kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Die Hamas fühlt sich wie zu Hause 2. Januar 2012

Filed under: Moslembrüder — Knecht Christi @ 22:21

In der islamistisch befreiten arabischen Frühlingswelt– Ägypten, Neu-Hamastan

 

Eigentlich sollte es eine einfache – wenn auch noch so tragische und gefährliche – Meldung sein, und kein aktueller Meinungskommentar  in einem Blog. Aber da meines Wissens bei Tagesschau und Co. es niemand fuer wichtig erachtete, dem Zuschauer kurz mitzuteilen, dass die mehrheitlichen Wahlsieger der ersten Wahlrunden in Ägypten (ca. 40%) sich ausdrücklich und öffentlich an die Seite einer genozidalen Terrorgruppe stellen, sich mit ihnen abknutschen, und Ägypten auf dem besten Weg ist, in ein riesen Hamastan umzukippen, sollte dies hier zumindest kurz geschehen. Die Nahostexperten, die sich in deutschen Fernsehrunden über die rosige Aussichten und die Übertreibung der ‘islamistischen Gefahr’ ausliessen, vermisse ich in den letzten Wochen sehr? Sind sie alle unter Sofa? Vielleicht ein Wenig Groeße und das Eingestehen der Fehler und eine realistische Zukunftsperspektive wären angebracht. Aber das ändert auch nichts daran, dass die Hamas sich – und zu großen Teilen zu Recht – jetzt als großer bzw. kleiner und früher Vater des islamistischen Frühlings darstellen. Sie waren die ersten im arabischen Raum wo das mehrheitlich antisemitisch und islamistisch eingestellte Volk eine Terrorideologie an die Macht wählte, die sich bis heute haelt.

 

Und so macht jetzt der Hamaschef in Gasa seine erste Welttournee – vor allem in ‘islamistisch befreiten’ Länder des arabischen Frühlings (Ägypten, Libyen und Tunesien), aber auch in dem Sudan. Das neue Ägypten lässt ihn raus. Hier ist man unter sich und man mag Freudetrunken über den historischen Sieg über die säuklaren/sozialistischen/nationalistischen Diktatoren feiern. Jahrzehnte hatte diese immer wieder die Islamisten bekämpft oder auch mal instrumentalisiert. Jetzt riechen sie die Macht überall und den Weg zu den großen Waffen, mit dem das Ur-Boese – der kollektive Jude Israel – im grossen Stil bekämpft werden kann. Hanijeh in seinen Worten: “Ziel des Besuchs ist es, Hilfe für das palästinensische Volk zu organisieren, die inner-palästinensische Versöhnung [zwischen Fatach und Hamas] auszubauen, und bei dem internationalen Kogress zum Thema Jerusalem in Khartum dabei zu sein.  Wir werden von den Teilnehmern und der gesamten islamischen Gemeinschaft fordern, Verantwortung bei der Verteidigung von Jerusalem und der el-Aksa Moschee zu übernehmen.”  In einem anderen Interview beschreibt er den ‘arabischen Frühling’ – an dessen Spitze sich die Hamas sieht – wie eine gewaltige Menge Wasser, wie ein “Tzunami” des arabisch-islamischen Volkszorns. Genau dieses Tznuami möchte die Hamas jetzt vor allem auch gegen Israel benutzten und scheint eine halbwegs neue Strategie zu begehen.

 

 

 

Den Tzunami des islamistischen Tahrir-Ägyptens (Foto) zur “Verteidigung Jerusalems” bereit machen

 

Sie ist nicht mehr die isolierte kleine Terrorgruppe in Gasa und Syrien mit iranischer Unterstützung. Die Hamas riecht jetzt, durch den islamistischen Frühling sehr viel größeres und sich selbst als Speerspitze einer riesigen Bewegung. Aus Syrien, dass gegen den islamistischen Frühlings brutalst ankämpft, sind sie geflohen, das iranische Geld, das Unterstützung fuer Assad verlangte, haben sie größtenteils wohl verloren. Aber der säkulare/sozialistische Koloss Ägypten vor der Tür hat der Hamas durch die schleichende islamistische Machtübernahme jetzt seine physischen und geistigen Tore weit geöffnet und die Hamas schreitet nur zu gerne durch sie hindurch. Das Resultat ist das Foto von oben: Zwei ideologische Brüder vereint. Das kleine Hamastan Gasa bereits im Dauerkampf mit Israel, das große Hamastan Ägypten wird langsam bereit gemacht. Machmud Abbas scheint auch die drehenden Winde erkannt zu haben und will sich nicht wie seine sozialistischen, dikatorischen Kollegen von islamistischen Massen aus dem Amt schlagen sehen, obwohl das hier etwas unwahrscheinlicher wäre, und schließt sich der Hamas nun ganz an. Die Hamas erklärt, dass man auch als neue Taktik gegen Israel den “völkischen Widerstand” neben den terroristischen, bewaffneten einsetzen wird – und damit dürften vor allem gewaltsame Massenproteste von pal. ‘Zivilisten’ gegen Israel, seine Grenzen, seine Siedlungen und Staedte gemeint sein.

 

Hanijeh erklärte in Ägypten, im Hauptquartier der Moslembrüderschaft:

 

“Unsere Anwesenheit an der Seite der [ägyptischen] Moslembrüderschaft gefährdet Israel und lässt es erzittern.” Der Führer der ägyptischen Moslembrüderschaft Mohammed Badie antwortete ihm – bitte diplomatisch gespitzt hinhören – zustimmend: Die Moslembrüderschaft sei immer “das Symbol für Freiheit/Befreiung, hauptsächlich für die Palästinenser, gewesen…“. Recht haben sie: Wir sind besorgt, sehr besorgt, und nein, sie haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie uns vernichten, bzw. wie sie es nennen ‘Palästina befreien’, wollen. Ja, die Armee-Elite, die die Wirtschaft des Landes als nahezu Monopol in den Händen hält, ist noch nicht weg und wird seine Macht und Ressourcen vielleicht nicht ganz kampflos übergeben, aber zumindest wird bereits berichtet, dass führende ägyptische Generäle plötzlich alle ganz islamisch fromm werden, in die Moschee gehen oder dass selbst die Frau des momentan defacto-Diktators Tantauwi ihre schicken Pariser-Accessoirs kürzlich gegen ein Kopftuch eingetauscht hat…  Für uns ist die Sache ziemlich klar. Israel wird seine Militärausgaben deutlich erhöhen und die Grenze zu Ägypten scheint sich schon jetzt von der Anzahl der Terrorwarnungen und der möglichen Angriffe der von Gasa zu ähnlen. Israel denkt um.

 

Die Frage ist, ob das auch der Westen tut? Wird er auch der Hamas und den Moslembrüdern die Türen öffnen und sie umgarnen?

Oder wird er verstehen, was ein von der Moslembrüderschaft geführtes Ägypten bedeutet?

Wird er Kontakte kappen, Geldströme stoppen, Ägypten international isolieren und Israel diplomatisch oder gar militaerisch beistehen?

 

{Quelle: www.aro1.com – Ulrich J. Becker, Jerusalem, 2. Tewet 5772}

 

2 Responses to “Die Hamas fühlt sich wie zu Hause”

  1. Bernhardine Says:

    02. Januar 2012, 10:58
    Kairo: Staatsanwalt will Büroleiter der Adenauer-Stiftung vorladen
    http://kath.net/detail.php?id=34579

  2. Bernhardine Says:

    >>Ismail Hanija dürfte sich gefühlt haben wie zu Hause im Gaza-Streifen. Vor begeisterten Zuhörern mit palästinensischen Fahnen in den Händen verdammte der Hamas-Funktionär am Montag den Gegner Israel und kündigte eine Fortsetzung des Kampfes gegen den jüdischen Staat an. Doch Hanija, der Hamas-Ministerpräsident aus Gaza, sprach nicht vor heimischem Publikum. Er hielt seine Rede im Nato-Staat Türkei.<<

    http://www.tagesspiegel.de/politik/nahost-die-tuerkei-will-die-islamistische-hamas-einbinden/6013000.html


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