hat. {Quelle: www.blu-news.org -  Essay zum Thema auf blu-News: “Freiheit, Gleichheit, Islamismus – Die wahren Ziele der Muslimbruderschaft” - Artikelbild: Die Bevölkerungsverteilung in der islamischen Welt (Bild: CIA World Factbook; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe Link)}.

 

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