kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Gerichte verweigern Kopten religiöse Selbstbestimmung 21. Dezember 2010

Einsortiert unter: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 11:54

Unrecht der Sharia-Rechtsprechung tritt erneut zu Tage

 

Kairo – Alexandria: Zwei Gerichtsurteile erschüttern die Christen in Ägypten. Wie die internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) erfahren hat, wurde die 45-jährige Koptin Bahya Nagui Al-Sisi am 24. September zu drei Jahren Haft verurteilt, weil der Übertritt ihres Vaters zum Islam sie zu einer Muslimin machte, sie in ihren offiziellen Dokumenten jedoch als Christin ausgewiesen wurde. Ihre Schwester Shadia Al-Sisi wurde im Januar im gleichen Anklagepunkt freigesprochen.

 

Den beiden Schwestern hatte man vorgeworfen, ihre Urkunden und ihren Personalausweis gefälscht und bei der Heirat mit einem Christen eine falsche Religion angegeben zu haben. Nach islamischem Gesetz ist es einer muslimischen Frau nicht erlaubt, einen Christen zu heiraten. Der koptische Vater von Bahya und Shadia war in den 1960er Jahren heimlich zum Islam übergetreten. Als er zum Christentum zurückkehrte, ließ er falsche Urkunden anfertigen, die die christliche Zugehörigkeit der Kinder bestätigten. Die beiden Schwestern waren zu diesem Zeitpunkt 3 und 2 Jahre alt.

 

Tochter verurteilt wegen „Untat“ des Vaters: Zuerst wurde Klage gegen Shadia erhoben, diese jedoch vom Staatsanwalt im Januar 2008 wieder fallen gelassen. Shadia konnte nach dreimonatiger Haft zu ihrer Familie zurückkehren. Im Fall Bahya Naguis ignorierte der Richter die Entscheidung des Staatsanwalts. Die von ihrem Anwalt Petere Nagar vorgelegten Dokumente bewiesen, dass der Vater die Urkunden gefälscht hatte. Die Beweise wurden jedoch beim Urteil nicht berücksichtigt. Die Aussage der Angeklagten, dass sie nichts von dem Religionswechsel ihres Vaters wusste, und dass sie selbst weder schreiben noch lesen könne, wurde ebenfalls vom Gericht ignoriert.

 

Zum Zusammenleben mit dem muslimischen Vater gezwungen: Auch im Fall der 14-jährigen Zwillinge Mario und Andrew Medhat Ramsis, über die die IGFM bereits berichtete, ist gerichtlich gegen das Recht auf religiöse Selbstbestimmung entschieden worden. Die Brüder wurden gegen ihren Willen und auf Anweisung des von ihnen getrennt lebenden Vaters, Medhat Ramsis, zu Muslimen erklärt. Das Gericht in Alexandria entschied nun, dass der Vater das Sorgerecht der Söhne bekommen soll.

Die Entscheidung wurde gegen den Willen und Protest der Jugendlichen gefällt, die immer wieder bekundeten, dass sie Christen seien und bei ihrer koptisch-orthodoxen Mutter bleiben wollten. Der Vater sprach vor Gericht seine Sorge aus, seine Kinder könnten, wenn sie bei ihrer Mutter blieben, Wein trinken und Schweinefleisch essen. Das Gericht verurteilte zudem die Mutter zu einer Geldstrafe von 10.000 ägyptischen Pfund (rund 1260 Euro: ein durchschnittliches Jahresgehalt in Ägypten beträgt 950 Euro) wegen angeblicher öffentlicher Beleidigung ihres Mannes.

{Quelle: IGFM – www.igfm.de}

 

Ägyptens oberstes Verwaltungsgericht entscheidet: Jede Bekehrung zum christlichen Glauben ist rechtswidrig


Das Oberste Verwaltungsgericht der Arabischen Republik Ägypten hat entschieden: Ein prominenter Moslem, der zum Christentum übergetreten ist, darf seinen Religionswechsel nicht registrieren lassen. Begründung des Gerichts: Es sei nicht statthaft, von der „höheren Religion“ des Islam zur „niedrigen“ Religion des Christentums zurückzukehren.

Das Oberste Verwaltungsgericht der Arabischen Republik Ägypten hat es verboten, die Konversion eines prominenten Moslems zum Christentum zu registrieren: Der erst 25 Jahre alte, aber bekannte politische Aktivist Mohmmed Ahmed Higazi war Christ geworden und strengte einen Modellprozess an, um auch rechtlich als solcher anerkannt zu werden. Das wurde ihm aber von mehreren Instanzen und schließlich auch vom Höchstgericht der Republik unter Berufung auf den islamischen Rechtsgrundsatz verweigert: „Allah hat die monotheistischen Religionen in aufsteigender Ordnung herab gesandt. Es ist daher nicht statthaft, von einer späteren und höheren Religion zu einer alten und niedrigen, vom Islam zum Christentum zurückzukehren“! Weiter hieß es in dem Spruch des Verwaltungsgerichtes: „Wer den rechten Weg verlässt, wer die Prinzipien, Werte und Gebote des Islams verleugnet, der verletzt auch die ägyptische Staatsordnung“. Es wurde Higazi damit höchstgerichtlich verboten, sich als Christ registrieren zu lassen.– Auf den neuen ägyptischen Identitätskarten wird die Religionsangabe vorgeschrieben. Es ist aber dabei nur möglich, sich als Moslem, Christ oder Jude zu bekennen. Amnesty International hat schon letztes Jahr auf diese doppelte Verletzung der Religionsfreiheit durch Ägypten hingewiesen: Allen Bürgern nicht nur die Offenlegung ihrer Religion vorzuschreiben, sondern ihnen dabei auch nur drei Möglichkeiten offen zu lassen. {Quelle: Die ägyptische Tageszeitung Al-Ahram vom 29. Januar 2008}

CSI Schweiz: info@csi-schweiz.chwww.csi-schweiz.ch

 

Eine Antwort zu „Gerichte verweigern Kopten religiöse Selbstbestimmung“

  1. gertrud mühlbacher Sagt:

    Interessant
    Sollte in jedem Reiseführer erwähnt werden,wie sich diese Idioten aufführen.
    Dann würde vieleicht der tourismus in solche unzivilisierten,weil islamischen Länder zurückgehen


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