kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Thilo Sarrazin verhöhnt Merkel, Wulff und Gabriel 31. Oktober 2010

Einsortiert unter: Von hier und dort — Knecht Christi @ 02:31

Thilo Sarrazin ist zurück: In einem Interview rechnet er mit seinen Kritikern ab. Wulffs Türkei-Reise nennt er “Harmonie-Kitsch-Sauce”.

Der frühere Bundesbank-Vorstand und SPD-Politiker Thilo Sarrazin hat mit seinen Gegnern aus der Politik abgerechnet. “Ich habe mein Amt aufgegeben, weil nach der beispiellosen Kampagne aus der Spitze des Staates ein gedeihliches Arbeiten im Vorstand der Bundesbank nicht mehr möglich gewesen wäre“, sagte Sarrazin im Interview mit “Bild am Sonntag”. “Ich habe keinen Streit angefangen, sondern schwierige Sachverhalte schlüssig dargelegt. Der Zorn kam nicht von mir, sondern von meinen Gegnern in Politik und Medien.“ Sarrazin fügte hinzu: “Wer, wenn nicht einer wie ich – 65 Jahre alt, politisch erfahren und ohne materielle Bedrohungsängste – soll denn in Deutschland unangenehme Wahrheiten aussprechen? Manchmal habe ich den Eindruck, wir sind auf dem Weg in die Duckmäuser-Republik“.

Scharf kritisierte Sarrazin das Verhalten von Bundespräsident Christian Wulff während seines Türkei-Besuchs: “In der Türkei wurde und wird der christliche Glaube bestenfalls geduldet. Die Zahlen sprechen da eine deutliche Sprache: Gab es 1914 noch 25 Prozent Christen in der Türkei, sind es heute gerade noch 0,2 Prozent. Und an der deutschen Schule in Istanbul ist seit einigen Jahren der Deutschunterricht in den unteren Klassen verboten. Der Bundespräsident hat über diese nicht sehr erfreulichen Zustände eine Harmonie-Kitsch-Sauce gegossen“. Auch die Äußerungen von Wulff in der Islam-Debatte wies Sarrazin zurück: “Es ist falsch zu sagen, dass der Islam zu Deutschland gehört. Die deutsche Kultur ist weitgehend ohne Bezug auf den Islam entstanden. Die Tatsache, dass bei uns Millionen Mitbürger islamischen Glaubens leben, ändert daran nichts. Ministerpräsident Erdogan hat die Türken hier vor einer Anpassung an Deutschland gewarnt“. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach Sarrazin das Sachinteresse für die Integrations-Debatte ab: “Angela Merkel hat nicht nur mein Buch kritisiert, sie hat auch die Bundesbank indirekt aufgefordert, mich aus dem Vorstand zu entfernen. Außerdem hat sie öffentlich erklärt, dass sie mein Buch nicht gelesen hat und auch nicht lesen wird. Daran mögen Sie das Interesse der Kanzlerin an der Sache, um die es hier geht, ablesen“. Zu Forderungen von SPD-Chef Sigmar Gabriel, Ausländer, die sich nicht anständig benehmen, auszuweisen, sagte Sarrazin: “Wer sich auf dem Kurfürstendamm in der Nase bohrt, kann sicher nicht ausgewiesen werden. Aber im Ernst: Ich warte ab, was von den aktuellen Äußerungen aus der Politik opportunistische Anpassung an eine auch durch mein Buch offenkundig gewordene Stimmung und was ernst gemeinter Handlungswille ist. Das gilt für alle Parteien. Die Gleichheit der Reaktionen in Union und SPD beobachte ich mit Amüsement“.

{Quelle: www.welt.de} – {Thesen des Thilo Sarrazin: Das Kapitel Bundesbank ist für Thilo Sarrazin abgeschlossen, denn Bundespräsident Christian Wulff verabschiedete ihn offiziell aus dem Amt eines Vorstandsmitglieds. Zuvor hatte die Bundesbank um die Entlassung des ehemaligen Berliner Finanzsenators durch den Bundespräsidenten gebeten. Dieser Antrag wurde jedoch zurückgezogen – man trenne sich im beiderseitigen Einvernehmen, hieß es. Sarrazin erhält als Gegenleistung für seinen Rückzug eine um 1000 Euro höhere Pension. Sarrazins Buch “Deutschland schafft sich ab” sowie seine öffentlichen Äußerungen über Migranten sorgen seit Wochen für eine ausführliche Integrationsdebatte. Seine Partei, die SPD, hat ein Parteiordnungsverfahrens gegen ihn eingeleitet. WELT ONLINE gibt einen Überblick über Sarrazins provokante Thesen aus den vergangenen Jahren: Im Juni 2010 erklärt er: “Wir werden auf natürlichem Wege durchschnittlich dümmer” und bringt dies in Zusammenhang mit Zuwanderern “aus der Türkei, dem Nahen und Mittleren Osten und Afrika”. Ende 2009 hält Sarrazin türkischen und arabischen Einwanderern vor, sie hätten “keine produktive Funktion außer für den Obst- und Gemüsehandel” und produzierten “ständig neue kleine Kopftuchmädchen”. Im Februar 2008: “Wenn man sich das anschaut, ist das kleinste Problem von Hartz-IV-Empfängern das Untergewicht”. Juni 2008: “Für fünf Euro würde ich jederzeit arbeiten gehen. Das wären 40 Euro pro Tag”. Im November 2002 sagte er zur Debatte über höhere Kita-Gebühren: “Es wird ja so getan, als ob der Senat die Kinder ins Konzentrationslager schicken wollte”. November 2007: “Tempelhof ist kein Filetstück. Und wenn, dann schauen da schon die Maden raus”. Oktober 2007: “Wer als Hartz-IV-Empfänger genug Kraft für ein Ehrenamt findet, der sollte dann die Kraft darin legen, Arbeit zu finden”. August 2006: “Der Schutt ist abgeräumt. Wir leben hier nicht mehr im Jahre 1945, sondern wir leben im Jahre 1947″. Februar 2002: “Die Beamten laufen bleich und übel riechend herum, weil die Arbeitsbelastung so hoch ist”. Im Februar 2002 über den Berliner Etat: “Der Haushalt ist objektiv verfassungsfeindlich”. Im November 2003 zu Studenten, die sein Büro besetzt haben: “Ihr seid alle Arschlöcher”}.  {Merkel und Erdogan beim Länderspiel in Berlin: Gipfeltreffen im Berliner Olympiastadion: Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan (M.) fieberte beim Länderspiel an der Seite von Bundeskanzlerin Angela Merkel für sein Team mit. Vor dem Anpfiff wurde aber erst einmal gesungen und zwar die Nationalhymne. Was Erdogan da wohl dachte, als er zwischen Bundespräsident Christian Wulff (l.) und Merkel stand? Er jedenfalls legte die Hand aufs Herz, als die türkische Hymne ertönte. Danach zeigte ihm Merkel, wohin die Deutschen schießen würden, nämlich ins Tor der Türken kurz vor der Pause. Das überraschte die Kanzlerin offenbar selbst. Während Erdogan das nicht so lustig fand. Dabei hatte er extra einen Fanschal beider Teams umgebunden. In der zweiten Halbzeit lief es für die Deutschen noch besser. Angela Merkel (r.) hielt es nicht mehr auf ihrem Sitz. Die gesamte deutsche Delegation jubelte mit. Nur Erdogan blieb sitzen, als es schließlich 3:0 für Deutschland stand. Nach dem Spiel freuten sich Christian Wulff und Angela Merkel, während Erdogan wohl erst einmal getröstet werden musste. Er nahm es sportlich. Auch sonst wurde in Berlin mitgefiebert. Natürlich vor allem in Kreuzberg. In dem Stadtteil stieg ein gemeinsames Fanfest. Immerhin hat Berlin die größte türkische Gemeinde außerhalb der Türkei. Doch die Hoffnung der Fans wurden enttäuscht: Als die Deutschen immer mehr Tore schossen, konnten die meisten Fans kaum noch dabei zusehen, wie die Türkei verlor}.

 

One Response to “Thilo Sarrazin verhöhnt Merkel, Wulff und Gabriel”

  1. buch leser Sagt:

    Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach Sarrazin das Sachinteresse für die Integrations-Debatte ab: “Angela Merkel hat nicht nur mein Buch kritisiert, sie hat auch die Bundesbank indirekt aufgefordert, mich aus dem Vorstand zu entfernen. Außerdem hat sie öffentlich erklärt, dass sie mein Buch nicht gelesen hat und auch nicht lesen wird. Daran mögen Sie das Interesse der Kanzlerin an der Sache, um die es hier geht, ablesen.” Zitat Sarrazin. Wie auch immer, man kann dazu stehen wie mal will, Tatsache ist, dass das Thema wieder von der Tagesordnung verschwunden ist. So ist die Politik und dann wundern sich die Politiker, wenn immer weniger Menschen zur Wahl gehen, bzw. extreme Parteien gewählt werden.


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