kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

“Religiöse Verfolgung” trotz Atheismus 28. April 2010

Filed under: Von hier und dort — Knecht Christi @ 18:23

Ex-Muslim erhält Asyl

       Die Narben, welche die Folter im Gefängnis auf seiner Haut zurück ließ, sind bis heute zu sehen. Trotzdem musste der im Jahr 2000 nach Deutschland geflohene Iraner Siamak Zare lange mit den Behörden kämpfen, um als Flüchtling anerkannt zu werden. Der Grund: Zare hatte zwar dem Islam abgeschworen, wurde aber nicht Christ – und galt für das Bundesamt für Migration (BAMF) deshalb nicht als religiös verfolgt. Erst nach mehreren Widersprüchen und dem Gang vors Bundesverfassungsgericht setzte sich Zare durch: Das BAMF erkannte an, dass Zare im Iran auch dann religiös verfolgt sein kann, wenn er sich zum Atheismus bekennt. Zare darf nun mit dem Flüchtlingspass in Deutschland bleiben – der erste Fall dieser Art.

Verschiedene islamkritische und Flüchtlingsvereine hoffen, dass dadurch ein Präzedenzfall geschaffen wurde. “Die Entscheidung muss auch in anderen Asylverfahren berücksichtigt werden”, sagte Michael Schmidt-Salomon, Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung, der FR. Die Stiftung hatte 2007 mit anderen Gruppen die Kampagne “Asyl für Ex-Muslime” gestartet. In deren Rahmen hatten Zare und andere Ex-Muslime auf Plakaten, im Internet und in den Medien bekannt: “Wir haben abgeschworen!”, versehen mit Fotos und vollem Namen. Damit wollten sie anderen Abtrünnigen Mut machen, sich für ihr Recht auf Glaubens- und Meinungsfreiheit einzusetzen. “In vielen islamischen Staaten steht auf das Bekenntnis, sich vom Islam abzuwenden, die Todesstrafe”, erklärt Mit-Initiatorin Mina Ahadi, Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime in Deutschland. “Zu diesen Staaten zählen auch Iran und Irak”. 

       Dennoch drohten die Behörden Zare mit Abschiebung. Dass er früher wegen seines Engagements in einer Oppositionspartei inhaftiert wurde, hielten sie für unglaubwürdig, da der Iran ein gewisses Maß an Opposition toleriere. Auch dass er bekennender Atheist sei, gefährde ihn nicht, weil das “religiöse Existenzminimum” gewährt sei und ihm die “Religionsausübung im häuslich-privaten Bereich” bleibe. Zare zog dagegen bis vors Bundesverfassungsgericht, das seine Beschwerde 2009 zwar aus formalen Gründen ablehnte – aber auch befand, dass sein öffentliches Outing und seine Tätigkeit für den Zentralrat der Ex-Muslime im Asylverfahren zu wenig berücksichtigt wurde. Ein von der Bruno-Stiftung bezahlter Anwalt betonte das im Asylfolgeantrag – er bekam Recht. “Nun hoffen wir, auch Zares Familie darf bleiben”, sagt Stiftungssprecher Schmidt-Salomon, “und dass die Abkehr vom Islam ein allgemeiner Asylgrund wird”. Es sei ein Unding, dass Konvertiten zum Christentum viel leichter als religiös Verfolgte anerkannt würden.

Von Steven Geyer
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/2585505_Religioese-Verfolgung-trotz-Atheismus-Ex-Muslim-erhaelt-Asyl.html

 

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