kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

„CHRISTENVERFOLGUNG IN DEN ISLAMISCHEN LÄNDERN“ 17. November 2011

Filed under: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 15:31

Mit den üblichen Waffen protestieren: Ikonen und Kreuze!

IM UNTERRICHTSFACH GESCHICHTE, RELIGION UND ETHIK

            

 

Als ich kürzlich beim Frühstück mein 15-jähriges Kind  fragte, ob das Thema „Christenverfolgung“  im Unterrichtsfach Geschichte und Religion  in der Schule behandelt wurde,  verneinte sie meine Frage.  Ich dachte, das kann doch nicht wahr sein. Man spricht über Napoleon, Wilhelm II, Heinrich III, Hitler usw. und das Thema „Christenverfolgung“ – das meiner Meinung nach genauso wichtig ist – wird in der Schule nicht behandelt?  Dies war für mich dann der konkrete  Anlass, viele deutsche Schulen anzuschreiben,  sie über den Angriff auf eine Kirche bei Assuan zu informieren {http://koptisch.wordpress.com/2011/10/05muslim-extremisten-brennen-neue-koptische-kirche-nieder/} und ihnen die Artikel über das Massaker vor Masbero zu schicken: {http://koptisch.wordpress.com/2011/10/09grausames-massaker-vor-masbero-39-martyrer – bis jetzt http://koptisch.wordpress.com/2011/10/24etwas-uber-das-masbero-massaker/}.

 

Außerdem zählte ich ihnen in meinem E-Mail die Forderungen der Christen in den islamischen Ländern  – in diesem Falle Ägypten –  an die Regierung auf,  die bis heute noch nicht erfüllt wurden:

 

1. Wirksame Strafverfolgung bei Verbrechen, existentieller Bedrohung und Benachteiligungen gegenüber koptischen Christen in Ägypten

2. Respektierung der Menschenrechte, insbesondere der Religionsfreiheit:
    a) Keine Zwangsislamisierung
    b) Bei Konvertierung zum Christentum: Keine Sanktionen gegen Konvertiten
    c) wirksame Strafverfolgung bei Zuwiderhandlungen

3. Verbot anti-christlicher Kampagnen in ägyptischen Schulen und Medien

4. Gesellschaftspolitische Chancengleichheit und Anti-Diskriminierung:
    a) Wegfall der Religionszugehörigkeit in Ausweispapieren und allen
        anderen Dokumenten
    b) Gleichbehandlung von Kopten und Muslimen bei der Kandidatur für Staatsämter
    c) Adäquate Repräsentanz der Kopten auf allen gesellschafts- politischen Ebenen

5.  Integration der Koptologie als wissenschaftliche Disziplin an allen ägyptischen Schulen und Hochschulen

6.  Einheitliche gesetzliche Regelung für den Neubau von Moscheen und Kirchen

7.  Autonome Entscheidung der Kopten bei Baumaßnahmen im Rahmen von Kirchenrenovierungen

8. Rückgabe von enteignetem Besitz christlicher Stiftungen.

 

Des Weiteren  bat ich sie, mir mitzuteilen, ob sie eine Möglichkeit sehen, im Unterrichtsfach Geschichte, Religion und Ethik das Thema „Christenverfolgung in den islamischen Ländern“  mit aufzunehmen bzw. anzusprechen.  

Und ich war sogar sehr  überrascht, als ich ein paar Reaktionen der Schulleiter bzw.  Oberstudiendirektoren erhielt.

 

1. OStD Dr. A. des Goethe-Gymnasiums K. schrieb mir: {Ich habe Ihr Angebot an unsere Religionskollegen/innen weitergeleitet, die Ihre Artikel und Anregungen evtl. im Unterricht aufnehmen werden}.

2. Der Rektor Herr B. der Anne-Frank-Realschule plus schrieb mir folgende Zeilen: {Ich werde diese Problematik mit den Kolleginnen und Kollegen des Fachbereiches Geschichte besprechen und Sie dann diesbezüglich auf dem Laufenden halten. Klar ist auf alle Fälle, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen einer allgemeinbildenden Schule nicht gesprengt werden dürfen, dafür muss ich Sorge tragen. Auch wenn ich Ihr Anliegen selbstverständlich nachvollziehen kann. Ich will damit andeuten, dass zunächst geklärt werden muss, ob der Lehrplan oder sonstige verpflichtende Vorschriften diese sensible Thematik abdecken. Dafür habe ich als Schulleiter Sorge zu tragen}.  

3. Herzlichen Dank für Ihre Mitteilung. Ich habe mir soeben von unseren Religionspädagogen versichern lassen, dass die Thematik „Christenverfolgung“ in den Klassen 6 behandelt wird. Unsere Kollegen werden Ihr Material sichten und sofern möglich in die Unterrichtskonzeption integrieren. Schrieb mir der Realschulrektor Herr K. der Albertville-Realschule W}.

 

4. H. R., der Schulleiter der Staufer-Realschule schrieb: {Ihre Mail mit den Links werde ich allen Religionspädagogen und Geschichtslehrern weiterleiten. Danach ist es jeder Lehrkraft überlassen, wie sie im Rahmen des Bildungsplanes das Thema behandelt. Politik dürfen wir in den Klassenzimmern keine machen, aber informieren, diskutieren und vergleichen}.

5. Auch der Schulleiter  Herr R. der Realschule F. antwortete mir auf  mein E-Mail wie folgt: {wir setzen uns in der Schule immer wieder mit aktuellen Problemen auseinander, besonders in denen von Ihnen angesprochenen Fächern. Die Thematik gebe ich zwar nicht vor, allerdings denke ich, dass in den Fächern,  Religion und Ethik, zumindest in den höheren Klassen Ihre Thematik  angesprochen wird. Vielen Dank für Ihren Hinweis}.

 

Ich ging sogar noch einen Schritt weiter und setzte noch einen drauf und trat per E-Mail  an unsere Bildungsministerin Frau Prof. Dr. Schavan heran mit der Bitte, dieses Thema doch in ihren Bildungsplan mit aufzunehmen.  Ich erhielt sogar eine Antwort per Brief – wohlgemerkt per Brief und nicht per E-Mail – mit folgendem Wortlaut:  {Vielen Dank für Ihre Nachricht vom 19.10.2011 an Frau Ministerin Schavan. Sie hat mich gebeten, Ihnen zu antworten. Aufgrund der fehlenden  Zuständigkeit  kann Ihnen das Bundesministerium für Bildung und Forschung leider nicht behilflich sein. Der geeignete Ansprechpartner wäre in Ihrem Fall die Kultusministerkonferenz der Länder. Ich habe daher Ihre E-Mail an das Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland, Postfach 22 40,  53012 Bonn, Tel.: 0228/501-0 weitergeleitet. Von dort werden Sie weitere Nachricht erhalten.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. S. L. – Ministerialdirigent – Leiter des Leitungsstabes und des Ministerbüros}

 

Und heute erhielt ich tatsächlich die versprochene Nachricht  – wohlgemerkt wieder einen Brief und kein E-Mail –  sie schrieben mir jetzt folgendes: {Betr.: Gewalt gegen Christen in islamischen Ländern – Thematisierung im Unterricht

Bezug: Ihr Schreiben an Frau Bundesministerin Prof. Dr. Schavan vom 19.10.2011: Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat Ihr Schreiben vom 19.10.2011 zuständigkeitshalber an das Sekretariat der Kultusministerkonferenz weitergeleitet. Sie verweisen in Ihrem Schreiben auf aktuelle Gewalttaten und Ausschreitungen gegen Christen in islamischen Ländern und führen das Beispiel Ägypten an. Sie fragen nach einer Möglichkeit, in den Unterrichtsfächern Geschichte oder Religion auf dieses Thema aufmerksam zu machen. Nun bedarf es immer einiger Zeit und der weiteren Entwicklung, bis aktuelle Themen auch Eingang in Lehrpläne und Schulbücher finden. Ich bin überzeugt, dass Lehrerinnen und Lehrer ihren Freiraum nutzen, um auch aktuelle Themen in den Unterricht aufzunehmen und anzusprechen, zumal wenn sich Anknüpfungspunkte ergeben, wie z.B. im Geschichtsunterricht durch das Thema „Christenverfolgung“ oder im Religionsunterricht bei der Frage, wie mit religiösen Minderheiten umgegangen wird, um nur zwei Beispiele zu nennen. Die Gestaltung von Lehrplänen liegt in der Verantwortung der einzelnen Länder. Wenn Sie hier weitere Anregungen geben möchten, bitte ich Sie, sich an die jeweiligen Kultusministerien zu wenden.    

Mit freundlichen Grüßen}

 

Natürlich werde ich – wie im Schreiben des Sekretariates der ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland erwähnt – weitere Anregungen geben und die diversen Kultusministerien der Länder anschreiben. Mein Ziel dieser Aktion ist, unsere Kinder bzw. Jugendliche in das Thema „Christenverfolgung“ mit einzubeziehen,  sie ausreichend zu informieren, damit sie auch daheim ihren Eltern darüber berichten können.  Vielleicht wird dann durch solch eine Aktion noch vielen Leuten die Augen geöffnet.

Oder was meint Ihr, liebe Leserin und lieber Leser? 

Eure Ella Bella

 

One Response to “„CHRISTENVERFOLGUNG IN DEN ISLAMISCHEN LÄNDERN“”

  1. Steffen Says:

    Die Fähigkeit, die Pluralität der Religionen gelten zu lassen, befreit uns weder von der Pflicht zur Selbstkritik noch von der Pflicht zur kritischen Betrachtung der Religionen. Immer müssen wir dafür sorgen, dass Sein Name nicht unseretwegen geschmäht wird. Wir müssen unseren Gemeinden den Auftrag erteilen, fundamentalistische, exklusivistische und abergläubische Einstellungen, die nicht mehr auf der Höhe der Zeit sind, zu überwinden. Die echt pluralistische Religion muss frei sein und der Befreiung dienen; denn die schlimmste Versklavung ist die Versklavung durch die Religion, weil sie am radikalsten ist.


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